Army Corps Of Hell


Army Corps Of Hell - Cover 01Director: YUICHI TANZAWA
Studio: Square Enix
Medium: Flash-Card
USK: ab 16 Jahren
Start: 22. Februar 2012

„Hinaus in die Schlacht, meine Untertanen! Schlachtet! Tötet! Fresst!"


Army Corps Of Hell 06Es war schon eine kleine Sensation, als am 22. Februar 2012 die Playstation Vita in den europäischen Handel kam. Kaum eine andere Handheld-Konsole konnte so ein positives Resümee der Fachpresse und gleichermaßen grandiose Resonanz bei Käufern ernten, wie das Nachfolgemodell der PSP. Das gerade mal 280 Gramm schwere Gerät überzeugt einem hochwertigen Prozessor, einem gestochen scharfen Bildschirm, der nahezu PS3-Graphik zulässt, einem genauen Touchscreen und sogar einem Touchpad auf der Rückseite des Gerätes. Gelobt wurde allerdings auch das umfangreiche Spielangebot zum Release der Handheld-Konsole. Darunter ist auch das strategische Gemetzel Army Corps Of Hell, das wir für euch einmal näher unter die Lupe genommen haben. Entwickelt wurde Army Corps Of Hell übrigens vom Kultstudio Square Enix; den Machern von der Final Fantasy Reihe.

 

Army Corps Of Hell erzählt die Geschichte eines fiesen Fürsten, der mit einem Mal plötzlich in der Hölle landet und dort auf einige unterentwickelte Orks und Goblins trifft. Er macht sie sich Untertan und schlachtet sich mit seiner Armee quer durch die Hölle, um die komplette Unterwelt zu erobern und darüber hinaus.

Army Corps Of Hell - Banner 01Army Corps Of Hell 05Die Graphik von Army Corps Of Hell kann sich für ein Handheld-Spiel durchaus sehen lassen. Allerdings entdecken wir bereits hier schon die ersten Hinweise darauf, dass Army Corps Of Hell womöglich für die PSP konzipiert war und erst in letzter Sekunde und in aller Eile für die Vita ausgelegt worden ist. Man spürt hier noch einige Ecken und Kanten, die hinter einem Detailreichtum und Protzgraphik eines Uncharted: The Golden Abyss zurückbleiben. Erst recht, wenn die Kamera näher an das eigentliche Kampfgeschehen heranrückt. Großartig beschweren kann man sich jedoch nicht, da die Schlachten auch nicht zu einem Pixelkrieg verkommen und die Graphik auf 720p aufgemotzt worden ist. Das Charakterdesign erinnert auf witzige Weise an die typischen Ork-Schergen, die man aus diversen Comics kennt. Die Figuren sind klein, grün, mehr Haut und Kochen als Fleisch, aber mit einem großen Schädel mit Reißzähnen. Das ist zwar nun nicht besonders originell, allerdings auch recht witzig mit anzuschauen. Auch der große böse Lord selbst regt durchaus zu einem Augenzwinkern an, wenn er mit dem Totenschädel, den riesigen Hörner und dem roten Cape energische Eroberungsreden schwingt. Auch die Gegner überzeugen weitgehend mit einem witzigen Look in allen Farben und Formen. Wirkliche Mängel gibt es lediglich im äußerst eintönigen Leveldesign, was ausschließlich aus jeweils viereckigen Plattformen, die sich lediglich in ihrer Größe und dem Farbfilter unterscheiden.

 

Army Corps Of Hell 01Prinzipiell erinnert die Atmosphäre bei Army Corps Of Hell sehr stark an das ungleich größere Vorbild Overlord. Da haben wir einen fiesen Fiesling, der eigentlich gar nicht so böse ist, und ein Haufen kleiner Schergen, die für ihn rauben, morden, plündern und selbstlos draufgehen, wenn der Obermacker es ihnen befiehlt. Dies geschieht nicht ganz frei von Humor und meist recht unterhaltsam, mitunter allerdings auch mit ordentlichem Blutvergießen, wenn die kleinen Biester über die Gegner herfallen. Die Feinde explodieren saftig, blutige Überreste bleiben solange am Boden liegen, bis die Schergen in kannibalistischer Art darüber herfallen und da fliegt auch ganz gerne mal ein Kopf in hohem (Blut-)Bogen durch das Bild. Erzählt wird die eigentliche Handlung, die ohnehin nicht besonders tiefgreifend ist, über animierte Comicstrips und Einzelbilder, die mit Sound und Stimmen unterlegt sind. Eine einfache Art, die sich aber über die Jahre vor allem bei weniger leistungsstarken und älteren Konsolen bewährt hat. Das heißt, auch hier haben wir wieder einen Querverweis zur PSP. Dafür aber zeigt sich der Sound und der Soundtrack recht modern und liefert feinsten Heavy Metal und zum Teil sehr coolen J-Rock von Bands wie UNITED, G.S.D., KNIGHTS OF ROUND, FASTKILL, TETSUKABUTO, EDGE OF SPIRIT, RACHEL MOTHER GOOSE, GHOULS ATTACK!, VOLCANO, SURVIVE, MASTERMIND, KING'S EVIL und BOLT FAT MISSILE. Das Spiel rockt also im wahrsten Sinne des Wortes, während sich der böse Lord sich von seinen Schergen durch die Hölle kämpfen lässt und darüber hinaus.

 

Army Corps Of Hell 07Am Gameplay merkt man jedoch sehr deutlich, dass Army Corps Of Hell vermutlich als PSP-Spiel geplant war und erst in letzter Minute für die Vitaein wenig aufpoliert worden ist. Beispielsweise werden der Touchscreen vorne und das Touchpad hinten kaum bis gar nicht beansprucht. Fast jegliche Aktionen finden über die Symboltasten und die Joysticks statt. Die Steuerung an sich ist damit relativ einfach, steigert sich aber mit zunehmendem Spielfortschritt, da die immer schwerer und abwechslungsreicher werdende Gegner auch eine komplexe Kombination diverser Angriffe und Strategien benötigen. Grundsätzlich läuft das Ganze so ab, dass dem Spieler drei diverse Grundtypen zu Verfügung stehen. Da haben wir die Infanterie für Nahangriff, Speerträger für die Überwindung großer Distanzen und Magier für den Fernkampf. Dabei stehen euch maximal an die 120 Krieger zu Verfügung deren Anzahl ihr unter den drei Klassen einteilen könnt. Die Einheiten lassen sich dabei auch mit verschiedenen Waffen und Rüstungen ausrüsten, damit ihr umso besser gegen die verschiedenen Gegnerklassen vorbereitet seid. Das sind unter anderem Dämonen, Elektrizität, Feuer, Insekten und Säure. Im späteren Verlauf werden diese Element-Klassen auch bunt in einem Level zusammengeschmischt, um dem Spieler das Leben und Morden richtig schwer zu machen. Army Corps Of Hell fordert also den Spieler und daraus resultiert auch eine Menge Spielspaß. Mit euren Schergen springt ihr dann von Plattform zu Plattform und müsst gegebenenfalls auch bestimmte Gegenstände wie goldene Schlüssel einsammeln, um die Brücken zwischen den Kampfplattformen freizuschalten.

Army Corps Of Hell 03Anfangs gestaltet sich das Gemetzel noch ziemlich einfach, da genügt es simpel Alles abzuschlachten, was sich euch in den Weg stellt. Recht schnell allerdings reicht dies nicht mehr aus und die Gegner verlangen von euch strategisches Geschick – sowohl schon beim Ausrüsten, als auch auf dem Schlachtfeld. Dort sammelt ihr auch Geld und Gegenstände ein, die ihr für weitere Entwicklungen in eurer sogenannten Schmiede verwenden könnt. Damit rücken wiederum bessere Bewaffnung und eine bessere Anpassung an spezielle Gegner in eure Reichweite – und dies werdet ihr auch brauchen, denn mit der Zeit werden eure Aufgaben immer schwerer und schwerer. Verschiedene Gegnertypen lassen sich mit bestimmten Waffen bzw. einer bestimmten Einheit besser und verlustloser bekämpfen, als Andere. Auf diese Weise holt Army Corps Of Hell schon ein recht großes Unterhaltunspotential aus dem einfachen Gameplay und dem eintönigen Leveldesign heraus. Jedes Level kann man dabei wiederholen und sich auf diese Weise für schwierigere Schlachten rüsten sowie Punkte und Erfahrung sammeln. Deswegen gestaltet sich Army Corps Of Hell trotz der einfachen Handlung als recht umfangreich. Nicht zuletzt auch, da das Spiel deutlich mehr Level zu bieten hat, als man Anfangs vermuten möchte. Hat man die Hölle durchquert, so warten noch zwei weitere Zyklen auf euch, die euch ebenso gnadenlos wie anspruchsvoll in eurer Strategie fordern. Besonders die Endgegner haben es zum Teil echt in sich.

 

Fazit: Das strategische Gemetzel Army Corps Of Hell kommt zwar nicht ohne einige Mängel aus, wie etwas das lahme Leveldesign und das einfach Gameplay, aber bringt es durch actiongeladene Kämpfe, donnernden Heavy Metal aus Japan, der humorvollen Höllengeschichte und witziges Blutvergießen eine Menge Spielspaß mit. Dies ist uns 7 von 10 Punkten wert.