Conan

Conan 2011 - PosterRegie: MARCUS NISPEL
Drehbuch: THOMAS DEAN DONELLY, JOSHUA OPPENHEIMER & SEAN HOOD
Medium: Kino
Spielzeit: 112 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Start: 08. September 2011

„Ich kämpfe, ich liebe, ich töte. Das ist mir genug."


Conan 42Als ARNOLD SCHWARZENEGGER (Terminator, Phantom Commando, Predator, Red Heat, Total Recall, End Of Days, The Expendables) sich 1982 in den Lendenschurz schmiss, zum Schwert griff und zu Conan der Barbar wurde, war dies der Startschuss für eine sehr beeindruckende Filmkarriere und die Geburt eines Fantasyklassikers, wie er Seinesgleichen sucht. Kein Wunder, da sich der Film in genialer Art und Weise den Schriften des texanischen Schriftstellers ROBERT E. HOWARD annahm. Conan, Bran Mak Morn und Kull wurden in dem Werk derart meisterhaft verarbeitet, dass der Film sogar knapp 30 Jahre später als einer der besten Fantasyfilme überhaupt gilt. Conan der Barbar ist spannend, mitreißend, verdammt gut inszeniert und die Filmmusik von BASIL POLEDOURIS zählt zu den besten Soundtracks in der Kinogeschichte. Selbstverständlich wurde noch in den 1980ern versucht, den immensen Erfolg zu wiederholen, was 1984 in Conan der Zerstörer mündete, wo außer ARNOLD SCHWARZENEGGER ein völlig anderes Team am Start war. Mit dem Ergebnis, dass der Film mit HOWARD überhaupt nichts mehr zu tun hatte und qualitativ von dem Vorgänger so stark abfiel, dass der Flop vorprogrammiert war. Anfang der 1990er scheiterten mehrere Versuche einen neuen Teil zu drehen und anno 1997 wurde die Serie Conan mit RALF MÖLLER gedreht, die so dermaßen schlecht war, dass sie nach nur einer Staffel eingestellt wurde.
Conan 2011 - 02Indes gingen die Bemühungen einen weiteren Kinofilm über Conan zu drehen weiter, auch wenn abermals fast jeder Versuch aus diversen Gründen scheiterte. Das Studio Warner Bros. arbeitete sieben Jahre daran. Die Gebrüder WACHOWSKI (Matrix, Assassins – Die Killer, V für Vendetta), JOHN MILIUS (Apocalypse Now, Das Kartell, Rom), der Regisseur von Conan der Barbar, und sogar ROBERT RODRUIGEZ (Machete, El Mariachi, From Dusk Till Dawn, Desperado, Sin City, Es war einmal in Mexiko) bissen sich an Conan die Zähne aus. Erst als die Rechte 2007 an New Line Cinema und Millennium Films gingen, gab es Fortschritte zu verbuchen. Damit waren die Querelen zwar noch lange nicht vorbei, denn der Vorbesitzer der Rechte namens Paradox Entertainment hatte die Vorproduktion schon Ende 2006 mit der Prämisse eingeleitet, dass sich der neue Conan-Film viel dichter an die Conan-Werke von ROBERT E. HOWARD halten sollte; inklusive Sex und Gewalt. Fast ein Jahr dauerte die Suche nach geeigneten Drehbuchautoren. Schließlich bekamen das Duo THOMAS DEAN DONELLY & JOSHUA OPPENHEIMER (Dylan Dog: Dead Of Night, Sahara) und SEAN HOOD (Cube²: Hypercube, Halloween: Resurrection, Masters Of Horror: Sick Girl) den Zuschlag. Beim Regisseur gab es sehr lange nur heiße Gerüchte, bis man mit dem Deutschen MARCUS NISPEL glaubte den richtigen Mann gefunden zu haben, zeigte er in seinen vergangen Streifen Texas Chainsaw Massacre, Pathfinder und Freitag der 13. doch schon sein Können gewalttätigen Soff düster in Szene zu setzen. Am schwierigsten war vermutlich jedoch wie schon in Conan der Barbar die Besetzung der Hauptrolle, wo am Ende der Hawaiianer JASON MOMOA (Game Of Thrones, Stargate: Atlantis) als neuer Barbar feststand und damit schon die ersten hitzigen Diskussionen auslöste. Die weiteren Hauptrollen wurden dagegen weitgehend positiv aufgenommen. So konnten STEPHEN LANG (Avatar, Public Enemies, Gettysburg, Auf die harte Tour) sowie ROSE McGOWAN (Phantoms, Planet Terror, Black Dahlia) auf der bösen Seite engagiert werden und auf Conans Seite RACHEL NICHOLS (Amityville Remake, P2 – Schreie im Parkhaus, Star Trek) und Kultmime RON PERLMAN (Hellboy, Bunraku, Der letzte Tempelritter, Outlander, Alien Resurrection). Seit dem 7. September 2011 ist Conan in den deutschen Kinos. Der große Kanon der Kritiken fiel bislang jedoch vernichtend aus und das bisherige Einspielergebnis zeugt von einem riesien Flop.

Conan 2011 - 06Vor Urzeiten, als Atlantis im Meer versank, entstanden neue Königreiche in der bekannten Welt, von denen sich Acheron anschickte die Anderen mit Grausamkeit und Brutalität zu unterjochen. Das Geheimnis ihrer Stärke, Grausamkeit und Macht lag in einer magischen Maske, die jedem Träger göttliche Macht verlieh. Fast ganz Hyborien fiel so unter die Kontrolle Acherons, doch die barbarischen Stämme im Norden leisteten bis zuletzt regen Widerstand, bis es ihnen tatsächlich gelang die Maske zu zerschlagen und die acheronischen Truppen zu besiegen. Acheron zerfiel genauso wie die Maske, Hyborien konnte erblühen und die barbarischen Stämme sollten dafür sorgen, dass es auch so blieb. Sie nahmen die Bruchstücke der teuflischen Maske und versteckten sie in der gesamten Welt, auf dass sie nie wieder zusammengesetzt werden sollten. Bis aus den tiefen Wäldern Ophirs Khalar Zym empor stieg, der hofft mit der Maske die Herrschaft über ganz Hyborien zu erlangen und seine ermordete Frau aus den Tiefen der Unterwelt wieder zurückzuholen. Durch ganz Hyborien hat er sich schon geschlachtet und gemetzelt und nun fehlt ihm nur noch ein Stück. Geleitet von seiner Tochter Marique, einer bösen und mächtigen Hexe, führt ihn sein Weg geradewegs zu dem cimmerischen Schmied Corin und seinem Dorf, was Khalar Zym auch umgehend dem Erdboden gleichmacht. Dabei macht er blutige Bekanntschaft mit Conan, Corins Sohn, der seine Leibgarde gehörig aufmischt. Der Mut des Knaben beeindruckt ihn und er lässt ihn am Leben. Corin jedoch stirbt einen überaus brutalen Tod. Verbittert schwört der junge Conan Rache an Khalar Zym und er zieht aus in Hyborien nach ihm zu suchen. Doch erst Jahre später als Pirat kann er dessen Fährte wieder aufnehmen, als Khalar Zym die letzte reinblütige Nachfahrin der acheroninschen Priester mit dem Namen Tamara ausfindig macht. Conan wittert seine Chance und setzt Alles daran blutige Rache zu nehmen.
Conan 2011 - BannerWer nun aufmerksam gelesen hat und die Werke von ROBERT E. HOWARD kennt, dem werden sicherlich gleich einige Namen wohl bekannt vorkommen. Aber das ist leider auch das Einzige, was man diesem von Grund auf verhunzten Machwerk halbwegs positiv anrechnen kann.
Conan 2011 - 10Denn bis auf die Welt, in der sich Conan bewegt, ist quasi gar nichts mehr von dem Geist in HOWARDs Meisterwerk zu spüren, wobei man sogar bei den Namen circa 80% unter den Tisch fallen lässt. Der Zuschauer weiß lediglich, dass es irgendwann einmal ein Königreich Acheron gab und man sich jetzt irgendwo in Hyborien befindet, wo Conan einige Städte besucht – nur halt eben kaum eine, die in den Büchern auftaucht. Tatsächlich ist Messantia die einzige Stadt aus dem literarischen Hyborea, was es in den Film geschafft hat. Auch Conans Dorf in Cimmerien wird erwähnt sowie das Land Ophir. Sehr wichtige Namen wie Nemedien oder Aquilonien, über das Conan einst herrschen wird, fehlen dagegen vollständig. Shem, Stygien oder Zingara fallen vollkommen unter den Tisch. Crom und Mithra, zwei sehr wichtige Götter, werden sage und schreibe jeweils ein einziges Mal beim Namen genannt, interessieren ansonsten nicht die Bohne. Was sich leider in erschreckender Weise auf die Figuren des Films ausweitet, da auch die typischen Figuren der Vorlage vollends fehlen, so dass wirklich nur Conan als Charakter übernommen wurde. Zwar ist dieser Conan auch ein rauer, kampfeslustiger und temperamentvoller Zeitgenosse und spricht schon wesentlich mehr als in der Version mit ARNOLD SCHWARZENEGGER, nur leider redet er auch sehr viel dummes Zeug daher und benimmt sich noch viel dümmer als es die Polizei erlaubt. Dabei ist HOWARDs Conan verschlagen, gerissen, gewitzt und intelligent, was 1982 sogar noch deutlich spürbar war. 2011 ist er ein Rüpel, der einfach stupide die Vordertür einrennt und solange drauf schlägt, bis halt Nix mehr zuckt. Da will er zum Beispiel Sklaven befreien, was man auch dem echten Conan zugetraut hätte, aber lässt dabei jegliche Raffinesse vermissen und gefährdet auf plumpeste Weise die Leben, die er eigentlich retten möchte. Dabei ist das nur ein Moment von sehr vielen Augenblicken, wo Conan dermaßen doof über die Strenge schlägt, dass sich der Autor im Grab umdreht. Die Dialoge sind sowas von grottig geschrieben, dass man sogar noch in den zusammenhangslosen Beleidigungen einer RTL II Daily Soap mehr Rationalität findet. Der Conan, wie ihn einst HOWARD ersonnen hat, ist noch am ehesten zu spüren, wenn die Männer besoffen in der Kneipe sitzen und dabei Conans Abenteuer in kurzen Sätzen am Rand erwähnen. Wir erinnern uns: angefangen im Jahr 2006 bis in die Nachproduktion hinein wurde betont, Conan solle sich mehr an die Schriften HOWARDs halten. Angesichts des Resultats muss man allerdings von knallhartem Betrug am Zuschauer sprechen!
Conan 2011 - 18Was bleibt ist ein saumäßig dummes Gemetzel gemischt mit ein Bisschen Action und ein paar Titten, bei dem die geistlosen Drehbuchautoren Alles daran setzen, dass sich Conan wie Conan anfühlt, ohne auch nur einen Hauch auf HOWARD zuzugehen. DONELLY, HOOD und OPPENHEIMER weigern sich das echte Hyborea zu betreten und versuchen viel eher das hyborische Zeitalter auf unglaublich primitive Weise zu imitieren. Und zwar durch barbarische Stämme, leicht bekleidete Frauen, archaische Kulturen, so ein oder zwei Kerker und Verliese, ein böses Monster und ein wenig Hexerei, die ausdrücklich nicht vom Autor stammen - obwohl sie vorhanden wären (!!!) - und immer wieder viel viel Gewalt dazwischen. Leider auch nicht sonderlich gut konstruiert, sondern frei nach der Anleitung Slaugter For Dummies. Klar, auch in der Vorlage ging es nicht gerade zimperlich zu, aber hier wird es dem Zuschauer einfach lustlos hingeschmissen, mit dem Ergebnis, dass sehr viele Action- und Gewaltszenen entweder vollkommen deplatziert und/oder unnötig sind oder sowas wie eine Story kaum noch zulassen. Conan schaut kurz auf den Strand, schon wird gemetzelt. Khalar Zym spricht mit seiner Tocher, schon wird gemetzelt. Conan schläft auf dem Schiff, plötzlich tauchen Bösewichte auf, woher weiß Niemand, und es darf gemetzelt werden. Tamara zofft sich mit Conan, damit am Ende wieder gemetzelt werden kann. Zwischendrin ein wenig flirten, eine Sekunde später schon wieder auf dem Pferd und Köpfe einschlagen. Das Blut spritzt reichlich und selbstverständlich fliegen dabei auch ein paar Gliedmaßen, was zumindest mit einem Mindestmaß an handwerklicher Qualität inszeniert worden ist. Ebenso wie auch die Actionszenen bestehend aus rasanten Schwertkämpfen und wildem Kampfgetümmel, wobei die Schlacht am Anfang – übrigens die Einzige im Film – noch den besten Eindruck hinterlässt. Die Kampfszenen sind zwar echt fetzig, aber manchen Stellen derart holprig inszeniert, als ob NISPEL gerade eben seinen ersten Amateurfilm vorgelegt hätte. Die Härte orientiert sich dabei am typischen R-Ratingstandard, weswegen die FSK 18 trotz vereinzelter Ekeleffekte kaum eine Hürde war. Für die große Abwechslung sorgt eine harmlose Sexszene von vielleicht einer Minute, wo kaum 30 Sekunden später schon wieder gemetzelt wird.
 
Conan 2011 - 08Dementsprechend einseitig, ausgelutscht und saftlos ist leider auch die Handlung, bei der natürlich ebenso kaum Irgendwas HOWARD zuzuschreiben ist. Aber schauen wir doch nochmal nach, was hier übereinstimmt: Conan wird in einer Schlacht geboren . . . ja, ich glaube das war's. Traurig, oder? Ja, und ein paar Zitate sind da noch irgendwo. Abgehandelt in zwei Minütchen und wie schon in der Atmosphäre lustlos und lieblos heruntergenudelt. Angesichts so viel Bullshit muss man sich schon allgemein fragen, warum man sich denn nicht einfach wie angekündigt die Geschichten herausgepickt hat, in denen der junge Conan seine Abenteuer erlebt oder zu seiner Zeit als Pirat, so wie er es auch im Film ist. Wie etwa Ymirs Tochter, Der Turm des Elefanten, Der Teich der Riesen oder Die Königin der schwarzen Küste. Nur das Material der Jugendjahre hätte locker ausgereicht um drei abendfüllende Spielfilme zu produzieren, aber keine Einzige dieser Geschichten wurde in diesem Conan verarbeitet. Dabei legt der Film sogar noch den ironischen Irrwitz drauf, dass man auch aus dem vorliegen Skript so viel mehr hätte machen können. Da haben wir einen bösen Kriegsherrn und seine böse und sadistisch angehauchte Hexentochter auf der Suche nach der ultimativen Waffe und Macht, aber nur um seine geliebte Frau zu retten. Auch die Beziehung zwischen Khalar Zym und seiner Tochter Marique wäre ein interessanter Ansatzpunkt gewesen. Corin wird einfach mal so schnell weggekillt, wo sein perfider Tod so viele Möglichkeiten bot. Bei solch einer Anzahl von versauten Chancen und Möglichkeiten mehr Komplexität und Spannung reinzubringen kann man als geneigter Filmfan schon leicht grimmig werden.
Conan 2011 - 09Für den tosenden Wuttornado sorgt allerdings das heftigste, brachialste und blödeste What-The-Fuck-Filmfehlergewitter seit Die Legende von Aang! Es können nicht einmal ein oder zwei Minuten vergehen, ohne dass man sogar als Trashfan verärgert den Kopf schütteln muss vor lauter kleinerer und gigantischer Logiklöcher in vierstelliger Summe. „Kleines" Beispiel gefällig? Khalar Zym wird als der fetteste und mächtigste Warlord in Hyborien beschrieben, der sich ja auch schließlich handfest mit einer ganzen Armee quer durch den Kontinent metzelt und angeblich überall gefürchtet ist. Ach ja; warum er dabei immer ein voll seetaugliches Schiff dabei hat, weiß eh kein Schwein. Als sich Conan dann aber auf dem Weg macht, findet er trotzdem über Jahrzehnte hinweg keine einzige Spur des Kriegsherrn. Weder von ihm noch von seiner Armee, obwohl dieser fleißig die Reinblütige sucht. Bis Conan halt zufällig in einer Kneipe einen der Haupthandlanger von damals trifft. Und als ob man sich nicht hier schon drei Mal den Facepalm verpasst hätte, schieben die Filmemacher noch einen Vierten hinterher, als Conans Begleiter Artus (!!!) sofort aufschreit, als Conan ihm gegenüber Khalar Zym erwähnt, und sofort einige Gruselgeschichten parat hat, als ob er den Namen noch nie gehört hätte. Da fahren also Artus und Conan über 10 Jahre Seite an Seite, gehen durch dick und dünn, teilen sich sogar Met und die Weiber, und Artus hat tatsächlich keine Ahnung, hinter wem Conan her ist????? Das sind solche dappigen und vor allem besonders dämliche Hämmer, die dermaßen tief in der Story verankert sind, dass man sie nicht ohne Weiteres mit einer längeren Videofassung ausbügeln kann. Wie für die heutige Zeit allerdings üblich, wird es jedoch höchstwahrscheinlich eben eine längere Videofassung von Conan geben. Hinweise darauf finden sich bereits, wenn man einen kurzen Blick in den Trailer wirft. Dort finden sich einige Gewaltszenen, die nicht in der Kinofassung zu sehen sind, was sehr deutlich auf eine sogenannte Unrated-Version verweist. JASON MOMOA hat ja bereits verkündet schon das Skript für eine Fortsetzung von Conan geschrieben zu haben, für die ich mich ausnahmsweise erwärmen könnte. Denn dämlicher und beschissener als das Drehbuch von OPPENHEIMER, DONELLY und HOOD kann es definitiv nicht mehr werden!

Conan 2011 - 19Und da man sich als Conan-Fan in bisher jeder Hinsicht über den Tisch gezogen betrachten kann, gilt dies natürlich auch für die Inszenierung des Films. Für diese hatte man natürlich gemäß dem aktuellen Trend angekündigt, den Film in 3D zu drehen, was sich nun hinterher als eiskalte und Kommerz-geile Lüge entlarvt hat. De Facto wurde Conan 3D in stinknormalem 2D gedreht und hinterher konvertiert bzw. nur einige vereinzelte Szenen wurden in echtem 3D halt nochmal nachgedreht, wobei man zusammengerechnet vermutlich nicht mal auf zwei Minuten von fast zwei Stunden kommt. Das Ergebnis ist womöglich die bisher schlechteste Konvertierung überhaupt - falls sie überhaupt jemals vorgenommen wurde - die sowas von dermaßen mies ist, dass man sich den Rest problemlos ohne 3D-Brille ansehen kann! Oder anders ausgedrückt: die Zuschauer werden ganz direkt finanziell betrogen, weil dem 3D-Aufpreis einfach jegliche Grundlage fehlt! Besser sieht es immerhin mit den Drehorten aus, die man ganz bequem alle in Bulgarien fand, was eine ähnlich praktikable Geographie wie 1982 Spanien für Conan der Barbar aufweisen konnte. Weil immerhin die Requisiteure sehr ordentliche Arbeit abgeliefert haben, ist die Ausstattung von den Requisiten bis zu den Kulissen eindeutig dem hyborischen Zeitalter von ROBERT E. HOWARD zuzuordnen. Der Cutter allerdings ist schon wieder so eine Sache, wo man sich  fragen muss, wie viel Alkohol am Arbeitsplatz da vermutlich im Spiel war, wenn Verfolger plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen oder mitten in der Bewegung einfach mal ein Schnitt gezogen wird. Tricktechnik kommt in Conan besonders in den ewig vielen Metzelszenen zum Einsatz, wo jederzeit Unmengen von Pixelblut verspritzt werden, was auch relativ gut aussieht. Aber bei einer 90-Millionen-Dollar Produktion hätte man jedoch zumindest ordentliche Handarbeit erwarten können. Der Soundtrack des SCHWARZENEGGER-Films von BASIL POLEDOURIS wird ja 30 Jahre nach Premiere des Films als zeitloses Meisterwerk an für sich gefeiert. TYLER BATES (Watchmen, The Devil's Rejects, 300, Doomsday) beschränkt sich mit einer jederzeit vollkommen belanglosen Score hinter dem Pixelblut zu verschwinden. Nur die basslastige Soundkulisse mit dunklem Grollen, für die NISPEL bekannt ist, hinterlässt im Klangbild einen professionelleren Eindruck.

Conan 2011 - 05Nachdem wir nun schon beinahe in jedem Punkt gelitten haben, geben sich wenigsten JASON MOMOA, STEPHEN LANG und ROSE McGOWAN noch Mühe so ein Bisschen zu schauspielern. Betonung liegt auf der Bemühtheit. JASON MOMOA hat sich für seine Rolle ordentlich Muckies antrainieren müssen und dennoch reicht es kaum eine Präsenz zu bilden, mit der der Zuschauer was anfangen kann. Meist schwingt er nur das Schwert, brummelt böses Zeug und guckt finster in die Kamera. STEPHEN LANG gehört eigentlich mehr auf die Theaterbühne und hat sich dort so einige Reputationen erspielt. Eigentlich ein guter, verlässlicher und zuverlässiger Darsteller, der an seinen bescheuerten Dialogen fast Schiffbruch erleidet. Also tut er das, was sonst immer zieht. Er spricht mit rauer Stimme, legt eine eiserne Miene an den Tag und blickt dermaßen eiskalt drein, dass er damit schon Einiges wieder wett machen kann. Nur so ganz reicht es trotzdem noch nicht. ROSE McGOWAN ergeht es ganz ähnlich, wenn sie versucht das miese Drehbuch mit einer Portion sadomasochistischer Erotik zu überspielen und dabei gänzlich böse sein will. In manchen Einstellungen sieht man sie dennoch einfach nur planlos in der Gegend herumstehen. RON PERLMAN soll ja nun der große Barbarenführer sein, wirkt aber in den wenigen Minuten bis zu seinem Tod weit mehr wie der nette Onkel von Nebenan. Ergo passt das einfach nicht zusammen und kann deswegen auch Niemanden vom Hocker reißen. RACHEL NICHOLS sieht den ganzen Film über eigentlich nur hübsch aus ohne sonderlich viel zu leisten. Und erwartet jetzt ja nicht, dass sie in Conan versucht ernsthaft zu schauspielern.

Fazit: Es ist eine Schande, dass diesem Werk der Stempel von ROBERT E. HOWARD aufgedrückt wird, da dieses stumpfsinnige und extrem blöde Metzelkino überhaupt Nichts mehr mit dem genialen Autor zu tun hat. Durch offenen Zuschauerbetrug, eine kaum vorhandene Story, so gottverdammt viel und auch noch so großen Logiklöchern und einer viel mehr schlechten als halbwegs rechten Inszenierung ist Conan 2011 Heldenmord auf jeder künstlerischen Ebene, der durch die Mühen von LANG und MOMOA und der Ausstattung vielleicht gerade noch 2 von 10 Punkten wert ist.