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Alien: Covenant

Alien Covenant - Poster 01Regie: Sir RIDLEY SCOTT    
Drehbuch: JOHN LOGAN & DANTE HARPER
Medium: Kino
Spielzeit: 122 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Start: 18. Mai 2017

 

„Besser ist es, Herr der Hölle zu sein als der Sklave des Himmels!“

 

Manch ein Cineast mag es schon bemerkt haben, dass auch im Kino Jahreszeiten gibt. Nicht strikt wie in der realen Welt, doch ein Trend lässt sich schwer aufhalten, wenn erst einmal in Gang gekommen ist. Waren es im letzten Jahr vor allem Comicverfilmungen, die uns das Leben versüßen sollten, so steht 2017 jedenfalls fest in futuristischer Hand, da heuer so große und wichtige Science-Fiction-Produktionen wie nur selten zuvor aufeinander treffen! Allen voran durch den großen Meisterregisseur Sir RIDLEY SCOTT (Gladiator, Black Rain, Thelma & Louise), der in diesem Jahr gleich mit drei Projekten vertreten ist. Zunächst der lediglich von ihm produzierte Found-Footage-Thriller Phoenix Forgotten, doch im Herbst mit Blade Runner 2049 und somit der Fortsetzung des wohl wichtigsten Science-Fiction-Films in der Kinogeschichte, wobei der Altmeister die Produktion leitete und an der Story mitschrieb. Aber als ob das nicht schon reichen würde erwartet uns nun mit Alien: Covenant ein nicht minder hochkarätiges und vor allem wichtiges Projekt. Nämlich der Fortsetzung von Prometheus, der eigentlich seinem Klassiker Alien vorangehen sollte. Stattdessen entwickelte Prometheus aber eine eigene Geschichte, die lediglich das Intro für das eigentliche Sequel darstellen sollte: nämlich Alien: Covenant!

 

SPOILER:


Alien Covenant 18Die Geschichte von Alien: Covenant beginnt bereits im Mai 2009, als zum ersten Mal die Rede von einem Alien-Sequel war. Solche Gerüchte sind an dieser Stelle kaum eine Seltenheit und deswegen konnte man sie auch kaum ernst nehmen. Allerdings nahmen dieses Thema doch schon recht schnell solide Formen an und noch im Herbst 2009 kam es zu der sensationellen Ankündigung eines weiteren Alien-Films – und zwar unter der Regie von Sir RIDLEY SCOTT, der seit 30 Jahren keinen Science-Fiction-Film mehr gemacht hatte! Diese offizielles Statement schlug international hohe Wellen und ein Kinohit war auf diese Weise garantiert. Nach einigem Zögern entschloss man sich die Ideen des Drehbuchautoren JON SPAIHTS aufzugreifen, dem ein Prequel in Form zweier Kinofilme vorschwebte.  Um die Arbeit an den Skripten dennoch voranzutreiben engagierte man DAMON LINDELOF (Lost, Cowboys & Aliens, Star Trek) als weiteren Autor, der dermaßen viele Ideen einbrachte, dass sich das Projekt wesentlich erweiterte. Letztendlich wurde die Storyentwicklung ab diesem Zeitpunkt hauptsächlich LINDELOF und SCOTT überlassen, wodurch das Alien-Prequel zunächst in eine etwas andere Richtung ging. Aus diesem Grund wurde der Streifen auch noch vor den Dreharbeiten in Prometheus umbenannt, unter welchem er im Sommer 2012 auch im Kino zu sehen war.


Alien Covenant 04Allerdings nicht gar so erfolgreich, wie sich die Studios erhofft hatten. Die Kritiken fielen weitgehend positiv, aber eben nicht überschwänglich aus, was vor allem die alteingesessenen Fans verunsicherte. Vermutlich kam Prometheus deswegen nur auf runde 403 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen, was durchaus noch einen guten Hit darstellt, aber eben keinen großartigen Erfolg. Vermutlich war es aber auch nicht die klügste Entscheidung schon vorab zu gestehen, dass man in Prometheus eben nicht den berühmten Xenomorph zu sehen bekommen würde. Und dass man den zweiten geplanten Kinofilm überhaupt nicht mehr erwähnte, während man gleichzeitig kaum eine der wichtigen offenen Fragen aus den vorangegangenen Filmen beantwortete, war wahrscheinlich auch nicht gerade sauberes Storytelling. Weil aber schon kurz nach dem Kinostart von Prometheus die Fortsetzung ankündigt wurde – die eigentlich schon vor Drehbeginn feststand – konnte sich der Science-Fiction-Thriller dennoch in der Fanbase behaupten. Das Sequel wurde am Anfang der Produktion, die übrigens noch Anfang 2013 anlief, noch als Prometheus 2 bezeichnet, wobei man sich selbstverständlich auf die Ideen von DAMON LINDELOF und JON SPAIHTS verfolgte. Weil es sich dabei aber noch weitgehend um Entwürfe handelte, wurde im Sommer 2013 JACK PAGLAN (Transcendence) als Schreiberling verpflichtet. Im Fokus stand dabei von Anfang an eine Variation von JOHN MILTONs epischen Meisterwerk Das verlorene Paradies, was von der Rebellion der aufsässigen Engel gegen Gott und dem Sündenfall erzählt. Genau dieses Thema hatte SCOTT eigentlich favorisiert, wollte aber eine komplexe Geschichte erzählen und darum nicht auf Prometheus verzichten.


Alien Covenant 19Mit anderen Worten: Prometheus war nur das Intro zum Prequel! Und es bleibt vorerst bei zwei Kinofilmen, was SCOTT im Jahr 2015 bestätigte. Das heißt also, erst das Sequel zu Prometheus stellt die erste der beiden Prequel-Filme dar, die anfangs geplant waren! Da ist es kein Wunder, dass das Projekt noch 2015 in Alien: Paradise Lost umbenannt worden ist; nur wenig später allerdings nochmals in Alien: Covenant. Während die Vorproduktion zwar schnell und quasi problemlos voranschreiten konnte, machte das Drehbuch immer noch ein paar Probleme, weil PAGLAN Schwierigkeiten hatte, die ganzen Ideen von SCOTT, LINDELOF und SPAIHTS unter einen Hut zu bringen. Darum wurde ihm mit MICHAEL GREEN (American Gods, Gotham, Logan) ein weiterer, hochkarätiger Autor an die Seite gestellt. Ihre Arbeit gefiel SCOTT jedoch so gut, dass er die beiden von Alien: Covenant abziehen und stattdessen für Blade Runner 2049 einsetzen wollte. Das Studio zeigte sich natürlich wenig begeistert, aber so einem Altmeister kann man ja wohl schlecht etwas abschlagen. Also sammelten GREEN und PAGLAN ihre Entwürfe und übergaben sie dem mehrfach Oscar-nominierten JOHN LOGAN (The Last Samurai, Aviator, Skyfall), der mit SCOTT schon den Megahit Gladiator realisiert hatte, um daraus ein solides Drehbuch zu entwickeln. Neben dem Hitautor wurde dem bis dato völlig unbekannten DANTE HARPER gestattet einige seiner Ideen in das Drehbuch einzubringen, womit man endlich in die Dreharbeiten gehen konnte.


Alien Covenant 23Beim Cast gab es ja zunächst nicht so viele Auswahlmöglichkeiten, nachdem fast die gesamte Mannschaft der Prometheus am Ende das Zeitliche segnet. Das galt zum Beispiel nicht für MICHAEL FASSBENDER (Entering Hades, MacBeth, Assassin`s Creed) und NOOMI RAPACE (Dead Man Down, Kind 44, Verblendung), weswegen schon recht schnell ihre Beteiligung an Alien: Covenant bekannt gegeben wurde. FASSBENDER wird hier sogar in einer Doppelrolle zu sehen sein. Einerseits als David, den wir schon in Prometheus kennen lernen durften, und andererseits als neuer Androide Walter. Leider aber wurde zeitgleich bekannt gegeben, dass NOOMI RAPACE nicht mehr in Covenant zu sehen sein würde, was uns doch vor einige Fragezeichen stellte. Stattdessen wurde der Cast erst einmal mit DEMIÀN BICHIR (The Hateful 8, Perdita Dorango, Machete Kills), BILLY CRUDUP (Watchmen, Public Enemies), KATHERINE WATERSTON (Steve Jobs, Boardwalk Empire), DANNY McBRIDE (Your Highness, Hell & Back), CARMEN EJOGO (Selma, Das Gesetz der Ehre) und CALLIE HERNANDEZ (The Woods) komplettiert, nur um am Ende RAPACE doch noch zu listen! Schon irgendwie widersinnig, bis eine Pressemitteilung erklärte, die Schwedin würde lediglich keine Hauptrolle mehr übernehmen, aber dennoch weiterhin im neuen Alien-Film zu sehen sein. Ganz nebenbei wurden auch noch überraschende Kurzauftritte von JAMES FRANCO (127 Hours, Spiderman, Homefront) und GUY PEARCE (The Rover, L.A. Confidential, Iron Man 3) angekündigt, der ebenfalls schon in Prometheus zu sehen war.

 

Nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen waren und Alien: Covenant in die Nachproduktion ging, hörte man monatelang nichts von dem Science-Fiction-Thriller, bis am 25. Dezember 2016 völlig überraschend ein erster, richtig atmosphärischer Trailer veröffentlicht wurde, der im Nu millionenfach angeklickt wurde. Dabei handelte es sich sogar noch um einen Red-Band-Trailer, wodurch uns gleich zwei Dinge klar geworden sind: nämlich, dass das Interesse an der Alien-Franchise immer noch sehr hoch ist und der neue Kinofilm richtig schön blutig ausgefallen ist. Beste Vorrausetzungen also, dass sich Alien: Covenant ab dem 18. Mai 2017 zu einem wirklich dicken Kinohit mausert.
 
Alien Covenant 13Im Jahr 2104 ist das Kolonieschiff Covenant auf dem Weg zu dem abgelegenen Planeten Origae-6 am Rande der Milchstraße. Der Planet soll nahezu erdähnliche Bedingungen bereit halten, wodurch er sich ideal als neuer Siedlungsraum für die Menschheit eignen würde. Unter der Leitung von Captain Branson, der Terraforming-Expertin Daniels, dem ersten Offizier Oram und dem Androiden Walter soll der Planeten für eine menschliche Besiedlung terraformt und die zahlreichen Paare aus dem Hyperschlaf geweckt werden. Doch noch auf dem Weg wird die Covenant von einem Neutronensturm getroffen und beschädigt, der Captain und einige Kolonisten sterben. Nur mit Müh und Not kann die restliche Crew die Covenant reparieren. Doch die Mission hat Glück im Unglück, denn sie fängt ein mysteriöses, stark verzerrtes Signal auf, bei dem irgendjemand den Klassiker „Country-Roades“ vor sich hin summt. Ein Mensch, hier draußen, mitten im Nichts? Das kann kein Zufall sein und tatsächlich können Daniels und Oram das Signal zu einem unweiten Planeten zurückverfolgen, der dem ersten Scan nach sogar noch bessere Werte als Origae-6 bietet. Oram und die anderen entscheiden gegen den Willen von Daniels diesen Planeten zu besiedeln, doch zuerst will man klären woher dieses Signal stammt. Es dauert nicht lange und sie entdecken ein abgestürztes Raumschiff, was Hinweise auf die vermisste Prometheus-Expedition enthält, die 10 Jahre zuvor spurlos verschwand. Langsam dämmert ihnen, dass dieser Planet wohl doch nicht das ersehnte Paradies ist. Doch nachdem mehrere Crewmitglieder von einer akuten Krankheit befallen werden, bösartige Monster angreifen und ihre Landefähre zerstört wird, entpuppt sich der Planet als Vorhof zur Hölle. Ihre einzige Hoffnung ist der Androide David, der überraschend auftaucht und sie vor den Monstern rettet. Aber schon bald wird klar, dass auch David seine Geheimnisse hat, die keineswegs friedlicher Natur sind . . .

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Der Vorgänger Prometheus ist zwar an sich hochwertiges Science-Fiction-Kino mit einer brisanten Basistheorie, doch erst mit Alien: Covenant gibt uns RIDLEY SCOTT endlich wieder Das, was sich zahllose Alien-Fans rund um den gesamten Planeten so sehr gewünscht haben . . . nämlich extrem spannendes, geradliniges und ultrablutiges Horrorkino. Wenn auch nicht frei von vermeidbaren Schwächen.
Alien Covenant 22Sir RIDLEY SCOTT weiß, dass er den Zuschauern etwas schuldig ist, die bereits mit Prometheus wieder einen echten Schocker sehen wollten und stattdessen doch einen recht philosophischen und hypothetischen Science-Fiction-Film mit Spannungsmomenten vorfanden, was doch viele Fans des schleimigen Kultmonsters ein wenig enttäuscht zurückließ. Doch all jenen Fans sie an dieser Stelle schon verraten, dass nun erst Alien: Covenant diesen Schocker darstellt – und zwar wortwörtlich! Covenant enthält zwar noch deutliche Elemente von Prometheus, insbesondere Bezüge auf die Schöpfungslehre und den Sündenfall, doch primär handelt es sich hier um einen derben Horrorthriller mit zahlreichen Spannungsmomenten, bei dem es ziemlich blutrünstig zur Sache geht! Umso schöner ist es da für uns, wie sich RIDLEY SCOTT dabei seinem genialen Klassiker annähert. Selbstverständlich beginnt Alien: Covenant darum, wie bisher jeder große Teil der Alien-Reihe begann; mit einem Raumschiff auf seinem einsamen Kurs durch Weltall, während wir in kleinen Lettern die nötigsten Eckdaten erfahren. Covenant beginnt zwar also noch recht nüchtern ohne allzu große Hektik, doch schon in den ersten 20 Minuten kann uns RIDLEY SCOTT die ersten Schockmomente präsentieren, noch bevor überhaupt ansatzweise an das Kultmonster zu denken ist. Überhaupt reizt SCOTT die Nerven der Zuschauer nach allen Regeln der Kunst aus, da er zunächst das Konfliktpotential der ohnehin angeschlagenen Gruppe nach Außen kehrt, setzt mit dem mysteriösen Signal auf viel Mystery, wobei der die Spannungsschraube abermals enorm anziehen kann, bevor er die Situation schlagartig mit seinen Monstern eskalieren lässt und darüber hinaus auch noch mehrere grandios fetzige Actionszenen für uns parat hat.


Alien Covenant 24Allerdings nicht, wie zunächst vermutet, mit seinem schleimigen Kultmonster bzw. dem legendären Alien, was in chronologisch späteren Filmen als Xenomorph bezeichnet wird. Wenn man jedoch die Herkunftsgeschichte des Aliens kennt und auch die Ausgangslage von Prometheus mit einbezieht, dann wird uns automatisch klar, dass es doch so ein oder zwei Evolutionsstufen zu vermissen gibt, was SCOTT natürlich hier in Alien: Covenant bereinigt. Also gibt es neben dem ganz klassischen Monster, was übrigens zum ersten Mal seit Alien: Resurrection vor 20 Jahren wieder auf der Leinwand zu sehen sein wird, ein neues Ungetüm, was von MICHAEL FASSBENDER als Neomorph bezeichnet wird. Die Neomorphe haben natürlich einen ähnlichen Lebenszyklus, der tatsächlich noch blutrünstiger beginnt, als die brutale Geburt eines Chestbusters. Und selbstverständlich erweisen sich auch die neuen Kreaturen als extrem flink, zäh und blutdurstig, indem sie jegliche Menschen so rücksichtslos wie brutal attackieren und dabei nicht minder tödlich sind. Also auch, wenn das berühmte Kultmonster erst relativ spät im Film auftaucht, so kann Covenant dennoch problemlos nervenzerrende Unterhaltung bieten.

 

Alien Covenant 14Nach dem eher philosophischen, nachdenklichen und hypothetischen Prometheus, zieht RIDLEY SCOTT das Tempo also wieder an und präsentiert uns einen Horrorfilm mit deutlich mehr Würze. Unter anderem präsentiert sich Alien: Covenant im Vergleich mit den vorherigen Film als doch ziemlich blutrünstig und kann darüber hinaus erstmals mit nackter Haut auf sich aufmerksam machen. Wir erinnern uns: bei Prometheus waren die wenigen blutigen Szenen der MPAA für das PG-13-Siegel wohl doch etwas zu heikel und man vergab das R-Rating. Nachdem aber Alien: Covenant zwangsläufig blutiger ausfallen musste, war das R-Rating von Anfang an klar und man brauchte man auch die lästige Cineasten-Burka nicht mehr zu fürchten und konnte hier deutlich offensivere Bilder zeigen. De Facto präsentiert sich der neueste Xeno-Schocker als der bislang blutigste Film der Reihe,  der in Sachen Splatter und Brutalität sogar noch Alien: Resurrection hinter sich lassen kann, der bislang immer noch der heftigste Film der Reihe war. Da werden dutzende Liter Kunstblut verspritzt, Gliedmaßen abgerissen und Menschen durch die Neomorphe regelrecht zerrissen, wobei das Gedärmgekröse sogar noch dem Predator Konkurrenz machen kann. Das R-Rating allerdings ebenso auf Nacktheit zu begründen ist mal wieder ein typischer Fall von US-amerikanischer Prüderie. Olla, hab genau für 1,5 Sekunden am Bildrand einen Nippel von der Seite gesehen und das können wir 13-jährigen Pubertätsbomben kaum zumuten. Auch sprachlich ist Alien: Covenant kein besonders übler Film, denn Schimpfwörter gibt es eigentlich kaum zu hören. Nein, vielmehr setzt der Horrorfilm gar auf alte Poeten wie LORD BYRON, der von David ausgiebig zitiert wird.

 

Alien Covenant 21Überhaupt ist David ein ganz interessanter Charakter, denn mit ihm hat die Franchise nun erstmals einen richtigen, ausgewachsenen Antagonisten bekommen, was an dieser Stelle auch nicht allzu überraschend sein sollte. Schon in Prometheus wurden wir nämlich mit einem zwielichtigen Charakter konfrontiert, von dem man nicht wusste, ob er seine Untaten nur im Auftrag seines Schöpfers Weyland oder nicht auch aus einem eigenen Antrieb heraus begeht. Alien: Covenant geht an dieser Stelle nur einen Schritt weiter und beschert uns einen erstklassigen Bad Guy von fast epischen Ausmaßen, dem weder Gewissen noch Gefühle im Wege stehen. Doch am Schlimmsten ist die Tatsache, dass wir Davids kleine und große Grausamkeiten nicht wirklich nachvollziehen können, was aber bewusst konstruiert worden ist. Besonders gut wird Davids Bösartigkeit in den Gesprächen mit seinem „Bruder“ Walter deutlich, der sich nüchtern, sachlich und grundsätzlich analytisch verhält. Wie wir nun außerdem erfahren, was sich aber schon in Prometheus angedeutet hat, wurde David explizit dazu geschaffen so menschlich wie möglich zu sein, weshalb spätere Modelle wieder weniger komplex programmiert worden sind, denn David hätte seine Mitmenschen verängstigt. Und genau hier eröffnen sich uns gleich mehrere Perspektiven, indem die Frage aufgeworfen wird, wie viel von seinem Schöpfer Weyland und dessen Wahnsinn in David steckt. Schließlich bekommen wir den jüngeren Weyland noch einmal zu Gesicht und werden Zeuge, wie arrogant und größenwahnsinnig er sich von David bedienen lässt. Es könnte aber auch den Anschein haben, als ob Davids Intelligenz ihm keine Wahl gelassen hätte, als zu einem monströsen Unhold zu werden und ob die Naivität Walters nicht für seine gutmütige Platine verantwortlich ist. Diese Theorie erinnert vollkommen zu recht an den Sündenfall und die biblischen Geschichte von Kain und Abel. Nicht umsonst stand der Roman Das verlorene Paradies von JOHN MILTON Pate für diesen Horrorfilm, was sich besonders in David manifestiert, der lieber in der Hölle herrscht, als im Himmel zu dienen. Alien Covenant - Banner 02

Alien Covenant 07So sehr ich den erschreckend blutigen und splattrigen Grundton, die ungeheuer spannenden Inszenierung den intelligenten Konflikt zwischen David und Walter mochte, aber Alien: Covenant ist leider kein perfekter Film mit kleineren, aber leider nicht zu vernachlässigenden Schwächen in der Handlung in den Charakteren. Unter anderem, weil die Prämisse doch eine ganz ähnliche Ausgangslage wie Alien und später auch Prometheus besitzt. Da gibt es eine Raumschiff-Crew, die auf einem unbekannten Planeten landet und dort auf ein heimtückisches Monster trifft, was die Mannschaft Stück für Stück dezimiert. Genau dieses Schema konnte man auch in den meisten anderen Streifen der Saga erleben. Angefangen mit Alien, fortgesetzt mit Aliens, abgewandelt in AVP, erneut promoviert in Prometheus und nun abermals recycelt in Alien: Covenant. Das Entscheidende dabei ist, dass sämtliche Filmemacher der Reihe dieses Thema zu variieren wussten und das gelingt natürlich auch SCOTT abermals. Ging es in Alien noch um die sexuelle Symbolik, so greift der Brite hier religiöse Themen auf und präsentiert sie uns doch mit seiner eigenen kritischen Note. Dominant ist hierbei natürlich das Leitmotiv JOHN MILTONs Das verlorene Paradies. Doch MILTON ist nicht der einzige große Poet, der in diesem Film zu Wort kommt. Ferner werden auch noch SHAKESPEARE, SHELLY und der große LORD BYRON ausgiebig zitiert und verleihen Covenant einen noch poetischeren Hauch, der von der wunderbaren Cinematographie und den hervorragenden Kulissen gestützt wird. Leider aber hat man gelegentlich auch das Gefühl, die noble Sprache von David und Walter würde dazu dienen die zahlreichen Anschlusslücken und die teilweise irrationalen Charaktere zu überlagern.


Alien Covenant 11De facto fühlt sich Alien: Covenant in manchen Passagen dermaßen holprig an, als würde man circa an die 20 bis 30 Minuten Material vermissen, was vermutlich gar nicht so verkehrt ist. Auffällig genau beträgt die Länge von Covenant nämlich recht genau 120 Minuten und somit das maximale Standardmaß. Nun, solche Schnitte sind leider mittlerweile keine Seltenheit, denn auch wenn die meisten Anschlusslücken noch relativ gering sind und sich unter dem Sammelbegriff „übereiliges Erzähltempo“ abhaken lassen, manche Löcher sind dann doch ziemlich ärgerlich und stellen uns vor einige Fragezeichen. Das betrifft vor allem die zweite Hälfte nachdem die Fähre zerstört worden ist und die Crew auf dem Planeten festsitzt. Denn genau das ist auch der Moment, ab dem die Story etwas holprig wird und einige der Charaktere beginnen irrational zu handeln. Warum scheinen weder Oram noch Tennesse die Verluste ihrer Liebsten zur Kenntnis zu nehmen? Warum lässt Ingenieurin Upworth zu, dass Tennesse die Hülle des Schiffes bewusst gefährdet? Warum folgt Oram dem Androiden David alleine und fast blindlings zu dessen eigenen Schöpfungen, obwohl er doch schon einige Mal und ziemlich eindeutig bewiesen hat, dass man ihm keinen Meter über den Weg trauen kann? Das sind schon recht lästige Fragen, mit denen wir Zuschauer uns auseinandersetzen müssen, weil sich der Film ansonsten sehr angenehm schauen lässt. Bei Prometheus mussten wir bis jetzt leider noch auf eine längere Fassung verzichten, obwohl einige Szenen im Nachhinein veröffentlicht worden sind. Bei Alien: Covenant wäre sie nun allerdings dringendst ratsam!


Alien Covenant 16Vergleicht man nämlich die aktuelle Kinofassung mit den offiziellen Trailer und vor allem die zahlreichen kleinen Clips und Werbespots, dann fehlt im Kino schon extrem viel Material. Unter anderem kann man davon ausgehen, dass die Liaison zwischen Upworth und Ricks fast vollständig geschnitten wurde und die Hetzjagd zwischen Daniels und dem Alien im Bauch der Covenant ebenfalls wesentlich länger war. Mal ganz zu schweigen von Davids Erinnerungen an die Reise mit Dr. Shaw und etliche Dialoge zwischen der Crew der Covenant. Als Alternative zu einer längeren Fassung wurden einfach ganze Szenen schon vorab veröffentlicht und als „Prologe“ bezeichnet, die man quasi noch vor dem Besuch im Kino sehen sollte. . . Was allerdings auch nicht hinhaut, weil in diesen Prologen teilweise heftig gespoilert wird! So gut Alien: Covenant auch trotz aller inhaltlicher Schwächen geworden ist, desto zweifelhafter erscheint die Veröffentlichungspolitik von FOX, die uns mittlerweile schon auf den Sack geht. Hallo? Der Film besitzt ohnehin ein R-Rating und mit einer Erwachsenenfreigabe werden auch nur die Zuschauer in den Film rennen, die sich als Fans outen und/oder endlich wieder einen harten Sci-Fi-Schocker sehen wollen. Was macht es da schon, wenn der Film ein wenig länger dauert und somit halt die Nachtvorstellung flach fällt, die ohnehin kaum besucht wird? Dann doch lieber eine sauber erzählte Geschichte präsentieren, als dem Publikum mit zahlreichen Anschlusslücken auf die Nerven gehen; ohne dass man ihnen mit Spoilern jeglichen Spaß vorweg nimmt.  

Alien Covenant - Banner 05Alien Covenant 06Und wir müssen uns als Zuschauer noch ganz andere Fragen stellen, denn da Alien: Covenant ja eigentlich ein Prequel zu Alien sein soll, spitzt sich die Handlung leider nicht auf den Klassiker zu, sondern konzentriert sich mit dem Schlussakkord doch auf eine ganz andere Ausgangslage. Und den Filmemachern bleibt zwischen den Kinofilmen nicht viel Zeitraum, da sich Alien: Covenant im Jahr 2104 abspielt, während die Nostromo im Jahr 2122 auf das Monster trifft; also lediglich 18 Jahre später. Dabei hat es in Alien den Anschein, als würde das Schiff der Ingenieure schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden auf dem Planten LV-426 sein unheilvolles Signal aussenden. Ich weiß nicht, ob mir diese endgültige Konstellation von Alien: Covenant gefällt, da sie nur schwer mit dem Original vereinbar scheint. Denkbar wäre an dieser Stelle die Theorie, dass Dr. Shaw und David auf ihrer Reise durch`s All schon vorher auf LV-426 gelandet sind, wo es zu einer weiteren Eskalation des Patogens kam und sich Alien: Covenant erst danach ereignet. Das würde zumindest eher in die jetzige Chronologie der Alien-Reihe passen, als sich Covenant nun derzeit einfügen lässt. Aber darüber sollten wir uns momentan noch keine Sorgen machen, denn in allen Prognosen entwickelt sich dieser Science-Fiction-Thriller zu einem großen Hit an den Kinokassen und es sind noch mindestens drei weitere Kinofilme geplant. Darunter noch zwei weitere Fortsetzungen zu Alien: Covenant, mit denen sich der Kreis schließen soll. Der dritte im Bunde ist viel diskutierte Alien 5 von NEILL BLOMKAMP, von dem es den Anschein hat, er wäre ausgebootet worden. Aber nachdem die neuen Filme von RIDLEY SCOTT derzeit gutes Geld einfahren, der Maestro gestand diesen Film selbst produzieren zu wollen und ihn in jüngsten Interviews gar als Awakening bezeichnete – also mit einem neuen Titel – kann man wohl davon ausgehen, dass Alien 5 nach wie vor auf dem Plan steht.

 

Alien Covenant 15Im Gegensatz zum Vorgänger wurde Alien: Covenant leider nicht mehr als 3D-Film realisiert, obwohl es sich durchaus angeboten hätte. Das 3D in Prometheus war nämlich überdurchschnittlich gut und hier im Sequel hätte es sogar noch weitaus mehr Szenen gegeben, wo man diese optische Spielerei noch stärker hätte ausnutzen können. Zum Beispiel im Finale, wo zig Trümmer durch die Schwerelosigkeit fliegen, oder der Hetzjagd durch die Weizenfelder und gar der Alien-Zunge, die über die Leinwand hinaus das Publikum vollschleimt. Natürlich ist das auch immer eine Kostenfrage, doch Alien: Covenant besaß mit 111 Millionen US-Dollar ohnehin ein geringeres Budget als der Vorgänger, während das Hitpotential durch das Ur-Alien wieder etwas mehr gestiegen ist. 3D also auch hier anzuwenden hätte durchaus Sinn ergeben und tatsächlich halten sich auch noch hartnäckige Gerüchte, dass der jüngste Alien-Film sowohl in 2D als auch 3D verfügbar sein würde. Unter anderem im Vereinten Königreich und in diversen IMAX-Kinos in Deutschland und den USA, doch konkrete Aussagen dazu gibt es nicht. Wir werden im Endeffekt also noch die paar Tage bis Kinostart warten müssen, bis sich die verschiedenen Formate bestätigen. In der Pressevorführung war jedenfalls die 2D-Version zu sehen. Denkbar wäre auch, dass sich Verleih und Studios eine gewisse Verkaufsstrategie zurechtgerückt haben, wo man für eine 2D-Version ohne Überlänge natürlich weniger bezahlen muss, aber mit einer längeren 3D-Fassung zum Verkauf gleich zwei starke Argumente vorweisen könnte.
Alien Covenant 20Schon in seinem Look gleicht sich Alien: Covenant wieder mehr dem grandiosen Kultfilm von 1979 an, wo man es mit dem zweckmäßigen Frachtschiff Nostromo zu tun hatte. Düster, nüchtern und rein auf seine Funktion hin ausgerichtet, während wir in Prometheus ein doch sehr helles und vollkommen durchgestyltes Forschungsschiff vorfinden konnten. In der Covenant vereinen sich diese beiden Designs zu einem Kolonieschiff, welches teils sehr düstere als auch prächtige Elemente enthält. Die Unterbringung der Kolonisten erweist sich noch als ziemlich modern und stylisch, während das Cockpit und die Gruppenräume der Crew schon ziemlich nah an die Nostromo herankommen. Technisch gesehen ist Alien: Covenant ohnehin eine immense Wucht, da die Special Effects auf einem selten hohen Niveau umgesetzt sind. Klar, bei 111 Millionen Dollar Produktionskosten sollten die Unterschiede zwischen CGI und Praktischen Effekten kaum noch sichtbar sein, was größtenteils gelingt. Bis auf die wenigen Pixelblut-Spritzer, was sogar in einer so starken Produktion noch nicht ganz perfekt ist. Viel Laune hingegen machen dagegen kleinere Szenen wie etwa David, der Walter beibringt Flöte zu spielen und die Kamera dabei ohne Schnitt den Blickwinkel ändert. Für den Soundtrack wurde JED KURZEL verpflichtet, der nun schon das dritte Mal für MICHAEL FASSBENDER arbeitet. Ein ganz hervorragender Komponist, der hier aber etwas verloren wirkt, da er sehr wenig zu tun hat. Denn die Score von Alien: Covenant besteht im Großen und Ganzen aus dem Soundtrack von Alien 1979; stellenweise nur minimal abgeändert. Sogar die breite Score von Prometheus, dem eigentlich nie verwendeten Alien-Soundtrack von JERRY GOLDSMITH, wird hier nochmal aufgegriffen und süffisant in den eigenen Plot eingebunden; als Eigenkomposition von David. Ferner hin hört man nun auch ein wenig RICHARD WAGNER und endlich wieder die knisternden Violinen-Töne, die schon das Original so schaurig schön gemacht haben.

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Alien Covenant 10Sir RIDLEY SCOTT liebt es für seine Filme hochkarätige, aber dennoch unverbrauchte Schauspieler in den Hauptrollen zu engagieren, was ihm auch dieses fast geglückt ist, denn mit MICHAEL FASSBENDER in der Hauptrolle findet sich dennoch ein jetzt schon großer Name unserer Zeit, der hier natürlich wieder eine absolute Gala-Vorstellung zeigt. Einerseits natürlich als Androide Walter, der nur minimal die Mine verzieht und viel eher mit den Augen seine Gedanken verrät. Steril, nüchtern, verlässlich – wie man sich eben einen Androiden vorstellt. David hingegen ist zwar auch ein Androide, aber programmiert darauf so menschlich wie möglich zu sein. Und deswegen hat man oft den Eindruck, als würde er nicht die ganze Wahrheit sagen, funkelt dennoch ehrlich mit den Augen und lässt uns auf diese Weise fragend zurück, welche Absichten David wirklich verfolgt. Mit Verlaub also ist FASSBENDERs Leistung in Alien: Covenant bislang die beste schauspielerische Leistung in diesem Jahr! Dagegen können die anderen Akteure, so gut sie auch sein mögen, einfach nur etwas blasser aussehen. Das betrifft in erster Linie KATHERINE WATERSTON als Daniels, die sich verzweifelt ihren Ehemann betrauert und sich nun mit einem bösartigen Monster konfrontiert sieht, weshalb WATERSTON durchgehend mit verheulten, feuchten Augen durch die Gegen läuft. Leider ist man dabei ständig von dieser dämlichen Frisur abgelenkt, mit der die Aktrice mehr wie ein kleiner Junge aussieht, dem man den Lollie geklaut hat. Eine wichtige Rolle fiel auch BILLY CRUDUP, mit dem die Probleme von Alien: Covenant leider erstmals deutlich werden. Er spielt den gläubigen und von Selbstmisstrauen geplagten ersten Maat Oram, der nun die Leitung über die Mission übernehmen muss. So weit, so gut. Doch obwohl Oram seine Frau im Gefecht verliert, scheint das in späteren Szenen kaum noch von Belang zu sein und seine Figur verhält sich überhaupt etwas seltsam. Hätte man jedenfalls besser lösen können.


Alien Covenant 01Ein anderer bekannterer Name im Cast ist der Mexikaner DEMIÀN BICHIR, der schon seit langen Jahren in Hollywood dreht und hier als Sicherheitschef Sergeant Lope zu sehen ist. Ein verlässlicher und genauer Charakter, der leider nur am Rande wahrnehmbar ist, indem er warnende Hinweise vergibt und im richtigen Moment das Maschinengewehr zückt. An dieser Stelle noch der freundliche Hinweis, dass Lope eigentlich verheiratet ist – mit einem Mann! Aber das erfahren wir nur durch Recherche im Netz und nicht im Kinofilm, wodurch wir hier abermals Indiz vor uns haben, dass bei Alien: Covenant etliche Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind. Viel eher rückt das Drehbuch den Komödianten DANNY McBRIDE in den Mittelpunkt, der als Pilot Tennessee für die Flugbahn der Covenant verantwortlich ist. Ein durch und durch sympathischer Charakter, den uns McBRIDE in einigen Szenen auch menschlich näher bringt, wenn er mit Angst und Tod konfrontiert wird. Allerdings bleibt auch hier wieder die Frage, wie ihn der Tod seiner Liebsten in anderen Szenen relativ kalt lassen kann. Vielleicht war er aber nur von der niedlichen CALLIE HERNANDEZ abgelenkt, die im letzten Jahr mit La La Land und Blair Witch schon zwei dicke Kinohits hatte. Sie spielt die Ingenieurin Upworth, die Tennesse immer kräftig Kontra gibt, wenn er gerade dabei ist das Schiff zu gefährden. Nennenswert sollte man an dieser Stelle auch CARMEN EJOGO, AMY SEIMETZ und JUSSIE SMOLLETT erwähnen, obwohl ihre Screentime doch ziemlich überschaubar bleibt. Zumindest in der Kinofassung.


Alien Covenant 26Erst wenn man etwas genauer hinsieht, entdeckt man in den Nebenrollen doch etwas bekanntere Namen wie JAMES FRANCO, NOOMI RAPACE und GUY PEARCE, die ich aber nicht einmal als Nebenrollen bezeichnen würde, da es sich eigentlich um reine Cameos handelt. Ich würde jetzt übertreiben, wenn ich behaupten würde, FRANCO hätte volle 60 Sekunden Screentime. Denn es wird nur zwei Mal kurz sein Gesicht gezeigt, bevor er auch schon wieder weggekillt wird. NOOMI RAPACE hat hier leider ebenfalls nicht einmal einen Monolog und darf lediglich „Country-Roads“ unheimlich vor sich hin trällern, bevor ihr Signal auch schon wieder abgestellt wird. Aufgrund einiger Flashbacks und einiger anderer Ereignisse, die man nicht ohne Weiteres spoilern kann, bin ich mir aber sicher, dass die Schwedin zumindest einige größere Szenen gedreht hat, die vermutlich der Schere zum Opfer gefallen sind. Entweder tauchen sie in den entfallenen Szenen auf, in einer längeren Fassung oder gar erst im nächsten Film. GUY PEARCE hingegen darf als Weyland schon in den allerersten Szenen einen recht interessanten Dialog mit David führen, wo es um Schöpfungskraft, Fortpflanzung und den Tod geht. Das Thema ist Weyland sichtlich unangenehm, was David nicht verborgen bleibt und dennoch weitere Fragen stellt, womit er schon hier seinen zwielichtigen, bedrohlichen Charakter nach außen erkennbar werden lässt, auch wenn er sich hinter falscher Naivität zu verstecken versucht.

 

Fazit: Sir RIDLEY SCOTT gibt dem Publikum genau das, was es sehen möchte – und noch mehr dazu! Alien: Covenant ist ein hochspannender, grandios gefilmter Science-Fiction-Horror mit einer enormen Blutrünstigkeit, präzisen Schockeffekten, nahezu perfekten Spezialeffekten, einer düsteren Score und hervorragenden Schauspielern. Besonders MICHAEL FASSBENDER schafft es nicht nur in einer Doppelrolle zu überzeugen, sondern liefert eine derart beängstigend starke Performance ab, dass man sich auch im Nachhinein über den Androiden gruseln kann. Dass die Franchise mit dem Androiden David auch endlich einen würdigen Bösewicht mit epischen Ausmaßen und nobler Sprache bekommen hat, trägt viel zur nervenzerrenden Atmosphäre bei. Die Epik wird auch zwischen den Zeilen sehr deutlich, indem SCOTT etliche berühmte Poeten zitiert und angeregt von JOHN MILTONs Epos Das verlorene Paradies vom Sündenfall erzählt, was schließlich vom Brudermord an Abel durch Kain gipfelt; was ebenfalls in Alien: Covenant verarbeitet wird.  Leider ist der mittlerweile siebte Film der Reihe nicht ganz gelungen, was durch teils ziemlich irrationale Charaktere und ebenso schwere Handlungslücken offensichtlich wird. Wir vergeben dennoch zufriedene 8 von 10 Punkten für den bislang blutrünstigsten Film der Alien-Reihe.