Transformers - Die Rache


Transformers Rache - Poster 02Regie: MICHAEL BAY
Drehbuch: ROBERT ORCI, ALEX KURTZMAN & EHREN KRUGER
Medium: Blue Ray & DVD
Spielzeit: 147 Minuten
FSK: Ab 12 Jahren
Start: 24.06.2009

„Ich bin hier, weil du uns helfen musst, Sam. Denn eure Anführer glauben, wir hätten die Rache über euren Planeten gebracht.“


Da heutzutage keine große Franchise ohne mehrere Fortsetzungen auskommt, waren ein zweiter und sogar schon ein dritter Teil von Transformers geplant, noch bevor der erste Film in die Kinos kam. Dies ist mittlerweile bei allen größeren Studios so üblich, um im Bedarfsfall – das heißt bei ausreichend großem Erfolg an den Kinokassen – gleich mit der Produktion des Sequels beginnen zu können.

 

SPOILER:

Transformers Rache 22Unüblicher Weise jedoch bestätigte man bei Transformers schon Monate vor Kinostart die Produktion eben jener zwei Fortsetzungen. Man wollte also erst gar nicht abwarten, wie sich Transformers an den Kinokassen schlug, sondern man rechnete stattdessen fest mit dem großen Reibach, der ja dann auch folgte. Transformers war der dritterfolgreichste Kinofilm des Jahres 2007 und auch im Videoformat sehr gewinnbringend. Damit hatten die Produzenten auch einen handfesten Grund die Geschichte der Autobots und Decepticons unbedingt fortzusetzen. Die Initiative ging hierbei vor Allem von DreamWorks und dessen Besitzer STEVEN SPIELBERG (Der weiße Hai, Indiana Jones, Jurassic Park, Minority Report) aus, der die Vorbereitungen auf den zweiten Teil ebenso rigoros voran pushte, wie auch beim ersten Film. Dabei war er natürlich darauf bedacht, wieder das gleiche Team an dem Projekt zu wissen.
Transformers Rache 18Selbstverständlich trat SPIELBERG auch als Produzent in Erscheinung, ebenso DON MURPHY (Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Splice, Shoot `Em Up) und TOM DeSANTO (X-Men, Battlestar Galactica). Regisseur MICHAEL BAY (Armageddon, Bad Boys, Pain And Gain, The Rock) ließ sich ebenfalls nicht lange bitten und war von Anfang an wieder dabei. Kritisch wurde es mit den Drehbuchautoren ALEX KURTZMAN und ROBERT ORCI (Die Insel, Die Legende des Zorro, Star Trek Into Darkness), die sich ein wenig zierten erneut das Skript zu verfassen. Schließlich konnten sie, vermutlich durch eine höhere Gage, doch noch umgestimmt werden. Da sich jedoch schon im September der berüchtigte Autorenstreik in den USA abzeichnete, wurde mit EHREN KRUGER (Arlington Road, SCRE4M, Ring) sogar noch ein dritter Schreiber engagiert, der sich als großer Fan der Serien herausstellte und deshalb auch etliche vielversprechende Ideen mitbrachte. Durch diese Verstärkung konnte die erste Fassung des Drehbuches exakt zu Beginn des Autorenstreiks eingereicht und mit der Vorproduktion begonnen werden, was einen wichtigen Vorab-Gewinn für den neuen Transformers darstellte. Denn viele andere große und kleinere  Produktionen mussten auf wegen dieses Streiks auf Eis geleget und verschoben werden.
Transformers Rache 25Bei den Schauspielern gab es dagegen weit weniger Probleme, auch wenn einige Gesichter des Vorgängers hier nicht mehr zu sehen sind. Neben einigen kleinen Nebenrollen betraf dies auch Oscar-Preisträger JON VOIGHT (Asphalt-Cowboy, Die Akte Odessa, Der Regenmacher), der für den neuen Transformers-Film nicht mehr zu Verfügung stand. Anders als JOHN TORTURRO (Barton Fink, Das geheime Fenster, Miller`s Crossing, O Brother, Where Art Thou?), der dieses Mal sogar mehr Screentime und dadurch auch mehr Spielraum spendiert bekam. SHIA LeBEOUF (Eagle Eye, Disturbia, Lawless) hatte bereits sehr kurz nach den Dreharbeiten zum ersten Teil auch für die beiden Sequels unterschrieben seine Rolle als Sam Witwicky wieder aufzunehmen. MEGAN FOX (Jennifer`s Body, Jonah Hex) folgte nur wenige Monate später im Mai 2007. Schließlich konnten die Dreharbeiten ohne größere Schwierigkeiten über die Bühne gehen, damit der neue Film mit dem Titel Transformers: Revenge Of The Fallen pünktlich anlaufen konnte.

 

Für den deutschen Markt wurde der englische Originaltitel Transformers: Revenge Of The Fallen schlicht in Transformers – Die Rache umbenannt, unter dem er auch zeitgleich mit dem US-Kinostart am 24. Juni 2009 in den Lichtspielhäusern anlief. Transformers – Die Rache erwies sich dabei wie geplant mit insgesamt 836 Millionen Dollar an den Kinokassen weltweit als noch erfolgreicher als der erste Teil; sowohl im Kino als auch auf Video.

Transformers Rache 07Zwei Jahre sind vergangen, seitdem die Decepticons die Erde heimsuchten und Los Angeles dabei teilweise schwer beschädigten. Die US-Regierung reagierte typisch und vertuschte den Vorfall. Heimlich jedoch arbeiten Autobots und Menschen in der neu gegründeten Organisation „Nest“ zusammen, um auch noch die restlichen Decepticons zu erledigen. Dabei fällt Optimus auf, dass die Decepticons offensichtlich noch Etwas anderes suchen, als den Allspark. In Shanghai bekommt er von einem riesigen Deception den Hinweis, dass Fallen wieder zurückkehren und Rache nehmen würde, bevor ihm Optimus den Schädel wegpustet. Dies und die Tatsache, dass „Nest“ bei dieser Aktion halb Shanghai in Schutt und Asche gelegt hat, lassen den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ins Grübeln kommen. Er entsendet daraufhin den schmierigen Unsympathen Galloway, um den Autobots ganz direkt auf den Zahn zu fühlen. Nur leider ahnt er nicht, dass sich die Decepticons klammheimlich in einen Satelliten eingehackt haben und jedes Wort mithören können. Und so erfahren sie, dass es noch einen letzten Splitter vom Allspark gibt, wo er versteckt liegt und wo das Grab von Megatron ist. Mit diesem Wissen starten die Decepticons zum Gegenangriff, stehlen den Splitter und erwecken Megatron wieder zum Leben. Zurück auf Cybertron erzählt ihm der Herrscher Fallen von der zweiten Energon-Quelle der Erde und dass sie versteckt ist. Das Wissen, was im Allspark verborgen lag, könnte sie zu ihr führen. Dies bringt sie unweigerlich zu Sam, der in seiner Kleidung noch einen zweiten Splitter findet. Als er ihn berührt geht das Wissen in Sam über und bringt sein Bewusstsein gehörig durcheinander. Und dabei will er doch nur ein ganz normales Leben führen, das College besuchen und mit Mikaela zusammen sein. Als jedoch die Decepticons überraschend zuschlagen, wird es für in gefährlicher denn je.

Transformers Rache - Banner 01Wie schon der erste Teil ist auch Transformers – Die Rache ein bombastischer Blockbuster mit Allem, was dazu gehört. Nur stellt sich hier die Frage, ob man die Schwächen von Transformers mit diesem Sequel beibehalten, abgeschwächt oder verschlimmert hat.
Transformers Rache 05Wo der erste Teil schon verhältnismäßig viel Action enthielt, da legt Transformers – Die Rache sogar noch eine gute Schippe Brachialität, Wildheit und Bombast drauf. Die Kämpfe zwischen den Transformers sind noch dynamischer, noch besser durch choreographiert und gehen noch um ein Vielfaches fetziger ab. Die Explosionen sind wuchtig, Staub fliegt überall herum, Dreck spritzt, Bäume werden zerfetzt, Menschen, Fahrzeuge und sogar Transformer werden durch die Luft geschleudert. Beispielsweise sehr grandios gemacht, wie ein Flugzeugträger in der Mitte zerrissen wird. Aber nicht nur, dass der Film qualitativ noch bessere Actionszenen bieten kann, sondern sie sind nun auch zahlreicher und länger ausgefallen als im ersten Teil. Alleine das Finale zieht sich über 30 Minuten lang hin und lässt kaum einen Wunsch offen. Insgesamt ist Transformers – Die Rache damit allerdings auch ein ganzes Stückchen härter ausgefallen. Riesenroboter trampeln deutlich sichtbar auf Menschen herum, Soldaten werden von scharfen Klingen getroffen, Zivilisten werden von Trümmern erschlagen und es darf dabei auch ein ganz klein wenig Blut spritzen. Bei menschlichen Opfern zeigt man nun auch, wie ihre Särge abtransportiert werden. Aber nur in wenigen Sekunden und auch nicht verklärt heroisch wie in Transformers. Die Autobots und Menschen stehen auch nun in ihrer Kaltblütigkeit den Decepticons neuerdings nicht nach, wenn sie ihre Gegner meist direkt an Ort und Stelle hinrichten. So wie hier die riesigen Roboter zerlegt werden, kann man dies sogar als Persiflage auf einige Splatterfilme werten, wenn Gliedmaßen abgerissen, Sehsensoren ausgebrannt, Rückgrate aus der Mechanik gerissen und metallene Gesichter zerfetzt werden und dabei jede Menge auffallend rotes Motoröl spritzt. Wie gehabt wirken die riesenhaften Roboter weniger Sci-Fi-lastig als natürlich. Dafür bringt ein tiefer ein Blick in die Mythologie und die Geschichte von Cybertron sowie der Menschheitsgeschichte einen Schwung mehr Fantasy in Transformers – Die Rache ein, wirkt aber durch die härtere Action ernstzunehmender und ein wenig düsterer.

Transformers Rache 04Damit einher gehen auch einige Anspielungen auf die Theorien umstrittener Autoren wie etwa ERICH VON DÄNIKEN, JOHANNES VON BUTLAR oder ERDOGAN ERCIVAN und ZECHARIA SITCHIN. Aber Transformers – Die Rache zieht sie eben nicht durch den Kakao, wie es der Vorgänger mit seinen Rassenklischees zu tun pflegte. Rassenklischees und bewusst überzogene Rassenklischees sieht man auch in Transformers – Die Rache wieder reichlich, nun aber deutlich schärfer. Nicht von ungefähr ist der Witz des Films auch kontroverser und zu recht auch umstritten. Weitgehend hat man allerdings auch im Humor Fortschritte gemacht. Waren zum Beispiel anzügliche Witze im ersten Teil noch komplett Tabu, so dürfen hier ausdrücklich Scherze auf Geschlechterrollen und Sexualität gerissen werden; sogar auf die Transformers selber hin. Allerdings kommt der Film so auch einer gewissen Erwartungshaltung entgegen, da sich Sam nun auf dem College befindet und man so auch automatisch an die zahlreichen Collegekomödien denken muss. Das ist zwar auch ein wenig altbacken und recht einfach, trotzdem kommt der Humor so überraschender und auch tatsächlich frecher daher als im Vorgänger. Also dürfen jetzt zumindest einige Schimpfwörter genannt und Drogenkonsum gezeigt werden. Anspielungen gibt es auch dieses Mal reichlich; aber nicht nur auf BAY-Filme. Dieses Mal dürfen der SPIELBERG-Klassiker Der weiße Hai und sogar Terminator 2 sowie Alien ironisch dran glauben. Außerdem hat man den Eindruck, als ob der Humor nicht einfach nur oberflächlich zum Selbstzweck eingeführt wurde, sondern nun weitgehend mit der Story zusammenhängt. Dies beschert dem Film nicht nur wirklich mehr Witz, sondern auch mehr Tempo.

Transformers Rache 13Dafür sorgt auch, dass man die Romantik, die ja schon im Vorgänger nur eine geringe Rolle spielte, hier auf ein Mindestmaß reduziert hat. Erst gegen Ende hin versucht man sich ein wenig in Gefühlsduselei und übertreibt dabei leider mit allzu viel Drama und Theatralik. Dieser verdammte Militarismus ist zwar immer noch vorhanden, aber bei Weitem nicht mehr so ausgeprägt, spürbar und offensichtlich als noch in Transformers. Das Militär wird nicht heroisiert, weit weniger stilisiert und auch die stronzdoofen Durchhalteparolen hat man weitgehend eliminiert. Die geleckte Saubermann-Familie von Captain Lennox wurde komplett gestrichen, die Männer denken über ihre Handlungen nach und sind nicht mehr einfach nur Befehlsesel. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit von Autobots und Militär viel natürlicher präsentiert wird. Die Menschen dürfen höchstens mal mitballern und Gegenstände liefern, die richtige Action und der Kampf ist jedoch den Transformers überlassen. Nur noch wenige Einstellungen und Zeitlupen lassen die Mitwirkung der US Army durchblicken und zu guter Letzt gibt man sich auch sichtlich Mühe wieder mehr auf internationaler Ebene zu arbeiten. Am Anfang zerlegen die Transformers Shanghai, später geht es nach Jordanien und Ägypten und auch Bundeswehrsoldaten sollten zunächst an der Produktion teilnehmen. Dagegen hatte allerdings die Bundesregierung Etwas einzuwenden. Auf diese Weise lässt man wenigstens auch durchblicken, dass man Verantwortung für die ganze Welt zu tragen hat, anstatt sich nur um die USA zu kümmern. Und immerhin waren Transformers sowohl als auch Transformers – Die Rache auf dem internationalen Markt erfolgreicher als in den USA allein.

Transformers Rache 19Wo Transformers außerdem anfangs noch recht zäh in seiner Handlung war und sich erst nach und nach steigerte, da erweist sich Transformers – Die Rache von Beginn an als wesentlich flüssiger und schneller erzählt, obwohl der Film die gleiche Erzählstrategie verwendet. Denn wieder werden parallel zwei Handlungsstränge vorgeführt, die sich im Laufe des Films zu einer Linie vereinigen. Da haben wir auf der einen Seite natürlich Sam, der in seinem Charakter sogar eine kleine Weitentwicklung aufzeigen kann. Prasselten die Ereignisse im ersten Teil noch ungeschützt auf Sam ein, so wehrt er sich dieses Mal gegen sein Schicksal, will sich raushalten aus allen Konflikten, das College besuchen und ein ganz normales Leben mit Mikaela führen, bis die Macht des Allspark wieder zuschlägt. Auf der anderen Seite müssen sich die Autobots nicht nur mit den Decepticons herumschlagen, sondern auch noch mit internem Widerstand der Menschen. Unbequeme politische Fragen werden zwar deswegen trotzdem nicht gestellt, dennoch wird auf diese Weise mehr Komplexität in den an für sich einfachen Plot gebracht. Gleichwohl taucht der Film inhaltlich wesentlich tiefer in die Mythologie und die Geschichte der Transformers ein. Er zeigt auch die böse Seite ausführlicher, unheimlicher und beschert den Decepticons nicht unwesentlich mehr Zeit. Transformers – Die Rache ist also insgesamt wendungsreicher, rasanter und überraschender als Transformers, trotz dass die Actionszenen von Anfang an länger und besser verteilt sind.
Transformers Rache - Banner 02Transformers Rache 26Für Transformers – Die Rache wurde das Budget nochmal von 50 auf insgesamt 200 Millionen Dollar Produktionskosten aufgestockt. Auf ausgiebiges Product Placement wurde deshalb aber dennoch nicht verzichtet. Bei den Autos erhöhte General Motors den Einsatz und durfte dieses Mal durch ihre Tochterfirma Chevrolet sämtlichen Autobots ihre Vorlagen spendieren. Auch Coca Cola und Burger King waren wieder mit an Bord, ebenso wie auch abermals das US Militär. Anders aber als bei Transformers wurden dem Militär dieses Mal weit weniger Mitspracherechte eingeräumt, da der übermäßige Patriotismus und der extrem widerliche Militarismus Kritikern und teilweise auch dem Publikum sehr sauer aufstieß. Stattdessen verständigte man sich darauf, dass man die Army im Film gut dastehen ließ, ohne jedoch Transformers – Die Rache zu einem ultraflachen Werbespot für den Wehrdienst werden zu lassen, was dem Film sowie der Army nur zu Gute kam. Die meisten Kritiker, irritierender Weise meist Amerikanische, wollten aber dennoch nicht von Glorifizierung der Militärmaschinerie ablassen und fielen dementsprechend über den Film her. Das Publikum interessierte dies natürlich herzlich wenig und ging in Scharen in die Kinos. Transformers – Die Rache musste sich 2009 nur JAMES CAMERONs Avatar geschlagen geben.


Transformers Rache 20Und schließlich bekamen sie für ihr Geld doch auch recht viel geboten. Die zahlreichen Actionszenen entstanden wie schon beim Vorgänger mit einer Mischung aus real gefilmten Stunts, Explosionen und CGI-Effekten. Die computergenerierten Effekten in Transformers waren ja schon über jeden Zweifel erhaben und wie es sich für eine dementsprechend teure Fortsetzung gehört, sehen die Effekte in Transformers – Die Rache eben noch besser, differenzierter und bombastischer aus. Die Pyrotechniker konnten bedingt durch das actionreiche Drehbuch noch viel mehr mit ihren Möglichkeiten spielen und konnten auf der ganzen Linie zeigen, wie herrlich gigantisch man Zerstörung zelebrieren kann. Und da der Film überdies viel von seiner Action lebt, kommt es ihm darum auch umso mehr entgegen. Zusammen durfte man sich sogar an Originalschauplätzen austoben. Das echte Shanghai wird verwüstet, die berühmte Felsenstadt von Petra entweiht und gar die einzigartigen Pyramiden von Gizeh vernichtet. Aber auch Paris, die Ruinen von Luxor und die ehrwürdige Bibliothek von Philadelphia werden ordentlich demoliert. Transformers Rache - New DividePassend dazu setzte man ebenfalls wieder auf eine musikalische Untermalung, die aus einem eigens komponierten Soundtrack und moderner Rockmusik besteht. STEVE JABLONSKY, der schon für den Vorgänger komponierte, schrieb auch für Transformers – Die Rache die Score, wobei er jedoch dieses Mal von Oscar-Preisträger HANS ZIMMER (Inception, Gladiator, Fluch der Karibik, The Dark Knight) unterstützt wurden. Neben den beiden Klassikern von den POINTERS SISTERS und THE COMMODORES sind im Schnitt bei Transformers – Die Rache jedoch mehr aktuelle Stücken zu hören. Darunter auch von GREEN DAY, THE USED zum zweiten Mal, STAIND, NICKELBACK und abermals LINKIN PARK auf einer Sonderposition des Titeltracks. Wo man 2007 allerdings nur ihren Song „What I`ve Done“ hernahm, der ohnehin als Single ausgekoppelt war, taten sich LINKIN PARK 2009 mit HANS ZIMMER zusammen und arbeiteten gemeinsam an dem Titelstück „New Divide“, was somit eigens für Transformers – Die Rache geschrieben wurde. Dazu wurde noch ein saumäßig cooles Musikvideo mit jeder Menge Filmausschnitten gedreht und schon hatte der Actionstreifen genau den perfekten Ohrwurm den man brauchte, damit Film und Band gleichermaßen davon profitieren konnten. Der Song stürmte weltweit die Charts, etablierte sich als neue Hymne bei den Fans von LINKIN PARK und nach wie vor bringt man den Song mit der Franchise in Verbindung und umgekehrt.

Transformers Rache 11Schauspielerisch hat sich nicht allzu viel getan. SHIA LeBEOUF setzt seine Rolle als Sam Witwicky passend zu seiner Performance in Transformers um. Dass heißt, er gibt wie schon im Vorgänger eine passable Leistung, ohne dass ihm hier allzu viel abverlangt wird. Kämpfte er sich vorher mit einem abenteuerlichen Charme durch die Szenerie, so darf er sich hier auch ein wenig weiterentwickeln und mit seinem Schicksal hadern. Dabei zeigt er jedoch, dass er noch ein wenig zu lernen hat. An der Funktion von MEGAN FOX als obligatorischer Blickfang für männliche Augen hat sich jedoch Nichts geändert. Da steht sie nun oft in Hot Pants herum, zeigt ihre Kurven und versucht sexy zu grinsen, was aber gar nicht so einfach ist. Denn MEGAN FOX, die ja noch vor den Dreharbeiten und währenddessen mit ihrer Arroganz sämtlichen Personen vor und hinter der Kamera das Leben schwer machte und so für etliche Negativschlagzeilen in den Gazetten sorgte, hat durch ihre aufgespritzte Botox-Visage deutlich an Sexappeal eingebüßt. Auch wenn BAY sich Mühe gibt das Augenmerk auf ihre weiblichen Kurven zu lenken, so konnte man die aufgespritzten Lippen nur halbwegs kaschieren, weswegen FOX ihrer Funktion als das Eyecandy von Transformers – Die Rache nur unzureichend nachkommt. Dafür erledigt JOHN TORTURRO seinen Job nicht nur routiniert, sondern wieder mit einer saftigen Dosis Overacting. Jedoch weit weniger cool und ernsthafter als noch in Transformers. Klar, er soll für einige Lacher sorgen, was ihm auch gelingt. Dennoch nutzt er seine gewonnene Screentime hervorragend aus. Ebenso wie auch TYRESE GIBSON (Vier Brüder, Death Race, Fast & Furious 6), der ein wenig mehr Zeit bekommen hat. Nun ist er auch inhaltlich JOSH DUHAMEL (Turistas, When In Rome, Scenic Route) alias Captain Lennox, ebenbürtig, dem man im Gegenzug ein paar Minuten genommen hat. Auch ein Grund, weswegen Transformers – Die Rache weit weniger militaristisch wirkt als der Vorgänger.

Fazit: Mehr Action, mehr Materialschlacht, mehr Transformers! Transformers – Die Rache hat die Fortsetzungsregel „Mehr von Allem“ in weiten Teilen richtig verstanden und dabei die gröbsten Schwächen von Transformers erheblich reduziert. Der Militarismus und der Patriotismus wurden auf ein erträgliches, unaufdringliches Maß reduziert, der Humor ist frecher und kontroverser und der Film ist überdies spannender und schneller erzählt. Darüber hinaus bietet der Transformers – Die Rache noch packendere, noch rasantere und noch härtere Actionszenen mit noch besseren Spezialeffekten und einen sehr gelungenen Soundtrack. Deshalb auch wohlwollende 8 von 10 Punkten für Transformers – Die Rache.

Es handelt sich also um einen Film, der in der Tat viel Lust auf das krönende Finale der Trilogie mit dem schlichten Titel Transformers 3 machen kann. Man muss nur Acht geben, dass man vom dritten Teil nicht zu sehr enttäuscht wird.