Transformers 3


Transformers III - Poster 01Regie: MICHAEL BAY
Drehbuch: EHREN KRUGER
Medium: Kino
Spielzeit: 153 Minuten
FSK: Ab 12 Jahren
Start: 29.06.2011

„Auf Cybertron waren wir Helden, wir waren Götter! Hier nennt man uns nur Maschinen und sind Sklaven der Menschen.“


Die Transformers-Reihe war von Anfang als Trilogie geplant und nachdem die ersten beiden Filme an den Kinokassen einschlugen wie die Bomben auf Cybertron, waren die Erwartungen an den finalen Teil der Trilogie natürlich richtig hoch. Doch so einfach, wie die sich die ersten Filme produzieren ließen, so wurde Transformers 3 von einigen unschönen Problemen und Unfällen überschatttet.


SPOILER:

Transformers III - 25Nachdem Transformers und Transformers – Die Rache verhältnismäßig rasch produziert worden sind, brauchte Regisseur MICHAEL BAY (Pearl Harbor, Die Insel, Armageddon) laut eigener Aussage erst einmal eine Pause. Er hatte vorläufig genug vom Bombast-Kino und wollte sich zunächst eigenen und auch kleineren Projekten widmen. Darum aber unbeeindruckt kündigte Paramount schon Mitte 2009 den Start des geplanten Transformers 3 an, der für den 1. Juli 2011 geplant war. MICHAEL BAY fühlte sich dadurch erst einmal überfahren und traute seinen Augen und Ohren kaum, denn bei den Vertragsverhandlungen kam es zu dem Missverständnis, dass Paramount ihren Rhythmus von zwei Jahren beibehalten wollte, während BAY selbst von einem Kinostart im Juli 2012 ausging. Weil der Deal allerdings vertraglich feststand, hatte der Blockbuster-Regisseur keine Wahl als nun umgehend den dritten Teil der Sci-Fi-Actionreihe in Angriff zu nehmen. Die Vorproduktion von Transformers 3 lief darum wie ursprünglich geplant schon im Oktober 2009 an, wobei sich dank der vorrauschschauenden Planung abermals das gleiche Team der beiden Vorgänger zusammenfinden konnte.

Transformers III - 22Produziert wurde Transformers 3 von Kultregisseur STEVEN SPIELBERG (Lincoln, A.I. - Künstliche Intelligenz, München, Der Soldat James Ryan) an der Spitze. Im Personal gab es dieses Mal jedoch weit mehr Bewegung als noch bei Transformers – Die Rache. Konnten die Drehbuchautoren ALEX KURTZMAN und ROBERT ORCI (Star Trek Into Darkness, Mission Impossible III, Die Insel) erst nach zähen Verhandlungen für den zweiten Teil gewonnen werden, so hatten sie dieses Mal wirklich keine Lust mehr. Aus diesem Grund durfte EHREN KRUGER (Arlington Road, SCRE4M, Brothers Grimm) nun alleinig das Skript verfassen. Auch bei den Schauspielern gab es einige Wechsel. Hauptdarsteller SHIA LaBEOUF (Nymphomaniac, Lawless, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels) hatte ja bereits Ende 2007 für den dritten Teil unterschrieben und war von Anfang an wieder mit dabei. Ebenso wie JOHN TORTURRO (Das geheime Fenster, Miller`s Crossing, Der gute Hirte) in seiner Nebenrolle als Simmons, oder auch TYRESE GIBSON (Vier Brüder, Death Race) und JOSH DUHAMEL (Turistas, Scenic Route). MEGAN FOX (Jennifer`s Body, Jonah Hex) sollte ebenfalls im dritten Teil wieder mit von der Partie sein, obwohl sie schon vor, während und nach den Dreharbeiten der beiden Vorgänger sich mehr als unprofessionell verhielt. Vor allem MICHAEL BAY musste viele derbe Kommentare über sich ergehen lassen. Als FOX den Regisseur aber dann auch noch mit Adolf Hitler verglich, war für SPIELBERG das Maß voll und er feuerte die Mimin augenblicklich. Als obligatorischer Faktor Sexappeal wurde das 24-jährige Victoria`s Secret Model ROSIE HUNTINGTON-WHITELEY verpflichtet, die damit auch ihr Filmdebüt gibt. Zum Cast hinzu gesellen sich außerdem Oscar-Preisträgerin FRANCES McDORMAND (Fargo, Darkman, Mississippi Burning, Zwielicht), der hoch geschätzte JOHN MALKOVICH (Crossbones, Con Air, The Killing Fields, Gefährliche Liebschaften) und der eher für Komödien bekannte ALAN TUDYK (Tucker & Dale Vs. Evil, Ritter aus Leidenschaft, 3:10 To Yuma) sowie der bekannte Seriendarsteller PATRICK DEMPSEY (Grey`s Anatomy).

 

Im Gegensatz zum internationalen Wettbewerb, wo der Film als Transformers: Dark Of The Moon in den Kinos laufen wird, wurde für den deutschen Markt der Arbeitstitel Transformers 3 beibehalten. Ab dem 29. Juli läuft der dritte Teil der erfolgreichen Franchise weltweit in den Kinos an; selbstverständlich auch in den deutschen Lichtspielhäusern.


Seitdem das Zeitalter der modernen Raumfahrt begonnen hat, solange schon suchen die Menschen nach einem Zeichen außerirdischen Lebens. 1963 war es soweit, als amerikanische Satellitenanlagen das Signal eines cybertronischen Raumschiffes auffingen, das auf dem Mond eine Bruchlandung hinlegte. Die Mondlandung 1969 diente in Wirklichkeit nur dem Zweck, das Wrack zu untersuchen und Informationen darüber zu sammeln.

Transformers III - 13Über vier Jahrzehnte später kämpfen die Autobots und die Menschen weiterhin tapfer gegen die Decepticons, die sich immer noch auf der Erde versteckt halten. Da kommt eine dringende Nachricht aus Russland: in den Ruinen von Tschernobyl wurden Aktivitäten der Decepticons registriert. Als Optimus, die Autobots und Captain Lennox die Sache untersuchen treffen sie auf den Decepticon Shockwave und sein Haustier Driller, der jahrelang unter dem Reaktor eingesperrt wurde und nach Rache sehnt. Dabei macht Optimus allerdings eine sehr unbequeme Entdeckung. Er findet den Energiekern des cybertronischen Raumschiffes. Ihm wird klar, dass die Menschen den Fund verschwiegen haben und reagiert dementsprechend wütend. Der CIA-Chefin Mearing gelingt es jedoch ihn zu beruhigen und sagt ihm weiterhin Unterstützung zu. Die Autobots fliegen daraufhin zum Mond und bergen aus dem Wrack den lange verschollenen Sentinel Prime; den ehemaligen Anführer der Autobots und Mentor von Optimus Prime. Er hatte einst eine Waffe konstruiert, mit dem er den Krieg hätte beenden können. Optimus erweckt Sentinel wieder zum Leben und hofft damit endlich Cybertron helfen zu können. Sam indessen hat das College nun erfolgreich hinter sich gebracht und sucht nun verzweifelt einen Job. Mikaela hat ihn inzwischen verlassen und nun ist er mit der blonden Carly zusammen, die ungleich erfolgreicher für den Motormogul Dylan Gould arbeitet. Dieser bietet auch Sam großspurig einen Job an, den Sam allerdings in seiner Eifersucht ablehnt. Stattdessen kommt er in der Firma des extravertierten Bruce unter. Aber nicht mal da ist er von den Decepticons sicher. Als gar ein Kollege stirbt, wendet er sich wutentbrannt wieder an Bumblebee und Optimus Prime. Ohne allerdings zu ahnen, dass Megatron nur darauf gewartet hat.

Transformers III - Banner 02Natürlich bietet auch Transformers 3 wieder bombastische Action und ein wenig Humor. Jedoch, wenn man sich die Entstehung des Films ansieht, von der vorschnellen Produktion über die Erlebnisse mit MEGAN FOX bis hin zu zwei sehr schweren Unfällen bei den Dreharbeiten, dann bekommt man einfach den Eindruck nicht los, als ob von Anfang an ein böser Stern über dem Projekt schwebte. Und leider hat man dieses Gefühl auch, wenn man sich diesen Film ansieht.

Transformers III - 01Und wie es die Pflicht einer Fortsetzung und dem Finale einer Franchise erfordert, so muss es in Transformers 3 actionmäßig ja auch am heftigsten scheppern. Was hier an bombastischer Action dargeboten wird, übertrifft tatsächlich auch die beiden Vorgänger; wenn auch ein klein wenig mehr als bei Transformers – Die Rache. Die Zweikämpfe sind zwar nun wieder weniger choreographiert, aber dadurch auch brachialer und brutaler. Die Feuersbrünste sind riesig, ganze Häuserblocks werden wie Nichts zerfetzt und Splitter, Dreck, Staub, Gestein, Metall und Brocken jedwelcher Art werden wild durch die Luft geschleudert. Allerdings orientiert sich Transformers 3 wieder mehr am ersten Teil, wenn er sich in seinen Actionszenen immer mehr und mehr steigert. Dass heißt, anfangs sind die Actionszenen nicht gar so ausladend und brachial, werden aber härter und härter; länger und länger. Die Verfolgungsjagd in der Mitte des Films ist grandios in Szene gesetzt, wenn die Decepticons die Autobots mit Wagen aus dem Gegenverkehr bewerfen und trotzdem Blech auf Blech kracht. Das Finale in den völlig verwüsteten Straßenschluchten Chicagos dauert sage und schreibe endlose 45 Minuten und bietet durchgehend brutales Maschinengeprügel und Bombast satt! Der Gewaltgrad wurde deshalb auch nochmal um ein gutes Stückchen angezogen. Das Motoröl der riesigen Roboter ist nun wirklich verdächtig rot und spritzt reichlich, metallene Gliedmaßen werden drastisch ausgerissen und eiskalte Hinrichtungen der Gegner gezeigt. Das betrifft sowohl Roboter als auch Menschen! Auch humane Figuren werden in Transformers 3 erbarmungslos hingerichtet, zerquetscht, erschlagen, erschossen und regelrecht pulverisiert, während die Kamera voll drauf hält. Die FSK 12 kann man jedoch aufgrund des phantastischen Kontextes ohne Kritik so stehen lassen. Dennoch ist Transformers 3 bislang der wohl actionreichste und härteste Teil der Reihe.

 

Transformers III - 03Wer jetzt aber erwartete, die Franchise würde mit einem fabelhaft düsteren Film enden, der wird leider enttäuscht. Aber das muss zumindest in der ersten Hälfte des Films nicht unbedingt schlecht sein. Denn Transformers 3 greift zunächst die Atmosphäre der ersten beiden Teile auf und setzt neben der Action verstärkt auf Humor, von dem man zum ersten Mal das Gefühl hat, als ob er endlich perfekt passen würde. Die Witze sind um Lichtjahre nicht mehr so flach wie in Transformers und längst nicht mehr so versaut wie in Transformers – Die Rache, sondern aus dem Leben gegriffen und nicht mehr ohne Hintergedanken, wenn Sam sich verzweifelt um einen Job bemüht, er sich mit seiner Schrottkarre (also ein echtes Auto) herumschlagen und gegen seine Eifersucht kämpfen muss, die von dem schmierigen und stinkreichen Chef seiner Freundin ausgelöst wird. Witzige Anspielungen gibt es auch dieses Mal reichlich, so werden unter anderem auch wieder Terminator 2 und sogar Reservoir Dogs gekonnt veralbert. Das ist nun wirklich, witzig, amüsant und unterhaltsam. Auch die Rassenklischees wurden wieder in diesem Sinne zurückgeschraubt, als dass man sie wieder als Verarsche erkennen kann und nicht mehr selbstzweckhaft breit getreten werden. In der ersten Stunde unterhält diesen Mischung ganz hervorragend und auch wirklich besser als in den beiden Vorgängern - aber dann wird es ungemütlich, unrund und Transformers 3 verirrt sich heillos in einem atmosphärischen Mischmasch, wobei die inhaltliche Qualität mit jeder Minute bis zum Ende kontinuierlich abnimmt.

 

Transformers III - 12Denn ab der Hälfte versucht man nun auf wesentlich mehr Science Fiction und Fantasy zu setzen, wobei man betont düster und apokalyptisch rüberkommen möchte, wenn die Decepticons ihre Invasion in Chicago beginnen. Der Gewaltgrad wird angezogen, die Verwüstungen überall drücken auf das Gemüt, Hilflosigkeit macht sich breit und der leichte Hauch Endzeitstimmung würde dem Film in den ersten Minuten wirklich gut stehen. Nur leider funktioniert das überhaupt nicht, da man sich ständig fragen muss, warum man denn nun überhaupt die Stadt verwüsten muss. Generell kommt der atmosphärische Wechsel sehr abrupt und lässt zahllose Fragen offen, beantwortet aber nur Einige auf ziemlich dämliche Art. Und genau dann kommt es um lächerlicher rüber, wenn man versucht den Humor krampfhaft beizubehalten. Denn jetzt – genau an diesem Punkt (!) – hätte man der Franchise ein echt brilliantes Finale spendieren können, wenn man den Bruch zur Finsternis vollends durchgezogen und gänzlich nur düstere Stimmung vor apokalyptischen Hintergrund geboten hätte. So wie beispielsweise Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith. Aber stattdessen versucht man krampfhaft Apokalypse und Witz in einen Topf zu schmeißen, was aber partout nicht zusammenpassen will. Der zuvor erstmals richtig gut gelungene Humor wird nun hauptsächlich von dämlicher und völlig unpassender Slapstick dominiert, was einfach nur scheitern kann. Sogar wenn die Situation ausweglos und/oder depressiv ist, bleibt immer Zeit für ein überflüssiges, dummes Witzchen. Dabei wäre es so einfach gewesen, hätte man nur auf den Humor in der zweiten Filmhäfte verzichtet. Das drückt schon sichtlich auf den Sehgenuß, den dieser ganze Bombast drum herum nur halbherzig kaschieren kann.

 

Transformers III - 21Dass man den Film dann ab der zweiten Hälfte endgültig in den Wind schießen kann, dafür sorgt abermals dieser gottverdammte und verschissene Hurra-Patriotismus und die unglaublich ekelerregende Militärpropaganda. Das war ja schon in Transformers schwer verdaubar und nach Transformers – Die Rache hätte man zumindest meinen können, dass Transformers 3 ebenso ein wenigstes erträgliches Maß enthält. War Transformers allerdings in seinem Militarismus einfach nur schlimm, schlecht und plakativ; so ist Transformers 3 nun leider wirklich jenseits von Gut und Böse und damit unerträglich. Tatsächlich kommt Propaganda oder dergleichen in der ersten Filmhälfte überhaupt nicht zum Tragen, schlägt aber hinterher umso primitiver, offensichtlicher und noch dazu teilweise vollkommen irrational zu. Die Logiklöcher, die damit verbunden sind, grenzen schon fast an das Schwachmaten-Niveau mancher viertklassiger TV-Filme aus dem Sci-Fi-Channel, während diese verdammte Militärwerbung vor Nichts haltmacht; vor Niemandem und gar keiner Figur. Warum ist Sam so dermaßen angepisst, weil er „nur“ Botschafter und kein Soldat ist, wenn er doch lediglich ein normales Leben haben will? Warum muss Agent Simmons solche verblödeten Parolen wie „Ich war da und hab nur zugesehen.“ raushauen, mit denen er den US-And-A-Trotteln ja schon das Eintrittsformular in die Hand drückt. Der Preis allerdings für den ekelhaftesten und dümmsten Text in einem Film geht an . . . Tamm Tamm Tosch . . . Optimus Prime für seinen Massenvernichtungsaufruf und Kriegshetze „Im Namen der Freiheit werde ich den Kampf zu ihnen tragen!“ Dieser Satz ist auch im Kontext des Films und der Situation dermaßen dämlich, dass es der Sau graust. Dabei ist er nur einer von sehr vielen Momenten, wo man sich auf US-And-A einen von der Palme wedelt.

Transformers III - Banner 01Transformers III - 04 Und leider überträgt sich dieser äußerst negative Mix in der Atmosphäre auch auf die Handlung des Films, was im Klartext bedeutet, dass man sich die erste Hälfte über noch sehr gut unterhalten und in der Zweiten gelangweilt und verarscht fühlt. Zunächst mal folgt der Film positiv dem Vorbild der Vorgänger, indem er wieder zwei Handlungsstränge parallel laufen lässt. Auf der einen Seite Sam, der sich mit den ganz normalen Widrigkeiten des Lebens auseinandersetzen muss, und gegenüber die Autobots auf der Spur des cybertronischen Schiffes und Sentinel Prime. Jeder Zweig für sich ist unterhaltsam, spannend und sogar wendungsreich. In dieser Phase sitzen die Überraschungen, die Schlüsselmomente und auch die Actionszenen greifen hier bestens ineinander. Je mehr man allerdings auf die Invasion zusteuert, desto unrunder und unbalancierter wirkt Transformers 3. Bis halt dann mit einem Schlag plötzlich gar Nichts mehr passt. Bumm, jetzt sind die Aliens halt einfach da und machen Chicago platt. Warum? Wieso? Keine Ahnung; ist halt so. Tiefgehende Handlungen besaß ja die Franchise noch nie und benötigte auch keine, aber wie brutal und brachial so manche Ergebnisse, Schwenker und Augenblicke hier konstruiert werden, grenzt schon fast an eine Frechheit. Neu sind auch die immensen und wahrhaft gigantischen Logiklöcher. Natürlich, bei riesenhaften Robotern, die sich gegenseitig die Birne einschlagen, sollte man damit rechnen und es nicht allzu übel nehmen. Schließlich waren auch schon Transformers und Transformers – Die Rache nicht gerade fehlerfrei. Der ganz große Unterschied liegt aber daran, dass diese beiden Filme wenigstens in sich logisch waren; und was bei Transformers 3 leider überhaupt nicht mehr zutrifft! Manche Sache kommen sooooo blöde rüber. Beispielsweise wenn das US Militär nicht fähig ist eine Drone in das feindliche Gebiet zu schicken und dabei völlig die Stadtkameras vergisst, die trotz totaler Zerstörung munter weiter funktionieren. Solche Fehler gehören aber noch zu den harmlosesten Aufällen.

 

Transformers III - 19Shockwave, der ja als der oberste Bösewicht angekündigt wurde, kann man im Nachhinein als gezielte Fehlinformation werten, um dem Zuschauer doch noch zu überraschen, was auch relativ gut klappt. Ob das nun unbedingt nötig war, darüber kann man sich nun streiten, denn wie sie oft in diesem Film sind die Logiklöcher und Übertreibungen, die diese Geschichte begleiten, zu groß und zu zahlreich. Zu recht mies ist es jedoch, dass Shockwave hinter seinem Haustierchen Driller eine beinahe untergeordnete Rolle einnimmt und nur in sehr wenigen Minuten zu sehen ist. Währenddessen ist er einfach nur ein weiterer Decepticon, der im Gegensatz zu den anderen Fieslingen immerhin einen Namen hat. Das geht zwar auch wieder zu Gunsten von Megatron, der wenigstens seinem Status als Stammbösewicht gerechter werden kann als in den beiden Vorgängern, aber trotzdem bleibt sein Auftritt abermals flach und viel zu kurz, als dass man damit was anfangen könnte. Und natürlich verhält sich auch er irrational und dumm. Im Endeffekt wirklich schade. Denn hier gibt es nur einen Unhold, der eine gewisse Substanz hat und von dem allein kann der Zuschauer leider kaum satt werden. Dafür sorgt auch die gewaltige Überlänge von mindestens 20 Minuten, was besonders im Finale spürbar ist. Dort versucht man auf einen Schlag sämtliche Dummheiten auszubügeln, die man in der Stunde zuvor verbrochen hat.

Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass etliche Szenen herausgeschnitten werden mussten und später innerhalb einer längeren Videofassung veröffentlicht werden. Bisher ist jedoch nur die Kinofassung auf Blu Ray & DVD erschienen. Auch ob dies wirklich der letzte Transformers ist, musste kurz nach dem Erscheinen von Transformers 3 bezweifelt werden. Zwar gibt es im Film nur wenige Anspielungen, die direkt auf eine Fortsetzung verweisen, allerdings endet der Film wie so oft mit kryptischen Worten, die ein Sequel implizieren, was schließlich im Jahr 2012 offiziell bestätigt worden ist. Derzeit befindet sich ein unbetitelter vierter Kinofilm im Dreh, der die Franchise in eine neue Richtung lenken will. Allerdings wieder mit dem Trio SPIELBERG-BAY und KRUGER hinter der Kamera. Dieser neue Transformers IV soll auch gleich der Auftakt zu einer neuen Trilogie bilden.

 

Transformers III - 24Für Transformers 3 wurde das Budget allerdings nicht erweitert und bei circa 200 Millionen Dollar belassen, was in einem noch stärkeren Product Placement mündete. Selbstverständlich haben bei den Autos wieder Chevrolet den größten Teil des Kuchens abbekommen, aber auch dieses Mal ließ man auch Mercedes und Ferrari zu, was dann mehr auf den internationalen Markt schielt. Und immerhin ist einer der Protagonisten auch ausdrücklich Deutscher. Coca Cola und Burger King sind jedoch auch beim dritten Mal präsent dabei, ebenso wie Apple. Leider, sehr zum sichtbaren Ärger des Zuschauers, musste man dem Militär für ihre Mitarbeit wieder weit mehr Zugeständnisse einräumen. Die Militärmaschinerie darf hier nicht nur ein Schaulaufen zelebrieren, nein, jetzt haut man dem Zuschauer wieder brunzblöde Durchhalte-Parolen um die Ohren und fordert in jeder Faser auf sich für den Militärdienst zu melden, damit man im Irak den bösen Dschihadisten den Schädel wegpusten kann. Schrieb ich da gerade Dschihadisten? Nein, so war das natürlich nicht gemeint, denn in Transformers 3 heißen die bösen Araber natürlich Decepticons und sind außerirdische Roboter. Die Ähnlichkeiten sind jedoch nur allzu aufdringlich. Besonders, wenn Megatron in der Kapuze durch die Wüste spaziert.

Transformers III - 17Neu ist allerdings die 3D-Technologie von Industrial, Light & Magic, die die Transformers auch in der dritten Dimension einfach nur genial gut aussehen lässt. MICHAEL BAY zeigte sich vorher wenig angetan von der Idee, denn nach einem Testdreh mit einigen Szenen war er mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden und wollte darum abermals einen 2D-Film inszenieren. Das Studio schob seinen Bedenken jedoch einen strikten Riegel vor und befahl die Zusammenarbeit mit Industrial, Light & Magic. Die 3D-Technologie wurde deshalb auch weiterentwickelt und im Nachhinein kann man darum wirklich nicht meckern. Tatsächlich erweist sich Transformers 3 auf 3D reduziert als der momentan beste Film mit dieser Technologie! Das Bild hat weitgehend eine immense Tiefe und heraustretende Effekte gibt es en Masse. Das Bild hat deswegen auch eine grandios dreidimensionale Dynamik, weswegen der Aufpreis für 3D also durchaus gerechtfertigt ist. Fans von 3D werden mit diesem Film nicht enttäuscht, sondern mit einem hohen technischen Niveau belohnt. Dementsprechend sehen die Spezialeffekte dermaßen bombastisch und gigantisch aus, dass mehr Perfektion schlicht unmöglich scheint. Man sieht die Roboter da stehen, man sieht sogar den Krieg auf Cybertron, man sieht die Verwandlungen und trotzdem begreift und glaubt man Alles. Besonders in den Zeitlupen kommt man aus dem Staunen manchmal nicht mehr heraus. Da stört es umso mehr, dass der Film diese Qualität nicht auch inhaltlich bieten kann.

 

Transformers III - 20Über den Soundtrack von Transformers 3 ist ja schon im Vorfeld viel spekuliert und gemutmaßt worden, welche Band es dieses Mal auf die Tracklist schaffen würde. Doch sehr schnell nach Bekanntmachung machte sich Ernüchterung breit, da sich im Gegensatz zu den beiden Vorgängern nur aktuelle Songs und keine Klassiker mehr darauf befanden. Dies allein mag nun nicht unbedingt schlecht sein, denn mit STAIND, THEORY OF A DEADMAN und MASTODON hat man wieder fetten Rock- und Metalsound für zwischendurch garantiert, jedoch stießen solche Namen wie GOO GOO DOLLS und besonders PARAMORE den meisten Fans sauer auf. Was sollten den diese verkackten Twilight-Emos denn schon auf dem Soundtrack solch eines bombastischen Actionfilms zu suchen haben? Ehrlicherweise muss man aber zugeben, dass ihr Beitrag „Monster“ schon wesentlich besser passt als das allzu harmonische „The Only Hope For Me Is You“ von MY CHEMICAL ROMANCE. Hören tut man die Songs dieses Mal ohnehin nur selten heraus. Richtig mies wird es dafür ausgerechnet mit dem Beitrag von LINKIN PARK, die wie schon bei den ersten beiden Teilen den Titeltrack beisteuern durften. Nach dem grandiosen Titelsong „New Divide“ zu Transformers – Die Rache erwarteten die Fans wieder ebenso eine bombastische Hymne. Und schließlich wurde sogar auf einem YouTube-Video mit MIKE SHINODA und Filmkomponist STEVE JABLOSNKY ein neuer Song angekündigt, der das Titellied werden sollte. Aus irgendeinem Grund jedoch einigte man sich darauf, wieder schlicht einen Song von LINKIN PARKs aktuellem Album A Thousand Suns zu nehmen. Dumm nur, dass A Thousand Suns mit Lichtjahren Abstand als das schlechteste, langweiligste und lahmarschigste LP-Album gilt. Noch dümmer, dass man sich von dem ohnehin schon schlechten Longplayer ausgerechnet das oberschnulzige „Iridescent“ herausgepickt hat, was denkbar schlecht zu fetzigem Actionkino passt. Und noch schlimmer, da man den Song auch bei viele Gelegenheiten unnötig um die Ohren geschlagen bekommt; sogar in humorvollen Momenten, was dann wiederum dem Witz entgegensteuert. Und Das, obwohl zuerst ein neuer Song angekündigt wurde. Oder anders ausgedrückt: voll verarscht!!!

 

Transformers III - 11Dass Transformers 3 schauspielerisch ein wenig über dem Durchschnitt liegt hat er vor allem seinen Nebendarstellern zu verdanken. Besonders dem Trio JOHN MALKOVICH, FRANCES McDORMAND und JOHN TORTURRO, die jeweils mit irrem Overacting sämtliche jüngeren Akteure in ihrer Schranken weisen. Egal ob nun TORTURRO mit seinem völlig überdrehten und pseudo-wichtigem Ex-Agent Simmons, JOHN MALKOVICH als animalisch-energischer Firmenchef Bruce oder FRANCES McDORMAND als knallharte CIA-Chefin – man hat immer Spaß an ihrem Spiel und teilweise merkt man ihnen auch einen gewissen Spaß an. SHIA LaBEOUF spielt die Hauptrolle zwar wie immer souverän, aber jedoch auch ohne groß herauszustechen. Was aber, wenn man ehrlich ist, auch an dem Drehbuch liegt, welches ihm keine charakterliche Weiterentwicklung einräumt. ROSIE HUNTINGTON-WHITELEY hat ja nun den Part übernommen, den männlichen und lesbischen Zuschauern was für das Auge zu bieten, was ihr mit dem dicken Schmollmund, heißem Fahrgestellt und akzeptabler BH-Größe auch sehr gut gelingt. Über ihr Schauspiel kann man da schon mal großzügiger hinwegsehen. Zumindest hat man daran auch mehr Spaß als bei TYRESE GIBSON und JOSH DUHAMEL, die mal wieder in alte Muster verfallen und alleine schon vom Drehbuch aus zu stupiden Befehlseseln degradiert werden. Ihr Spiel ist darüber hinaus ausgerechnet im dritten Teil unnötig steif und belanglos. ALAN TUDYK, der ja eben mehr für Komödien bekannt ist, hat glücklicherweise auch hier eine eher witzige Rolle bekommen. Nämlich die des deutschen Bodyguards Dutch (übrigens ein wirklich seeeehr deutscher Name), was ihm nur zu Gute kommt. Witzig und überraschend sind übrigens auch die Gastauftritte der Astronauten NEIL ARMSTRONG und BUZZ ALDRIN, die sich selber spielen dürfen. PATRICK DEMPSEY als Motormogul Dylan hingegen bleibt eher flach, was aber weniger an seiner Performance liegt als an extrem zu kurz gekommener Screentime. Aus seiner Figur hätte man nämlich sehr vieles mehr herausholen können. So aber bleibt nur der Rumpf eines interessanten Charakters übrig.

 

Fazit: Wirklich; Transformers 3 hatte das volle Potential gehabt der glorreiche Abschluss der Trilogie zu werden. Aber durch die wirklich grottige zweite Hälfte des Films erweist er sich mit Abstand als der schlechteste Film der Reihe, wenn er gleichwohl auch der bombastischste und gigantischste Film der Serie ist. Mit Gewalt konstruierte Momente, irreparable Logiklöcher, holpriges Tempo inklusive Überlange, extrem ätzender Patriotismus und eine unausgegorene Atmosphäre drücken erheblich auf die visuelle Pracht des Films und die bombastische Action. Da können auch die grandiose 3D-Technik und die fabelhaften Spezialeffekte Nichts mehr retten. Mit diesem Gegensatz und der guten ersten Hälfte erreicht Transformers 3 mit Mühe noch 5 von 10 Punkten.