Heavy Metal Marder Festival 01.10.2011

Flyer vom Heavy Metal Marder Festival

 

Wer Krebs hat hat es nicht leicht. Schon gar nicht wenn es sich dabei um Kinder handelt. Um diesen zu helfen gab es dieses wieder das Heavy Metal Marder Festival, dessen Einnahmen dem Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. zu Gute kommen.


Das „Heavy Metal“ wurde dabei durchaus ernst genommen, immerhin standen gleich sechs Metalbands auf dem Line Up und spielten von 15:00h bis nachts um 01:00h. Die Band WARBEAST reiste sogar extra aus Belgien an um ihr erstes Konzert in Deutschland zu geben.



Die Ankunft

Die Anreise war von einigen Widrigkeiten wie Baustellen, Stau und einer Straßensperre gekennzeichnet. Dafür umso mehr Freude bei der Ankunft, da ausreichend kostenlose Parkplätze direkt vor der Veranstaltungshalle zur Verfügung standen.

An der Kasse begrüßte die Veranstaltungschefin Heide Perchthaler die Gäste persönlich und verkaufte die Eintrittskarten. Gleichzeitig wurde das Alter mittels Perso geprüft. Wer mindestens 18 Jahre war bekam einen Stempel und durfte an der Bar Alkohol bestellen, wer zwischen16 und 18 war bekam keinen Stempel und nur Bier sowie Weinschorle. Unter 16-jährige bekamen ein deutliches, rotes Kreuz auf den Handrücken und hatten am Alkoholausschank keine Chance. Es wurde also viel Wert auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes gelegt, obwohl gerade bei so einem Benefizfestival jeder Euro zählt.

Hinter der Kasse waren auch gleich die Merchandisestände für die Bands, eine Etage höher die Bühne, eine Bar mit Tisch (aus einer Baumwurzelknolle gefertigt), ein Getränkestand für Bier und Softgetränke, eine Red-Bull-Bar und eine Küche mit Schnitzel- und Frikadellenbrötchen, Kartoffelsalat und einigen anderen Leckereien. Für das leibliche Wohl war also genauso gesorgt wie für Parkplätze. So konnte ich beruhigt etwas essen auf den Auftritt der ersten Band warten.

Und aus den eigens bedruckten Festivalbechern schmeckte der Gerstensaft wie auch alles andere noch mal so gut.

Becher mit Aufdruck vom Heavy Metal Marder Festival
Für so ein Metalfestival sollte man natürlich lange Haare haben. Manche gönnen sich da gern noch eine Sicherheitsreserve in Form von extra langen Haaren.

Besucherin mit langen Haaren


MEET THE MAGGOTS

Für eine Band gibt es nichts Schlimmeres als vor einer leeren Halle zu spielen. Insofern hatten MEET THE MAGGOTS aus Albstadt einen schweren Stand, da noch nicht viele Gäste dort waren und sich die Anwesenden in vornehmster Zurückhaltung am hinteren Ende der Halle übten. Frontmann CHRIS HAILFINGER sah dies allerdings eher als Herausforderung zeigte Höchstleistungen an Unterhaltung, Motivation, Späßen und wurde es nicht leid, die Leute aufzufordern, nach vorn zu kommen. Irgendwann zeigte dies sogar Wirkung als sich die Überzeugung breit machte, dass MEET THE MAGGOTS tatsächlich nicht beißen.

Als Fotograf natürlich komfortabel, da wir zu dritt einen Fotografengraben in der Breite eines Fußballfeldes hatten. Aber für die Band tat es uns trotzdem leid. Denn Gitarrist GERD NAGY schleuderte seine lange, blonde Mähne nur so herum, während er in die Saiten griff. Ein Anblick, der sicher viele Frauen dahin schmelzen ließe und sich nur aus der Nähe wirklich genießen lässt!

Gitarrist von AXXIS mit wirbelnden Haaren
Auch Sängerin MELISSA trug einen guten Teil zur Show bei und machte allerlei Späße mit dem Publikum oder tanzte auf der Bühne mit CHRIS.

 

MELISSA von MEET THE MAGGOTS mit buntem Hut

 

 

MELISSA UND CHRIS tanzen auf der Bühne


Wir werden auf jeden Fall versuchen, MEET THE MAGGOTS noch einmal live zu erleben und diesmal vor einer Publikumsmenge, die dem wirklich tollen Auftritt der Band gerecht wird.

Die Band selbst nahm die geringe Zuschaueranzahl allerdings gelassen, wie sie später berichtete, und war dennoch gut gelaunt.

 

CHRIS von MEET THE MAGGOTS




B-B-P

Als zweites betrat die Gruppe BANG BUS PROJEKT, kurz B-B-P, die Bühne. Der Sound wurde damit schon deutlich härter, die Texte auch. Dem Publikum vermittelt wurden die Texte von ALEX THE VOICE-MACHINE, da der vorherige Shouter Daniel durch eine Stimmband-OP nur noch eingeschränkt singen konnte.
ALEX legte sich jedenfalls stimmgewaltig ins Zeug, auch wenn das Publikum von der Größe her nur langsam zunahm. So fragte ALEX zu Beginn des vierten Songs im Scherz, ob sie wieder gehen sollen, aber schon die ersten Klänge des Intros machten deutlich, dass B-B-P keinesfalls gehen wird. Nicht vorzeitig von der Bühne und auch nicht in absehbarer Zeit aus der Metalszene.

Sänger von B-B-P
Gitarre und Bass wurden dabei ordentlich in die Mangel genommen und der Verdacht, dass der Teufel oder zumindest eine gesunde Portion Wahnsinn in die Jungs gefahren sei, lag manchmal recht nahe.

Bassist von B-B-P
Auch das Schlagzeug wurde nicht geschont, wie hier gut zu sehen ist:

kaputtes Schlagzeug von B-B-P

Die vier Jungs aus dem Süden Deutschlands legten jedenfalls einen gelungen Auftritt hin, der nicht nur das Publikum sondern auch MEET THE MAGGOTS begeisterte, die sich ebenfalls den Auftritt des Quartetts ansahen.

MEET THE MAGGOTS im Publikum

 

Wie hier rechts im Bild gut zu sehen gefielen vor allem GERD die Gitarrenriffs seines Musikerkollegen.


ROBERT von MEET THE MAGGOTS headbangend vor B-B-P

 

B-B-P stellten außerdem ihre CD „Better Life“ vor, die man auf der Homepage der Band kostenlos herunterladen oder auch ganz regulär kaufen kann. Ich für meinen Teil hab eine vom Festival mitgenommen und werde sie nur ungern aus dem CD-Laufwerk nehmen.



WARBEAST MMVIII


Wer denkt, Benefizkonzerte und -festivals sind klein und nur mit regionalen Bands besetzt mag manchmal Recht haben. Hier allerdings liegt diese Einschätzung deutlich daneben. WARBEAST MMVIII kamen, wie eingangs erwähnt, extra aus Belgien nach Deutschland und gaben hier ihr erstes Konzert. Der Zusatz „2008“ in römischen Ziffern, der dem Bandnamen beigefügt wurde, kam übrigens zustande, da es bereits eine amerikanische Band namens WARBEAST gibt.

WARBEAST MMVIII begannen als Projekt, bei dem es nur um den Spaß an der Musik ging und diese Leidenschaft merkte man den Jungs auch an. Trotz einiger Rückschläge seit Beginn ihrer Karriere und anfänglichen Schwierigkeiten bei der Besetzung hatten sie bald Erfolg. Und den zu recht, wie sie nun beweisen konnten.

Denn nun war es mit dem ruhigen Festival endgültig vorbei. Während B-B-P sich noch als Crossoverband verstehen sind die fünf Jungs von WARBEAST
Trash- bzw. Deathmetaler. Und als solche haben sie natürlich einen Ruf zu verteidigen. KEVIN gröhlte mit größter Hingabe ins Mikrofon,

Shouter von WARBEAST MMVIII
und auch die Gitarristen standen dem in nichts nach.

Gitarrist von WARBEAST MVIII
Der größer werdenden, feiernden Masse kam KEVIN zwischenzeitlich auch näher, indem er die Bühne verließ und quasi mitten im Publikum sang.

KEVIN, der Shouter von WARBEAST MVIII im Publikum vor der Bühne
Den wirklichen harten und schnellen Sound kann man kaum in Worte fassen (muss man auch nicht, gibt ja ein Album ;-) ), aber wer möchte kann auf ihrer MySpace-Seite reinhören.

Und da man den Auftritt noch schlechter in Worte fassen kann (zumal es nun endlich etwas dunkler wurde, so dass auch eine vernünftige Lichtershow möglich wurde, lassen wir einfach ein paar Bilder sprechen.

Gitarrist von WARBEAST MMVIII

WARBEAST MMVIII

 

WARBEAST MMVIII

 

Basedrum von WARBEAST MVIII


VANISH

Nachdem es gehörig aufs Trommelfell gab beruhigte sich die (Ton-)Lage ein wenig als VANISH auf die Bühne kam. Fünf tapfere Recken aus Stuttgart, seit mehr als zehn Jahren zusammen auf der Bühne, mutig genug neben althergebrachtem Metal auch Synthesizerklänge einzubauen. Und das ist noch nicht alles, was zu VANISH zu sagen gibt. Neben den obligatorischen, treibenden Riffs wird das Gesamtbild von BASTIANS ROSEs Stimme abgerundet, der von laut und heftig (wenn auch nicht als Shouter) bis hin zu ruhig und melodisch alles beherrscht - und nebenbei noch das Keyboard spielt.

Entsprechend begeistert war das Publikum vom Auftritt der Jungs, auch wenn die Musik nicht ganz so sehr zum headbangen einlud.

klatschendes Publikum bei VANISH
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der Sound der Stuttgarter nicht mehr in angemessene Worte fassen lässt. Da hilft CD kaufen oder live dabei sein, wenn VANISH wieder auftreten.

Um einen kleinen Eindruck zu gewinnen greife ich an dieser Stelle auf Isabel zurück, die ich beim Heavy Metal Marder Festival kennen lernte und die von diesem und den anderen Auftritten Videos gedreht hat.



Der Sound war jedenfalls so berauschend, dass es mir Stunde lang schwer fiel, Fotos zu machen anstatt einfach nur mitzufeiern. Aber wie man sieht war ich dann doch fleißig:

VANISH

 

 

Sänger von VANISH

 

 

Sänger von VANISH am Keyboard

 

 

VANISH

 

 

VANISH

 

 

VANISH

 

 

VANISH


CLUSTERHEAD

Eine Stunde bei ruhigeren Klängen ausruhen und eine halbe Stunde Umbaupause müssen dann auch reichen, denn nun kamen CLUSTERHEAD und drehten mächtig auf. Zwar hatte Sänger RENE ganz metaluntypisch keine Haare auf dem Kopf, aber wer braucht schon Haare wenn er so eine beeindruckende Erscheinung bietet?

RENE von CLUBHEAD
Beim Versuch, CLUSTERHEAD musikalisch einzuordnen bin ich allerdings schon während des Konzerts gescheitert. Die Riffs und das Schlagzeug erinnern an Metal, der Gesang ist jedoch verständlich, es gibt ruhige Passagen, Samples, manche Stücke erinnern eher an Balladen, im nächsten Song wird wieder daran erinnert, dass es sich doch um eine härtere Formation handelt. Die eigene Bezeichnung als „Power Music“ trifft es da wohl doch ganz gut.

Nun ließ sich das Publikum endgültig mitreißen und lieferte sich ein kollektives Gruppenheadbangen.

Zuschauer beim headbangen

 

 

Publikum
Spaß und Leidenschaft kamen auch hier nicht zu kurz und so kam auch bei einem recht kleinen Publikum eine Menge Stimmung auf. Wenn RENE nicht gerade sein Mikrofon bearbeitete imitierte er Gitarrist FRANK oder tobte über die Bühne.

Hier ein paar Impressionen, die mehr sagen als tausend Worte.

Gitarrist von CLUSTERHEAD
RENE von CLUSTERHEAD
Gitarrist von CLUSTERHEAD
RENE von CLUSTERHEAD
Am Ende bedankte sich CLUSTERHEAD noch per Handschlag bei den Fans.

Handschlag vom Gitarristen von CLUSTERHEAD zu einem Zuschauer
Nach dem Auftritt stand RENE übrigens auch noch für ein nettes Gespräch am Merchandisestand bereit. Eben eine Band zum anfassen (und lieb haben).



Die große Verlosung

Wie so oft auf wohltätigen Veranstaltungen gab es auch diesmal eine Verlosung. Zu gewinnen gab es nicht nur T-Shirts und CDs sondern auch ein Trinkhorn, dass auch der trinkfesteste Metaler nicht so ohne Weiteres auf Ex leer ziehen kann. Mit dem Volumen von vier Litern (sic!) fasst es genug, um ordentlich zu feiern.

Den Gästen schmackhaft gemacht wurde das Horn durch STEFFEN SCHENK von Radio FIPS, der im Festival-Shirt und Perücke durch das Publikum streifte und Lose verkaufte.

STEFFEN SCHENK von Radio FIPS mit 4-Liter-Trinkhorn und Perücke
Die Ziehung der glücklichen Gewinner erfolgte dann vor dem Auftritt der letzten Band.

STEFFEN SCHENK von Radio FIPS bei der Verlosung
Es war sicher ein wenig ironisch, dass ausgerechnet ein junger Mann in Anzug und Krawatte das riesige Trinkhorn gewann.

Der Gewinner des Trinkhorns



AXXIS

Von vielen sehnsüchtig erwartet. Vor allem von denen, die extra für AXXIS gekommen sind. Verständlich, denn mit AXXIS holte man sich fünf Jungs auf die Bühne, die nicht nur seit 23 Jahren im Geschäft und schon von Los Angeles bis nach Japan gereist sind sondern auch schon bei riesigen Events wie Rock am Ring spielten.

AXXIS verstehen sich als Liveband, was auch aus einem Zitat des Sängers BERNHARD WEIß unmittelbar erhellt: „Es ist einfach die schönste Art, deine Musik zu spielen, schon deswegen weil du direkt mit deinen Fans zusammen bist.“

BERNHARD WEIß von AXXIS mit Fans vor der Bühne
Und die Fans wollten unbedingt mit AXXIS zusammen sein, so dass sie auch zur recht späten Stunde (AXXIS begannen ihren Auftritt erst gegen 23:00h) noch kräftig mitfeiern konnten.

Zuschauer bei AXXIS
Die Stimme von Sänger BERNHARD ist dabei ebenso grandios wie die Stimmung bei den Fans es war. Neben eingängigen Melodien zum mitgehen gab es auch nachdenkliche Texte.

Der Auftritt dauerte zwei Stunden, aber ich war gewiss nicht der einzige der sich wünschte, sie würden nie mehr aufhören. Schließlich waren sie auch zwei Stunden lang am Stück hochmotiviert und spielten ihre Songs voller Hingabe.

AXXIS
Gitarre in Nahaufnahme
Gitarristen von AXXIS
Sänger BERNHARD WEIß von AXXIS
Sänger BERNHARD WEIß von AXXIS
Im Hintergrund wurden auf einer Leinwand noch Bilder aus der langjährigen Bandhistorie gezeigt.

AXXIS mit Leinwand im Hintergrund
Zudem legten sie im letzten Drittel des Auftritts noch einige Akustiknummern hin. Wunderbar um das Festival gemütlich ausklingen zu lassen...

Gitarrist von AXXIS mit Akustikgitarre
AXXIS
Schriftzug AXXIS auf der Leinwand


Alles in allem ein tolles Festival, auch wenn die Gästeanzahl sehr viel höher hätte sein müssen. Nicht nur wegen des Zwecks, Geld für den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. zu sammeln. Auch das Line Up war jeden Aufwand wert. Auch wenn man vielleicht nicht jede Band kannte, so haben doch alle eine gute Show geliefert.

Vielleicht lag die geringe Besucherzahl auch daran, dass es erst das zweite Heavy Metal Marder Festival war und noch bekannter werden muss. Wir drücken jedenfalls alle Daumen und hoffen, dass es 2012 in die dritte Runde gehen wird!!

 

In diesem Sinne:

 

Hell Yeah!!


 

 

 

 

Weitere Bilder findet ihr in der Galerie!

 

und auf der Homepage von Isabel

 

Videos vom HMMF sind auf Isabels youtube-Account zu finden

 

 

 

 

 

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