The Dark Knight Rises


The Dark Knight Rises - Poster 03Regie: CHRISTOPHER NOLAN
Drehbuch: CHRISTOPHER NOLAN & JONATHAN NOLAN
Medium: Kino
Spielzeit: 164 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 25. Juli 2012

„Seit vorsichtig mit dem, was du sagst. Wenn du vom Teufel sprichst, ist er schon in deiner Nähe."


Es ist schon eine sehr beachtliche Reise, die der Batman nun schon hinter sich hat. Tagsüber der Milliardär und Playboy Bruce Wayne, nachts der Batman, der mit Tricks, Technik und Kampfkunst den Kampf gegen das Verbrechen aufnimmt. Insgesamt wurden nun schon acht Kinofilme über den düsteren Rächer gedreht. Natürlich schwankten die Kinofilme in ihrer Qualität, die von Klamauk über anspruchsvolles Actionkino bis zu dummen Popcornfilmen jeden Bereich der Erfolgsskala abdecken. Aber keiner dieser Filme besitzt den psychologischen Tiefgang, den Anspruch und auch die handwerkliche Qualität, wie die Batman-Werke von CHRISTOPHER NOLAN (Inception, Memento, Insomnia, Prestige). Angefangen im Jahr 2005 mit dem grandiosen Batman Begins, fortgesetzt im Jahr 2009 mit dem noch brillianteren Meisterwerk The Dark Knight und nun abgeschlossen mit The Dark Knight Rises, der nun den finalen Teil von NOLANs Batman-Reihe darstellen soll.
The Dark Knight Rises 19Wie schon bei den beiden Vorgängern arbeitete CHRISTOPHER NOLAN mit dem exakt gleichen Team zusammen und auch das Prozedere blieb dasselbe. Die eigentliche Story von The Dark Knight Rises wurde von Comicexperte DAVID S. GOYER (Blade, Ghost Rider: Spirit Of Vengeance) entworfen, wobei NOLAN den Entwurf anschließend mit seinem Bruder JONATHAN NOLAN (Prestige) zu einem Drehbuch ausführte. Und selbstverständlich waren auch CHRISTIAN BALE (American Psycho, The Fighter, The New World, Terminator Salvation), Sir MICHAEL CAINE (Get Carter, Harry Brown, Jack The Ripper), MORGAN FREEMAN (Das Beste kommt zum Schluss, Denn zum Küssen sind sie da, Sieben) und GARY OLDMAN (Dame, König, As, Spion, Léon - Der Profi, Das fünfte Element) dabei, um ihre alten Rollen wieder aufzunehmen. Neu im Team sind allerdings JOSEPH GORDON-LEVITT (Inception, Killshot), MARION COTILLARD (La Vie En Rose, Public Enemies, Contagion) und MATTHEW MODINE (Full Metal Jacket, Transporter - The Mission, Die Piratenbraut, Notting Hill), die hier in einigen gewichtigen Nebenrollen zu sehen sind. Die große und wichtigste Frage war jedoch, wer denn nun in The Dark Knight Rises der Bösewicht ist, nachdem durch den tragischen Tod von HEATH LEDGER (Die Vier Federn, Ritter aus Leidenschaft, Brothers Grimm, Der Patriot) jede Chance auf eine Rückkehr des Jokers verwehrt wurde – so wie es ursprünglich von GOYER geplant war. Die Wahl fiel auf Bane, der in den Comics wohl der gefährlichste Gegner von Batman überhaupt ist. Die Rolle wurde TOM HARDY (Inception, Star Trek: Nemesis) anvertraut. Einem Schauspieler, der besonders durch seine Glanzleistung in Bronson sehr viel Respekt genießt und deswegen kaum auf Gegenwehr stieß. Anders als ANNE HATHAWAY (Der Teufel trägt Prada, Bride Wars), die bisher nur für langweilige Komödien und harmlose Familienfilmchen bekannt ist und für die Rolle von Catwoman verpflichtet wurde. Damit blieb der Regisseur seinem Stil treu, und der bisherige Erfolg gibt ihm recht. Seit gut zwei Wochen ist The Dark Knight Rises in den Kinos und hat dort ganze 500 Millionen Dollar eingespielt. Seit dem 26. Juli 2012 ist die Comicverfilmung auch in unseren Kinos zu sehen.

The Dark Knight Rises 11Acht Jahre sind vergangen, seitdem der Joker den Batman in der Öffentlichkeit zu einem Verbrecher machte. Acht Jahre, in denen Bruce Wayne immer mehr Abstand von seinem Alter Ego nahm und Chief Gordon und die Polizei von Gotham an seine Stelle traten. Jetzt gilt Gotham City als ein sicherer Ort, was den Krieg gegen das Verbrechen gewonnen hat. Für Bruce Wayne ist der Batman tot und begraben, da sein zerschundener Körper kaum noch irgendeine schwere Belastung verträgt. Deswegen konzentrierte sich Wayne in den Folgejahren auch viel mehr auf seine Firma, was jedoch ähnlich desaströs endete, denn wegen diverser Fehlinvestitionen wurde der Konzern stark angeschlagen. Zu viel für Bruce Wayne, der sich darum vollkommen aus dem öffentlichen Leben zurückzog und nun im Ostflügel seines Anwesens ein Leben als lebender Geist führt. Erst die hübsche Diebin Selina Kyle reißt ihn aus seiner Lethargie, weil sie die Juwelen seiner Mutter raubt und geschmeidig wie eine Katze wieder verschwindet. Richtig neugierig ist Bruce Wayne allerdings, warum sie es weniger auf die Juwelen, als auf seine Fingerabdrücke abgesehen hatte. Zum ersten Mal seit Jahren geht Bruce wieder vor die Tür und forscht nach. Die Spur führt zurück in seinen Konzern und direkt zu Vorstandsmitglied Daggett, der mit einem mysteriösen Söldner namens Bane zusammenarbeitet, um sich Wayne Enterprises unter den Nagel zu reißen. Doch Bane ist nicht nur ein einfacher Söldner, sondern ein gewalttätiges, intelligentes Monster und ein ehemaliges Mitglied der Gesellschaft der Schatten! Bruce ist alarmiert und weiß, dass die Polizei allein keine Chance gegen ihn hat. Mit neuem Elan schlüpft er darum wieder in die Rolle von Batman, um Bane entgegen zu treten. Doch Bane weiß ganz genau mit Wem er es zu tun hat . . .
The Dark Knight Rises - Banner 03Wie man es von einem CHRISTOPHER NOLAN erwarten kann, handelt es sich auch bei The Dark Knight Rises um ein grandioses Meisterwerk auf höchstem handwerklichen und künstlerischen Niveau. Die große Frage lautet an dieser Stelle, ob sich dieser Film mit dem schier übermächtigen Vorgänger The Dark Knight messen lassen kann, aber genau das kann er leider nicht.
The Dark Knight Rises 08Nachdem die Atmosphäre von The Dark Knight anfangs noch recht locker war und erst im Film düsterer und düsterer wurde, so greift The Dark Knight Rises das Schlussbild des Vorgängers auf und schafft so von Beginn an einen durch und durch düsteren und kalten Film, in welchem Dekadenz und Schmerz zwei wichtige Begriffe sind. CHRISTOPHER NOLAN arbeitet hierbei gleichzeitig in zwei Ebnen, nämlich Bruce Wayne als Charakter und ein ganzes Abbild der übersättigten Gesellschaft von Gotham City, die sich gegenseitig wiederspiegeln. Bruce Wayne ist ein Krüppel am Stock, der weder Knorpel in den Knochen noch halbwegs Leben in seinen Augen hat. Seiner Firma geht es genauso schlecht, wie es seinem körperlicher Verfall entspricht, während sich seine Freunde um ihn sorgen, seine Feinde im Gefängnis verrotten und für seine Konkurrenten zählt nur noch Geld und Macht. Das Verbrechen ist bekämpft und die Gesellschaft Gotham Citys gibt sich dem Müßiggang hin. Insgesamt ein sehr dekadentes und auch recht träges Bild, was NOLAN direkt vom Hauptcharakter Bruce Wayne ausgehend auf den gesamten Film ausweitet. Nach und nach ersetzt er aber diese depressive Grundhaltung durch den Schmerz seiner Bösewichte, angeführt durch die harmlose Selina Kyle und Bane, der als napoleonische Führungsfigur nicht nur Batmans schlimmster Feind, sondern auch ein politisches Gleichnis darstellt, wenn sich seine Anhänger in bester Dschihadisten-Manier für ihn opfern ohne Fragen zu stellen. Und NOLAN geht sogar noch weiter und entwirft in The Dark Knight Rises das Bild einer gescheiterten Gesellschaft, die sich wegen dem Zwiespalt von Arm und Reich selbst auffrisst. Wenn man will NOLANs moderne Version der französischen Revolution und leider immer noch brandaktuell, wenn man die gesellschaftlichen und finanziellen Probleme der westlichen Welt anblickt. Solche raffinierten Feinheiten und Metaphern sind es, die alle von NOLANs Filme auszeichnen und zu etwas Besonderem machen.

The Dark Knight Rises 07Das funktioniert auch deswegen so gut – und das zeichnet auch Batman Begins und The Dark Knight aus – weil es hier gar nicht so viel Batman zu sehen gibt. NOLAN lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf Bruce Wayne und nicht auf sein Alter Ego. Maximal drei, vielleicht vier längere Sequenzen, wo der maskierte Held zu sehen ist. NOLAN bringt die Superhelden-Thematik damit auf ein sehr nüchternes, menschliches Maß, was besonders an den Bösewichten spürbar wird. Bane ist kein überzeichnetes Ungetüm, sondern schlicht ein muskulöser Unhold, der durch eine Maske sein entstelltes Gesicht verbergen will. Das Kostüm von Catwoman ist ebenso wenig als selbstzweckhaftes Schaubild gedacht, sondern lediglich ein Overall, der sie visuell vor Entdeckung schützen soll. Übrigens werden zwar Assoziationen zwischen den Fähigkeiten von Selina Kyle und einer geschmeidigen Katze getroffen, aber der Name „Catwoman" fällt hier in The Dark Knight Rises kein einziges Mal! Davon profitiert auch die Action, die wesentlich greifbarer und bodenständiger wirkt, als in vielen anderen modernen Actionfilmen, obwohl es sich schon sehr episch anschauen lässt, wie Bane ganze Stadien, Brücken und Häuserblocks in Trümmer legt. Die Kampfszenen an sich wirken sehr nüchtern und ohne große Choreographie, während die Explosionen und Verfolgungsjagden fetzig und professionell gemacht sind. Allerdings muss man wirklich festhalten, dass es in The Dark Knight Rises im direkten Vergleich aller drei Filme der Trilgie am wenigsten Action- und Kampfszenen zu sehen gibt. Wenn man es zusammenrechnet, ebenso wie der Batman selbst, nur an die drei bis vier längere Sequenzen, die NOLAN mit dem Batman persönlich verknüpft. Also hier strikt zwischen reiner Fantastik und erstklassigem Charakterkino trennt.

The Dark Knight Rises 27Die Schwächen von The Dark Knight Rises bewegen sich also eher in einem marginalen Bereich, lassen sich aber bei der Länge des Films nicht mehr ignorieren – besonders weil sie meist mit Bösewicht Bane zusammenhängen. Bane ist ein General, ein Denker, der immer einen Plan hat. Ohne jedoch damit zu spielen das Mysterium zu schüren, legt NOLAN Banes Absichten von Anfang an offen, damit sich der Zuschauer gleich direkt mit den Charakteren auseinandersetzen kann. Aber es raubt dem Film eben so Einiges an Spannung. Als Ersatz diente wohl die Legende um Banes Herkunft, die von etlichen Mythen umrankt ist. Was fehlt, ist die unberechenbare Bösartigkeit des Jokers, der als reines Chaosprodukt weder Plan noch Ziel kannte; und genau deswegen so gefährlich war, was auch auf einen gewissen Sadismus auf psychologischer Seite zurückzuführen ist. Dieser fehlt dem eindimensional präsentierten Bane völlig, der im Grunde nur Leben oder, wie in den meisten Fällen, den Tod kennt. Er kennt nur ein wirkliches Opfer und das ist der Batman, der Rest könnte theoretisch gleich vor die Hunde gehen. Aber nicht nur deswegen bleibt The Dark Knight Rises hinter seinem Vorgänger zurück, es liegt auch an der harmlosen Gewalt des Films. Wusste CHRISTOPHER NOLAN die Gewalt und Brutalität in The Dark Knight noch so anzudeuten und derart zu verzerren, dass der Film gleichzeitig dreckig, roh und düster wirkte – also ihn tatsächlich wie ein R-Rating aussehen ließ – so sind die Gewaltszenen in The Dark Knight Rises ohne jede Ausnahme wirklich vollkommen harmlos, kraftlos und blutleer. Ein Schuss, ein Schrei und schon war's vorbei. Man hat als Zuschauer in keiner einzigen Minute die Illusion, dass hier wirklich Jemand drauf gegangen ist; und noch dazu gewaltsam! Man muss sogar manchmal zwei Mal hinsehen, um überhaupt ein Einschussloch zu registrieren. Es gab für The Dark Knight Rises also nicht das geringste Problem eine FSK 12 zu erhalten. Nur leider schwächt es die Gefahr und die Ernsthaftigkeit des Films erheblich.
The Dark Knight Rises - Banner 01The Dark Knight Rises 04Wie wir sehen ist Atmosphäre von The Dark Knight Rises nicht ganz so perfekt transportiert wie noch in The Dark Knight und auch die Handlung des großen Finales ist nicht frei von diversen Details, die sich negativ auf das Gesamtbild des Films auswirken. Man kann dabei natürlich auch ein Auge zudrücken, denn der Umfang der Erzählung ist hier ähnlich umfangreich wie in Batman Begins, auf den im Übrigen mehr Bezug genommen wird, als The Dark Knight – und da ist eben schon eine Menge Material vorhanden. Von Batmans Rückkehr, seiner Auseinandersetzung mit Bane und der Isolation des führungslosen Gotham Citys spannt der Film einen weiten Bogen, der viel Raum für seine Charaktere lässt – und das kostet natürlich wichtige Zeit, die sich The Dark Knight Rises auch herausnimmt. Auf diese Weise kommt der Film auf ganze 164 Minuten, in denen NOLAN sein ganzes Geschick als Erzähler aufwendet. Nur leider unterlaufen ihm dabei manche strukturellen Fehler. Der Film verharrt gelegentlich zu sehr in einer Position und schafft den Wechsel nicht rechtzeitig. Das resultiert darin, dass der Film manchmal rasend schnell erzählt ist, in einigen Sequenzen aber auch recht träge und langsam. Und auch kommt The Dark Knight Rises nicht mehr ohne diverse Anschluss- und leider auch schwerere Logikfehler aus. Dass The Dark Knight Rises in seiner grundsätzlichen Handlung dem Comiczyklus von Der Sturz des dunklen Ritters von 1993 folgt, dass konnte man schon ahnen, seitdem Bane als Bösewicht feststand. Das Szenario der gefangen und isolierten Stadt, die in ein gesetzloses Lynchchaos fällt, ist den über 80 Comics zählenden Niemandsland von 1999 zuzuordnen. Richtig auffällige  und vor allem recht viele Parallelen und Gemeinsamkeiten weist The Dark Knight Rises allerdings mit dem 1986er Kultcomic The Dark Knight Returns von FRANK MILLER auf, was besonders im Ende für etliche Aha-Momente sorgt. Hoffnung ist eines der großen Leitmotive von NOLANs Batman-Trilogie. Das weiß der Meister natürlich selbst am besten – und deswegen lässt er den Zuschauer auch nicht im Stich und lässt gleich mehrere Möglichkeiten für eine Fortsetzung bzw. sogar Spin-Offs offen, obwohl es eine Zeit lang nicht danach aussieht. Auch hier macht sich eventuell der Druck der Produzenten bemerkbar. The Dark Knight Rises ist zwar mit großer Wahrscheinlichkeit der letzte Batman-Film von CHRISTOPHER NOLAN, aber das muss ja nicht heißen, dass man diverse Sequels und Ableger nicht auch von einem anderen Team realisieren lassen kann.

The Dark Knight Rises 10Am Aufwand mangelte es ja The Dark Knight schon nicht und für The Dark Knight Rises hat man das Budget nochmal auf satte 250 Millionen Dollar aufgestockt. Dadurch waren Dreharbeiten an 27 Orten auf der ganzen Welt möglich. Dass Gotham City schon in den Comics die düstere Nachzeichnung von New York, das ist allgemeinhin bekannt, aber dank ausführlichen und langen Panoramaaufnahmen wird es in hier in The Dark Knight Rises so deutlich wie in keinem anderen Batman-Film zuvor. Aber auch in New Jersey, Pittsburg, London, Los Angeles, Schottland und im indischen Turda Saline fanden Dreharbeiten statt. Großbritannien wurde dabei hauptsächlich für das Anwesen von Bruce Wayne, Wayne Manor, genutzt und im indischen Raum wurde das uralte Gefängnis von Bane direkt in den Boden hinein gebaut. Aber nicht nur das; für die Szene im Stadion ließ NOLAN tatsächlich eine vergleichbare Konstruktion bauen und diese in die Luft sprengen. Computereffekte sind in The Dark Knight Rises eher rar und beschränkten sich auf die Sprengung diverser Brücken, den Bat-Pod und The Bat; das Fluggefährt von Batman. Wie man jedoch von so einer Großproduktion erwarten kann, sehen diese Computereffekte sehr professionell aus und wirken bis ins kleinste Detail sehr lebensecht. Die Musik komponierte HANS ZIMMER (Gladiator, Inception, The Rock, Hannibal, Fluch der Karibik), der vor allem auf tiefe und düstere Streicher setzte und damit auch die Atmosphäre des Films exakt trifft.
The Dark Knight Rises - Banner 02The Dark Knight Rises 15Über CHRISTIAN BALE braucht man an dieser Stelle eigentlich kaum Worte verlieren, da er Bruce Wayne alias Batman schon in The Dark Knight perfektionierte. Gegner seiner Darstellung werden sicherlich auch dieses Mal was zu meckern finden, Fans von BALE ihn abermals in den Himmel loben. Ich denke, wenn man sich in der Mitte trifft, hat man den richtigen Punkt erfasst, um BALEs Spiel zu beschreiben. Der als Bruce Wayne in vielen Szenen souverän ist, aber in manchen Stellen ein wenig zu eiskalt und unantastbar wirkt. TOM HARDY alias Bane ist wegen seiner umfassenden Maske stark eingeschränkt und muss sich fast vollends auf seine Augen verlassen, weshalb der Zuschauer nur in den wenigen Close-Ups HARDY vollends wahrnehmen kann, neben seiner imposanten und muskulösen Erscheinung, die er für The Dark Knight Rises nochmal verstärkte. Für ANNE HATHAWAY schlägt in The Dark Knight Rises die große Stunde, in der sie sich zum ersten Mal als ernstzunehmende Schauspielerin in einem anspruchsvollen Film beweisen muss – und ihre Performance kann man in diesem Film durchaus als gelungen betrachten, wenn sie Sex, Unschuld, Bitterkeit und eine gewisse Abgebrühtheit in ihrer Rolle als Selina Kyle vereint. Durchaus facettenreich, mit einem Augenzwinkern und doch gleichzeitig mit einer distanzierten Ernsthaftigkeit, empfiehlt sie sich hier für weitere anspruchsvolle Rollen. JOSEPH GORDON-LEVITT ist jedoch über diesen Punkt schon hinaus und das spürt man auch in The Dark Knight Rises wieder sehr deutlich. Er spielt die Rolle des jungen Polizisten John Blake, der dank seines Gripses und Spürsinns Bruce Wayne auf die Schliche kommt und auch abseits des Batmans unterstützt, indem er ebenso raffiniert und verborgen gegen Bane kämpft. Seine Rolle fiel dabei ungewöhnlich großzügig aus und liefert darin sogar weitere Hinweise, dass The Dark Knight Rises nicht der letzte Batman-Film dieser Reihe bleiben wird.
The Dark Knight Rises 01Unter diesem ganzen hochkarätigen Cast mit so einer Masse an exquisiten Schauspielern gibt es aber immer wieder einen, der besonders heraussticht. Und das ist der große alte Sir MICHAEL CAINE, der in seinen wenigen Minuten als loyaler Butler Alfred tatsächlich in der Lage ist alle anderen an die Wand zu spielen! Mit einer immensen Glaubwürdigkeit deckt CAINE jedoch noch so einfühlsame Emotion ab ohne dabei auch nur einen Hauch an Klasse einzubüßen. Perfektere Mimik und Gestik findet man nicht und daneben verblassen auch solche Kaliber wie die beiden Oscar-Preisträger MORGAN FREEMAN als Lucius Fox und GARY OLDMAN als Commissioner Gorden, obwohl sie hier noch ein wenig besser als sonst agieren. MARION COTILLARD spielt die Vorstandsvorsitzende Miranda Tate, die versucht Wayne Enterprises auch ohne Bruce Wayne auf Kurs zu halten und ihm dabei auch menschlich näher kommt. Und wie immer hat die Französin ein charmantes Lächeln, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann. MATTHEW MODINE gibt in seinen wenigen Filmminuten einen arroganten Polizeichef, der an seinen Ambitionen scheitert und dessen Gewissen auf die Probe gestellt. Kann man natürlich kritisch betrachten, eine solche Rolle mit einem so hochkarätigen Schauspieler zu besetzen, aber für die Glaubwürdigkeit des Charakters war die Erfahrung von MODINE sehr von Vorteil. Sehr erfreulich taucht Scarecrow alias CILLIAN MURPHY (Red Eye, Red Lights, Sunshine) ebenso noch einmal kurz auf, wie auch JUNO TEMPLE (Die drei Musketiere, Killer Joe), die als Selina Kyles Freundin Holly Robinson zu sehen ist, man jedoch wegen viel zu wenig Screentime kaum wahrnehmen kann. Sehr sehr kurz ist außerdem noch einmal LIAM NEESON (The Grey, 96 Hours, Rob Roy, Zorn der Titanen) als Ra's Al Ghul zu sehen.

Fazit: Ob The Dark Knight Rises wirklich der letzte Film, dieser Batman-Reihe sein wird, das kann man nun natürlich nicht sagen, weil dieser Film keinen wirklichen Schlussstrich zieht. Dennoch fühlt sich der finale Teil der Trilogie von CHRISTOPHER NOLAN, JONATHAN NOLEN und DAVID S. GOYER auch genauso an. In episch erzählten Bilder zeigen die Filmemacher die Rückkehr Batmans, seinen Fall und den erneuten Aufstieg des dunklen Rächers in präzisen Bildern, einem hervorragendem Cast und einer tollen Score. Wer über die minimalen Schwächen des Films hinwegsieht, der wird mit einem kalten Meisterwerk belohnt, das ebenso brilliantes Charakterkino bietet, wie einige superbe Actionszenen mit großem Aufwand. Wie vergeben 8 von 10 Punkten.