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Interview mit UNHERZ

Unherz - Band 03Und das sind sie auch schon – UNHERZ! Ich grüße euch recht unherzlich. Wir haben ja bereits vor knapp einem Jahr ein Interview mit euch geführt. Was hat sich seitdem bei euch getan?

Hi. Schön wieder von euch zu hören! Nun, wie bereits das vergangene Jahr 2011 war auch 2012 für uns bis heute vor allem eines . . . sehr arbeitsreich!!! Wir haben jede Menge neues Material geschrieben, viel live gespielt und unzählige Kilometer hinter uns gebracht! Mit anderen Worten könnte man sagen: es läuft glücklicherweise weiterhin sehr gut bei uns. Im Übrigen haben wir noch so das Ein oder Andere für das laufende Jahr in Planung, so dass wir sicher sind unseren Fans in den nächsten Monaten noch durchaus Interessantes bieten zu können. . . . hoffen wir zumindest!! ;-)

Wir durften uns Die Wahrheit liegt dazwischen schon vorher anhören sind überrascht und begeistert, weil die Scheibe de Facto sehr vielseitig ist. Wie würdet ihr euer Album beschreiben?

Du hast es schon vorweg genommen. Vielseitig trifft es schon sehr gut. Wir wollten auch dieses Mal wieder ein abwechslungsreiches Album abliefern, bei dem nicht ein Song wie der andere klingen sollte. Und das ist uns anscheinend auch recht gut gelungen. Das Album hat Alles, was uns gefällt! Es hat brettharte Gitarrenriffs, aber auch genauso viel Gefühl. Deshalb auch der Titel: Die Wahrheit liegt dazwischen! Will heißen, dass wir eben der Meinung sind, dass man nicht bei jedem Song gezwungenermaßen rotzige und schnelle Gitarren braucht, sondern eben auch mal andere Instrumente im Vordergrund stehen können. Das ist es auch, was uns ausmacht. Wir interpretieren unsere Musik so, wie wir sie empfinden!

Ich fand die Texte des aktuellen Albums bisher schärfer und bissiger denn je. War auch konkret so geplant? Ich meine, wenn man sich Die Wahrheit liegt dazwischen auch nur grob und rasch anhört, merkt man bereits, dass dort sehr sorgfältig und konzentriert gearbeitet worden ist?

Nein, geplant war das nicht unbedingt. Das ist bei uns wohl die „normale" Entwicklung. LOCKE, unser Bassist, schreibt unsere Texte. Und man merkt bei ihm genauso wie bei der ganzen Band die Entwicklung der letzten paar Jahre. Wir haben seit Herzschlag einfach immer weiter Songs geschrieben und natürlich war dann auch zwischendrin immer mal etwas Zeit, den einen oder anderen Text zu überarbeiten oder Worte, Sätze und vielleicht sogar ganze Refrains durch andere und vielleicht auch „bissigere" zu ersetzen.

Ich kann mir ebenso vorstellen, dass die Aufnahmen sowie das Mastering recht anspruchsvoll waren, wenn jeder Song seine ganz individuelle Note im Sound bekommen hat.

Ja, wir haben da recht viel rumexperimentiert. Das Ganze wäre aber sogar fast nach hinten los gegangen, da unser Produzent „GERASSI" außer mit uns noch sehr viel andere Arbeit hatte und wir ja halt auch noch ab und zu live spielen wollten! ;-) Sprich, wir waren alle viel unterwegs, so dass das Album fast nicht rechtzeitig fertig geworden wäre. Am Ende war es dann trotz Stress und einiger verschobener Termine wieder eine tolle Zusammenarbeit mit, wie wir finden, einem super Ergebnis!

Obwohl Die Wahrheit liegt dazwischen wirklich sehr abwechslungsreich ausgefallen ist, gibt es einen Song, der schon arg heraussticht. Die Rede ist von „Paranoia", der sich schon sehr verdächtig nach SODOM anhört. Wie kam es zu dem Stück und waren die Altmeister vielleicht auch daran beteiligt?

Der Song „Paranoia" stammt, wie alle anderen unserer Lieder und Texte übrigens auch, komplett aus unserer Feder. Das Kompliment, dass er nach SODOM klingt, nehmen wir aber gerne an! ;-) Der größte Unterschied bei diesem Lied ist natürlich der sehr kehlige Gesang. Und das liegt daran, dass uns dabei unser alter Freund und Weggefährte SASCHA KUWATSCH von der Band SCHACHT unterstützt hat. Mit ihm haben wir vor einigen Jahren unsere ersten Gehversuche mit eigenen Songs unternommen. Und so war, sofort als die Idee in uns reifte solch einen Song zu machen, klar, dass er die „Crowls" übernehmen sollte! Und er war sofort dabei! :-) Danke KUWI!!!

Euer aktuelles Album ist ja so abwechslungsreich, dass man vereinzelt auch von experimentell sprechen kann. Aber damit geht man auch immer ein Wagnis ein. Wie steht ihr dazu?

Wir hatten noch nie Angst was Anderes oder Neues auszuprobieren. Das hört man teilweise auch bei unseren ersten beiden Platten schon. Klar, Einige werden wieder was zu meckern haben. Aber das interessiert uns eher wenig. Wie gesagt, wir machen das so, wie wir es empfinden und fertig! Außerdem gibt es da doch diesen alten Spruch: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"

Wer kam eigentlich auf die Idee mit dem gewagten Cover? Und vor allem: wem gehört denn dieses hübsche Hinterteil?

Die Idee dazu entstand eigentlich direkt nachdem wir uns für den Titel Die Wahrheit liegt dazwischen entschieden hatten. Irgendeiner sagte plötzlich: „Yeah, und als Cover ein gespreiztes Paar Frauenbeine . . . !" Ja, und was anfangs nur als Scherz gedacht war, haben wir dann aufgegriffen und umgesetzt. Wir wollten dieses Mal ein Cover, welches auffällt wenn es im CD-Regal steht! Klar, auch da wird es wieder Stimmen geben, die sagen: „Wie billig ist das denn?" Aber, scheiss drauf!!! Wem die Beine und der Hintern gehören, wird aber nicht verraten . . . ;-)

Die Wahrheit liegt dazwischen ist inzwischen ja nun schon euer drittes Album innerhalb von drei Jahren. Woher nehmt ihr die Energie und die Kreativität?

Das fällt uns gar nicht so schwer, da wir einfach Bock drauf haben! Es gibt nichts Besseres, als mit unseren Fans ein geiles Konzert zu erleben. Und dann wollen wir denen halt einfach auch was anbieten. Also schreiben wir neue Songs . . . !

Wie betrachtet ihr selbst eure Entwicklung von eurem ersten Album Unherzlich Willkommen bis nun zu Die Wahrheit liegt dazwischen?

Wir hoffen doch, dass die Entwicklung zu hören ist . . . ! ;-) Klar, wir machen uns mehr Gedanken um die Songs und versuchen viel Abwechslung zu bieten. Außerdem sind wir natürlich auch spielerisch gereift. Es reicht in der Live-Situation mittlerweile ein Blick zu deinem Bandkollegen und er weiß, was du von ihm willst. Diese Sicherheit wirkt sich dann auch auf neue Songs aus. Man traut sich mehr zu experimentieren und bringt den eigenen Stil immer mehr in die Musik mit ein, ohne darauf zu achten, was vielleicht gerade angesagt ist und was nicht.

Soweit ich das sehen konnte, habt ihr in den letzten 12 Monaten das erste Mal so richtig ausgiebig getourt. Wie ist es eigentlich, mit frischen Songs im Gepäck dem Publikum einzuheizen?

Im Grunde sind wir eigentlich seit Bandgründung gut unterwegs und können uns glücklicherweise nicht über Mangel an Auftrittsmöglichkeiten beschweren. In den letzten 12 Monaten haben wir allerdings vermehrt Festivals gespielt, was natürlich viel Spaß macht, da man in der Regel ein breites Publikum bespielt, aber auch viele Kollegen kennenlernt. Wenn du Backstage mit den anderen Bands quatschen kannst entstehen Freundschaften . . . das macht Laune! Wir spielen immer gerne neues Material, da die neuen Songs natürlich immer viel Spaß machen und auch immer etwas mehr „Herausforderung" sind, als die Älteren, die man schon gefühlte tausend Mal gespielt hat! Nachteil ist, dass die Fans die Lieder natürlich nicht kennen und sie dann nicht so sehr mit uns „zelebrieren" können ;-)

Was war denn bisher der schrägste Moment, den ihr auf einem Konzert erlebt habt?

Zu den gerade angesprochenen Freundschaften, die sich unter Umständen entwickeln können, zählen für uns die Jungs von BERSERKER aus Berlin! SCHRÖDER, seines Zeichens Sänger von BERSERKER, ist ein großer Fan von uns und er steht unheimlich auf unseren Song „Die Hölle muss schön sein" vom Herzschlag-Album. Und nun ist es in der Tat so, dass SCHRÖDER immer, wenn wir gemeinsam ein Festival spielen, die „Frauenstimme" von „Die Hölle muss schön sein" übernimmt! Für uns natürlich immer eine Ehre, aber auch irgendwie ein bisschen schräg, weil da so ein Koloss steht, der eigentlich für sein unglaublich aggressives und rauhes Organ bekannt ist und diesen ruhigen, traurigen Song mit uns singt! Supergeil . . .

Und ich hoffe doch, ab dem Sommer 2012 und im Jahr 2013 heizt der UNHERZ-Motor auch wieder tüchtig durch Deutschland?

Auf jeden Fall. Wir haben dieses Jahr noch ein bisschen was vor uns und auch für 2013 sind wir bereits für den einen oder anderen Gig gebucht! Wir sind sehr zuversichtlich für das kommende Jahr . . .

Ich sage vielen Dank für das Interview und verabschiede mich recht unherzlich, damit wir uns auf einem Gig treffen.

Wir sagen danke! Klar, einfach vorbei kommen und einen mit uns trinken! ;-)

Bis dann, UNHERZ.