Pirats Bestiarium: Kranich (Grus grus)

Kranich (Grus grus (Linnaeus, 1758))

 

 

Namensbedeutung. Schon Linnaeus war in seiner Systema Naturae nicht sehr kreativ. Er steckte den Kranich in die gleiche Gattung wie die Reiher und benannte ihn als Ardea grus – die lateinischen Bezeichnungen für Reiher und Kranich. Nur zwei Jahre später erkannte der französische Zoologe Mathurin Jacques Brisson, dass der Kranich sich so deutlich von den Reihern unterscheidet, dass man ihn besser in eine eigene Gattung stellt und benannte sie ebenfalls einfach als Grus – Kranich. Woher wiederum genau dieser Wortstamm sich ableiten lässt, ist nicht ganz klar – von ihm leitet sich auch unser deutsches Wort Kran ab oder das griechische Geranos (ebenfalls Kranich). Es gibt die alte Idee, dass sich Grus ursprünglich vom lateinischen „congruere“ für „übereinstimmen“ abgeleitet haben könnte. Die Begründung dafür sollen demnach die gemeinsamen Verhaltensmuster der Kraniche sein – etwa Balz-und Zugverhalten.

Synonyme. Ardea grus, Grus turfa.

Verwandtschaftsbeziehungen. Animalia; Eumetazoa; Bilateria; Deuterostomia; Chordata; Craniota; Vertebrata; Gnathostomata; Eugnathostomata; Osteichthyes; Sarcopterygii; Rhipidistia; Elpistostegalia; Stegocephali; Tetrapoda; Reptiliomorpha; Amniota; Reptilia; Eureptilia; Romeriida; Diapsida; Neodiapsida; Sauria; Archosauromorpha; Archosauriformes; Archosauria; Ornithotarsi; Ornithodira; Dinosauromorpha; Dinosauria; Saurischia; Theropoda; Neotheropoda; Averostra; Tetanurae; Orionides; Avetheropoda; Coelurosauria; Tyrannoraptora; Maniraptoriformes; Maniraptora; Eumaniraptora; Avialae; Pygostylia; Ornithothoraces; Euornithes; Carinatae; Ornithurae; Aves; Neognathae; Neoaves; Gruiformes; Gruidae; Gruinae; Grus.

Die Verwandtschaftsbeziehungen der Vögel sind in den letzten 20-30 Jahren dank neuer Methoden und Befunde ganz schön auf den Kopf gestellt worden – nach außen wie nach innen. Nach außen hat sich inzwischen als Hieb-und Stichfest erwiesen, dass die Vögel nichts weiter als stark abgeleitete und spezialisierte räuberische Dinosaurier (Theropoda) sind. Damit sind sie nach phylogenetischen Maßstäben nichts anderes als Vertreter der Reptilia. Das bedeutet, der nächste Verwandte des Kranichs von den bisher hier vorgestellten Art ist der Helmbasilisk (Basiliscus basiliscus). Nicht weniger interessant sind die großen Änderungen der Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Vögel. Neue molekularbiologische Techniken haben hier in den letzten 25 Jahren zu einer Fülle neuer Erkenntnisse geführt – und neue Fragen aufgeworfen. So ist die interne Systematik der Neoaves nicht restlos aufgelöst; einige Forscher postulieren aufgrund von DNA-Abgleichen zwei grundsätzliche Hauptlinien, die Coronaves und die Metaves. Dies basiert aber lediglich auf dem Unterschied eines einzigen DNA-Abschnitts und wird durch andere Abschnitte des Erbguts nicht gestützt, ist also nur sehr schwach unterstützt. Morphologisch, also im Körperbau, ist dies gar nicht nachvollziehbar. Daher habe ich dies hier nicht übernommen. Die Kranichvögel (Gruiformes; sie würden übrigens theoretisch zu den Coronaves gehören) sind zumindest eine gut abgegrenzte und wiederholt als monophyletisch bestätigte Gruppe, zu der unter anderem auch die Rallen gehören. Die nächsten Verwandten der Kranichvögel dagegen überraschen, wenn man den DNA-Analysen glauben darf: Es sind die Cuculidae, die Kuckucke. Sie bilden anscheinend tatsächlich die Schwestergruppe der Kranichvögel. 

Verbreitung. Der Kranich hat eine großflächige eurasische Verbreitung, die noch dadurch ausgedehnt wird, dass es sich um einen Zugvogel handelt. Das Brutgebiet erstreckt sich von Skandinavien im Westen bis fast zur Küste des Ochotskischen Meeres im östlichen Sibirien im Osten. Im Detail bedeutet dies, dass die Art im südlichen Norwegen, fast ganz Schweden, im nördlichen Dänemark, in Finnland, den baltischen Staaten, Weissrussland, weiten Teilen Russlands bis hinauf zur Halbinsel Kola und südlich der sibirischen Tundra, also im Gebiet der sibirischen Taiga vorkommt. Die südlichsten Populationen siedeln im nördlichen Polen, der nördlichen Ukraine, dem nördlichen und östlichen Kasachstan, dem Norden der Mongolei, in einigen Randbereichen der chinesischen Gebiete Mandschurei und Xinjiang. Grob gesehen bildet der 51. Nördliche Breitengrad in etwa die Südgrenze des Brutgebietes. In Deutschland gibt es brütende Kraniche im Nordosten, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg – aber überwiegend östlich der Flüsse Weser und Aller. In jüngster Zeit ließen sich erste Brutpaare auch in Sachsen, Thüringen und Bayern nieder. Ganz selten lassen sich Kraniche in Italien, Frankreich, England (hier gibt es neuerdings eine kleine Kolonie in Norfolk), den Niederlanden und Tschechien blicken um zu brüten. Interessanterweise gibt es in Tibet, der Türkei und im kaukasischen Gebiet um Georgien und Armenien eigenständige Brutpopulationen, die teilweise nicht in Winterquartiere wandern.

Die Winterquartiere der europäischen Populationen liegen im südwestlichsten Frankreich, in Spanien und Südportugal, außerdem in Marokko, Algerien, Tunesien, im westlichen Libyen, in Ägypten (vor allem im Deltabereich des Nils), im Sudan, in Äthiopien im regenreicheren Hochland und in Eritrea. Die westrussischen Populationen wandern in die Türkei, nach Syrien, Libanon, Jordanien, Irak und Iran, teilweise auch bis in die gebirgigen Regionen im Grenzgebiet von Saudi-Arabien und Jemen. Die zentralasiatischen Populationen zieht es mehr nach Turkmenistan, ins iranisch-afghanische Grenzgebiet und den Norden Indiens und den Südosten Pakistans. Die Populationen im fernen Osten Sibiriens wandern nach Ost-und Südchina, gelegentliche Irrläufer finden sich hier bis Burma, Thailand, Vietnam, Korea, Japan oder gar die nördlichen USA wieder.

Die Art existiert bereits seit dem von wechselnden Kalt-und Warmzeiten mit zum Teil großflächigen Vereisungen geprägten Pleistozän (vor 2,58 Millionen bis nicht ganz 12000 Jahren). In dieser Zeit wanderte das Verbreitungsgebiet des Kranichs mit dem Vorstoßen und dem Zurückziehen der Gletscher mit, nach Süden oder Norden. Vermutlich geht darauf auch das Zugverhalten zumindest teilweise zurück. Noch in historischer Zeit war der Kranich als Erbe aus dieser Zeit wesentlich weiter verbreitet. Als subfossile steinzeitliche Funde ist er zum Beispiel auch auf Malta nachweisbar. Und noch in der Antike und im Mittelalter war er in Irland, Rumänien, auf dem Balkan südlich der Donau bis hin nach Griechenland heimisch. Dort brüten heute nur noch sehr selten einige Kraniche. In Ungarn brüteten noch 1952 Kraniche und in Spanien 1954. Heute sind beide Standorte nur noch Rast-und Winterstandorte.

 

Bild 1: Verbreitungskarte des Kranichs mit den wichtigsten Brutgebieten und Überwinterungsgebieten sowie den ungefähren Verläufen der Zugwege. Quelle: Wikipedia.

 

Groß und anmutig. Der Kranich, auch als Gemeiner Kranich, Graukranich oder Eurasischer Kranich bezeichnet, gehört zu den größten Vögeln, die man auch in Deutschland beobachten kann. Trotz seiner Größe ist er dabei nicht plump. Mit seinen langen Beinen und dem langen Hals ist der Kranich bis zu 130 cm groß, wobei die Weibchen durchschnittlich kleiner als die Männchen bleiben und meist nur etwa 112 cm erreichen. Das wirkt sich auch auf das Gewicht aus: Während die Männchen bis zu sieben Kilogramm wiegen können, bleiben die Weibchen meist ein bis zwei Kilogramm leichter. Ansonsten sind die beiden Geschlechter äußerlich kaum zu unterscheiden, da die Gefiederfärbung keine Unterschiede hergibt. Die Flügelspannweite kann bei ausgewachsenen Kranichen mehr als 240 cm betragen. Die Schwingen sind sehr breit und ermöglichen den Tieren ausdauerndes Segeln. Ein wenig untersuchtes, aber interessantes Detail am Rande: Wie Knochenfunde aus Ungarn belegen, waren Kraniche zur Zeit der Römer zumindest teilweise bis zu 20 % größer als ihre heutigen Artgenossen. Der Grund dafür ist nicht bekannt, man könnte spekulieren, ob klimatische oder sonstige Umweltfaktoren dafür verantwortlich waren.

Der gesamte Habitus des Kranichs wird durch den langen Schnabel (der mehr als 10 cm lang sein kann), den langen Hals und die langen Beine bestimmt. Eine gedeckte graue Grundfärbung ist am häufigsten, seltener sind leicht bräunliche, dunkelgraue oder weiße Exemplare. Lediglich an den oberen Halsseiten geht das Grau in einen weißen Streifen über. Die grauen Oberarmfedern sind so lang, dass sie bei zusammengelegten Flügeln als kleine Schleppe über die kurzen, schwarzen Schwanzfedern hinausragen. Auch die Schwungfedern sind schwarz, ebenso die Halsunterseite und das Gesicht. Lediglich eine federlose Partie auf der Kopfoberseite ist rot gefärbt (außer bei einer neuentdeckten Unterart). Vor allem die schwarz-weiße Zeichnung an Hals und Kopf verstärkt den anmutigen Eindruck der Kraniche, obwohl die Gefiederfärbung nun nicht sonderlich bunt und exotisch ist.



Bild 2: Dieser Kranich im Flug wurde 2010 von Steve Garvie in Schottland fotografiert. Dort sind Kraniche heutzutage seltene Gäste, nachdem sie in historischer Zeit als Brutvögel dort ausgerottet wurden. Möglicherweise siedeln sie sich in absehbarer Zeit wieder an. Man sieht auf diesem Bild sehr schön die typische Musterung. Quelle: Wikipedia/ Steve Garvie.


Innerartliche Variationen. Ein hochgradig interessantes Thema bei Arten mit so großem Verbreitungsgebiet ist immer auch die innerartliche Variation. Biologen erwarten fast unvermeidlich, dass sich dann einige Populationen, vor allem an den Rändern des Verbreitungsgebietes, ein wenig voneinander unterscheiden. Beim Kranich unterschied traditionellerweise auch tatsächlich zwei Unterarten: Grus grus grus als westliche Unterart und Grus grus lilfordi als östliche Unterart. Ungefähre Grenze zwischen beiden Unterarten sollte der Ural sein. Die westliche Unterart sollte etwas größer und dunkler gefärbt sein als die östliche. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde diese Unterscheidung allerdings angezweifelt. Vor allem die Färbungsunterschiede schienen nur auf ein auffälliges Verhalten der Tiere in der Paarungs-und Brutzeit zurückzugehen: Die Kraniche streichen Erdreich in ihr Rückengefieder, wodurch dieses sich zum Beispiel bei europäischen Individuen leicht bräunlich färbt. Anscheinend ging der Farbunterschied zwischen den Unterarten nur darauf zurück, dass die östliche Unterart weniger und anderes Substrat in ihr Gefieder streicht.

Jüngste Forschungen brachten die Existenz von Unterarten aber wieder auf die Tagesordnung. Zunächst wurden in den letzten Jahren zwei neue Unterarten beschrieben – beide aus Populationen, die am Rand des Brutgebietes liegen und relativ isoliert von den Hauptpopulationen sind. Die jüngste Neuentdeckung ist dabei die Unterart Grus grus korelovi, die 2011 beschrieben wurde. Die dunkle Kopf-und Halsfärbung ist schärfer vom weiß abgesetzt, die rote Partie am Kopf ist breiter als bei den anderen Kranichpopulationen, außerdem gibt es Unterschiede in den Details der Flügelfedermusterung. Die Unterart lebt nur in den abgelegenen Höhenlagen des Tian Shan-Gebirges in Kasachstan und Xinjiang (China). Bereits einige Jahre zuvor, 2007, hatte das gleiche Forscherteam, welches die neue Unterart im Tian Shan identifizierte, die Unterart Grus grus archibaldi aufgestöbert. Diese lebt mit einer kleinen Population in den Bergen des Kaukasus. Der erste Brutstandort wurde in der Region um den Lake Arpi in Armenien gefunden. Inzwischen kennt man sie auch aus der Provinz Javakheti im Süden Georgiens und der Region Kars im Nordosten der Türkei. In diesem Fall ist die Unterart sogar noch deutlicher von den Hauptpopulationen unterschieden: Die rote Kopfpartie ist hier schwarz, außerdem besitzt das Auge eine bei anderen Kranichen untypische gelbe Färbung. Auch die Färbung der Eierschalen ist etwas anders. Auch die Populationen dieser Unterart leben relativ isoliert vom Rest der Art.

Für Evolutionsbiologen sind solche isolierten Populationen hochgradig interessant. Man geht heutzutage davon aus, dass sich neue Arten dadurch bilden, dass einzelne Populationen vom Rest ihrer Artgenossen isoliert werden und sich dadurch Veränderungen nur in ihrem begrenzten Bestand ausbilden und verbreiten. Dadurch werden irgendwann so große Unterschiede angehäuft, dass der Abstand zu anderen früheren Artgenossen zu einer unüberbrückbaren Schranke geworden ist – eine neue Art ist entstanden. Eine Unterart wie Grus grus archibaldi kann hier als Momentaufnahme irgendwo auf dem Weg dieses Prozesses begriffen werden. Noch ist die Schranke nicht so groß, dass der Point of no return der Artbildung erreicht wäre. Aber man kann sich gut vorstellen, dass weitere Jahrtausende der weitgehenden Isolierung von anderen Kranichpopulationen die Unterschiede noch vertiefen könnten und dann eine eigene Art aus dieser Unterart geworden ist.

Jüngere Untersuchungen an der mitochondrialen DNA verschiedener Populationen des Kranichs konnten die Unterteilung in vier Unterarten nur geringfügig erhärten, wenngleich sie einen genetischen Stammbaum ergaben, der in etwa dieser Unterteilung entspricht. Allerdings sind die genetischen Unterschiede zwischen den einzelnen Populationen und Unterarten ziemlich gering: Sie liegen bei deutlich unter 1 % und beruhen vermutlich auf recht jungen Veränderungen des Erbguts – die Isolierung einzelner Populationen hat also erst in den letzten Jahrtausenden eingesetzt. Geringe Veränderungen im Erbgut hatten hier offenbar zum Teil schnelle und deutliche Änderungen des Äußeren zur Folge, zum Beispiel die schwarze statt rote Hautpartie am Kopf bei Grus grus archibaldi.



Bild 3: Zum Vergleich: Der Kopf eines durchschnittlichen Kranichs (Grus grus grus)… Quelle: http://www.zootierliste.de



Bild 4: …und der Kopf der neuen armenischen Unterart Grus grus archibaldi. Quelle: http://www.aspbirds.org


Lebensräume. Kraniche bevorzugen eindeutig feuchtere Lebensräume, grundsätzlich ist aber vor allem wichtig, dass es überhaupt einen Wasserzugang gibt. In Europa und Nordasien lassen sich die Brutpaare meist in Mooren, Sümpfen, Feuchtwiesen, Seeufern, Marschen und Bruchwäldern nieder. In Zentralasien brüten die Kraniche auch in trockeneren und offenen Pinien-und Birkenwäldern. Hier ist dann wichtig, dass Wasserstellen in der Nähe sind. In den Winterquartieren suchen die Kraniche sehr ähnliche Lebensräume auf. In Nordinien finden sie sich häufig auf Reisfeldern ein. In Spanien und Teilen des Nahen Ostens finden sie auch in savannenartigen Lebensräumen ein Auskommen, solange es noch einige Baumbestände gibt (zum Beispiel Eichen). Auch abgelegene, flache Meeresbuchten und Flussdeltas werden dann häufiger von überwinternden Kranichen aufgesucht.

Diese Lebensräume bieten den Kranichen nämlich das größte und reichhaltigste Nahrungsangebot. Ein Kranich erschließt sich eine breite Palette an Nahrungsquellen: Von Körnern, dicht unter der Erdoberfläche liegenden Knollen (wie etwa Kartoffeln), verschiedenen Früchten über Gras und Blätter bis hin zu Insekten, Spinnen, Würmern, Fischen, Fröschen, Eidechsen, Schlangen, kleinen Säugern und Eiern sowie Nestlingen anderer Vögel. In einigen Gebieten, etwa in Spanien und Indien, fallen Kraniche daher auch auf Felder ein, wo sie auf der Suche nach Feldfrüchten und Kleingetier sind. Das führt allerdings auch immer wieder zu Reibereien mit den Menschen. Um Saatkörner, Wurzeln, Knollen oder Würmer zu finden, wühlen die großen Vögel richtig mit ihrem Schnabel im Boden. Zugleich ist der lange Schnabel ein geschickt einsetzbares Werkzeug um Insekten zielgenau aufzulesen.

Interessanterweise wechselt der Schwerpunkt der Ernährung im Laufe des Jahres. Im Frühjahr, kurz vor dem Start der Wanderung in die Brutgebiete bzw. während der Rasten, verbringen die Tiere bis zu 80 % ihrer Aktivitätszeit damit, pflanzliche Nahrung zu suchen, vor allem Körner und ähnliches. Zum Frühsommer hin verschiebt sich der Schwerpunkt auf kleine Wirbellose, also Insekten und Würmer, sowie kleine Wirbeltiere. Später, wenn auch die Jungen versorgt werden müssen, ergänzt auch etwas größere Beute wie Nagetiere und Fische das Nahrungsangebot. Auf der Rückwanderung in die Winterquartiere dann nehmen wieder pflanzliche Nahrungskomponenten den Schwerpunkt ein – Früchte, Saatgut, Blätter, ergänzt durch Insekten. Im Winterquartier dann ernähren sich Kraniche weitestgehend vegetarisch. Der Anteil der Nahrungssuche an der gesamten Aktivität während eines Tages kann während der Brutzeit auf rund 40 % sinken.

Ein weiterer Grund für die Auswahl des Lebensraums ist grad in den Brutgebieten die Sicherheit des Nestes. Feuchte, sumpfige Lebensräume bieten mehr Möglichkeiten Brutplätze an halbwegs geschützten und schwer zugänglichen Stellen zu finden. In Wäldern bieten Bäume außerdem Sichtschutz. Zugleich versuchen die Elternvögel selber ihre Umgebung möglichst gut im Blick zu haben, also darf ein Wald auch nicht zu dicht sein.



Bild 5: Ein Trupp Kraniche auf Nahrungssuche in einem indischen Nationalpark, vermutlich im Winterquartier. Quelle: Wikipedia/ J.M.Garg.


Brutplatz und Balz. Kraniche sind traditionell besonders für ihre monogame Treue bekannt. Nun, inzwischen weiß man, in dem Punkt muss man Abstriche machen. So ganz absolut lebenslang treu sind auch Kraniche nicht. Kraniche bilden meist erstmals im jugendlichen Alter von zwei Jahren Paare, meistens während Rastaufenthalten auf der Frühjahrswanderung. Allerdings kommt es dabei noch nicht zur Brut. Ob aus diesen „Jugendromanzen“ später dann immer längere Paarbindungen mit Bruterfolg werden, ist nicht ganz klar. Dies konnte bisher anscheinend nur in einem Fall sicher nachgewiesen werden. Erst im Alter von drei bis fünf Jahren brüten Kraniche zum ersten Mal. Die dann gebildeten Paare bleiben häufig tatsächlich ein Leben lang zusammen, allerdings gibt es auch nicht allzu selten später im Leben Partnerwechsel, häufiger als früher gedacht und nicht nur nachdem ein Partner gestorben ist. Die Kranichpaare besetzen in ihren Brutgebieten, die sie meist Ende Februar/Anfang März erreichen, Brutreviere. Dabei handelt es sich um ein bestimmtes Terrain, das nicht nur gute Stellen für den Nestbau aufweist, sondern auch genügend Nahrung bietet. Die Größe des Reviers hängt denn auch vom Nahrungsangebot ab, kann aber mehr als 130 Hektar betragen. Die Reviergrenzen werden zum Teil sehr aggressiv gegen andere Kraniche verteidigt, meistens durch das Männchen. Um andere Kraniche aus dem Revier zu vertreiben werden verschiedene Drohgebärden eingesetzt, die im Idealfall zu einem kampflosen Rückzug des Eindringlings führen. Dieses Verhalten soll die Verletzungsgefahr minimieren. Reicht das nicht, attackieren die Vögel unter Einsatz des Schnabels und mit Tritten. Eindringlinge werden dann solange verfolgt, bis sie die Reviergrenze überschritten haben.

Mehr oder weniger im Zentrum eines Reviers liegt der eigentliche Brutplatz. Kraniche stellen verschiedene Bedingungen an diesen. Ruhe und ein gewisser Sichtschutz sind von Vorteil. Auch wenn das umliegende Gelände schwer zugänglich ist, etwa weil der Boden sumpfig ist oder – noch besser – etwa einen halben Meter hoch mit Wasser bedeckt ist, wird von den Vögeln bevorzugt. Mit ihren langen Beinen können sie problemlos zu ihrem Nest waten. Das Nest selber wird am Boden angelegt und aus Pflanzenteilen gebaut. Es hat die Form einer bis zu 20 cm hohen Plattform mit manchmal mehr als einem Meter Durchmesser. Im Laufe der Zeit sackt das Nest allerdings etwas in sich zusammen, weshalb die Tiere mit neuem Baumaterial immer wieder nachbessern. Wenn der Brutplatz, was manchmal vorkommen kann, bei zu trockener Witterung trocken fällt, führt dies meist zu Übergriffen von Raubtieren auf die Gelege.

Nicht weniger als der gemeinsame Nestbau ist der Paartanz für den Zusammenhalt der Kranichpärchen wichtig. Ich verwende hier den Begriff Paartanz, weil mir das gewohntere „Balztanz“ nicht ganz angemessen erscheint. Die Kraniche führen ihre gemeinsamen Tänze ganzjährig auf, nicht nur zur Balz zu Beginn der Brutzeit. Die Tänze dienen durchgängig der Stärkung der Paarbindung. Im Frühjahr, etwa ab März, werden die Tänze jedoch intensiver und länger, um die Tiere auf die Brutzeit einzustimmen. Der Tanz bestehend aus mehreren Elementen: Die Tiere gehen halb in die Hocke, springen, laufen zusammen los, breiten die Flügel aus, werfen mit Pflanzenstücken um sich und geben laute Trompetenrufe von sich. Die Reihenfolge ist nicht gänzlich festgelegt. Wenn das Weibchen dann in Paarungsstimmung kommt, winkelt es die Flügel an und gibt Gurr-Laute von sich. Das ist das Zeichen für das Männchen, aufzuspringen und die Begattung zu vollziehen. Diese dauert nicht lange, anschließend springt das Männchen nach vorne vom Weibchen runter. Das Paarungsritual wird dann mit lauten Trompetenrufen im Duett abgeschlossen. Diese Rufduette sind auch sonst oft zu hören, sie sind besonders wichtig für die Paarbindung.





Bilder 6 bis 8: Kraniche beim Balztanz. Quelle: grauer-kranich.de



Bild 9: Ein sehr intimer Moment…Kranichpaarung. Quelle: http://www.killikus.de/kranich-kraniche/


Brut und Jungenaufzucht. Einige Wochen nach der Paarung legen die Weibchen die Eier. Es ist dann oft schon April. Nur zwei Eier werden gelegt, die längsoval geformt sind, um die 185 g wiegen und sehr variabel gefärbt sein können. Meistens sind sie bräunlich mit dunkleren Flecken. Die Bebrütung beginnt schon mit dem ersten Ei, woraus ein Abstand von einigen Tagen beim Schlüpfen der Jungen resultiert. Beide Partner bebrüten die Eier, wobei es auch schon einmal kurze Gelegepausen gibt, wenn die Umstände es erfordern – etwa weil beide Elternvögel zur selben Zeit auf Nahrungssuche gehen müssen. Auch das Wetter kann hierbei eine Rolle spielen. Normalerweise wechseln sich die Tiere in unregelmäßigen Abständen je nach Bedarf ab. Die gesamte Brutdauer beträgt etwa einen Monat.

Wenn die Schlupfzeit näher rückt, bleiben die Elternvögel immer näher beim Nest und machen einen immer nervöseren Eindruck. Die Jungen, die dann schlüpfen, besitzen zunächst ein zimtbraunes Gefieder aus Dunen und wiegen höchstens 150 g. Vor allem die ersten Tage sind kritisch, obwohl die Jungen sich schnell entwickeln. Bereits nach einem Tag können sie selbständig gehen. Einige Tage verbringen sie aber noch mehr Zeit im Nest. Das zuerst geschlüpfte Junge greift in dieser Zeit häufig sein jüngeres Geschwisterchen an und versucht es aus dem Nest zu drängen. Dieses brutale Verhalten scheint seinen Hintergrund zu haben: Einzeln aufgezogene Kranichjunge haben eine höhere Überlebenschance als diejenigen, die mit einem Geschwistervogel aufwachsen. 2001 wurde bei der Population in Nordostdeutschland festgestellt, dass 84 % der Einzeljungen überleben, aber nur 75 % der zu zweit im Nest sitzenden Jungvögel. Daher mag dieses aggressive Verhalten des Erstgeschlüpften eine Strategie sein, das eigene Überleben zu fördern. Erst später legt sich diese Aggressivität. Dies liegt auch daran, dass die Eltern die Jungen schließlich auf immer längere Strecken weg vom Nest mitnehmen. Zu Fuß durchstreift die Familie dann das Gelände auf der Suche nach Nahrung und kehrt nur nachts zum Nest zurück. Sollte das Nest in dieser Zeit unsicher werden, etwa weil das umgebende Terrain trocken fällt, bauen die Altvögel noch an einem geeigneteren Ort ein Ersatznest. Zunächst werden den Jungvögeln von den Eltern Nahrungsbrocken gereicht – Insekten, Würmer, Schnecken und ähnliches. Mit der Zeit lernen die Jungen, selber auf Jagd zu gehen. Interessanterweise sind die jungen Kraniche dabei noch eine ganze Weile ungeschickter als die Eltern und brauchen daher länger um die gleiche Nahrungsmenge zu erbeuten. In dieser Zeit sorgen die Elternvögel dafür, dass die Jungen sich die Zeit zum Training bei der Nahrungssuch nehmen können, indem sie es sind, die die Umgebung im Auge behalten und Feinden absuchen. Dieses Sicherung genannte Verhalten erfordert häufig eine Menge Zeit, die sonst bei der Futtersuche fehlt. Letztlich bedeutet dies, dass die Elternvögel die eigene Futtersuche in dieser Zeit zurückstellen, um über den Nachwuchs wachen zu können. Später, wenn die Jungvögel erfolgreicher bei der Jagd sind, übernehmen sie auch selbst die Sicherung. Wenn eine Bedrohung auftritt, reagieren die Altvögel schnell und energisch. Gegner, die vom Kranich als unterlegen eingestuft werden, werden mit Schnabel und Flügeln angegriffen und vertrieben. Etwas geschickter müssen die Tiere bei offenkundig überlegenen Gegnern vorgehen, etwa beim Menschen. Die Eltern teilen sich dann auf: Ein Elternteil führt die Jungen in sichere Deckung weg, dass andere täuscht eine Verletzung vor, indem es hinkt und die Flügel hängen lässt. Dadurch will der Elternvogel als die attraktivere Beute erscheinen und so einen Gegner von den Jungen ablenken und wenn möglich in eine andere Richtung lenken. Vogelkundler nennen dieses Verhalten „Verleiten“. Die Zeit, in der die Jungen noch nicht fliegen können, ist für die Kraniche dann die kritischste, sieht man von der reinen Brutzeit mal ab (in dieser treten ja allein schon bis zu 30 % Verluste bei den Eiern auf). Aber zum Glück wachsen die Jungvögel schnell. Nach 10 Wochen sind sie fast so groß wie die erwachsenen Tiere – und heben zu ihrem ersten Flug ab.

Interessant ist auch die Stimmentwicklung bei den jungen Kranichen. Als Nestlinge äußern sie noch kurze Kontaktrufe, mit denen sie um Nahrung betteln. Später bekommen die Rufe mehr Modulation und werden zu Kontakttrillern, die die Tiere vor allem während ihres ersten Zugs nach Süden äußern. Im Alter von 9 Monaten kommen die Tiere in einen Stimmbruch, während dem sich in drei Stufen die Klangstruktur der geäußerten Laute messbar verändert. Mit etwa zwei Jahren dann sind die Kraniche erstmals in der Lage, die trompetenartigen Rufe für das Balzduett von sich zu geben.



Bild 10: Ein Kranich an seinem Nest. Ein Junges ist bereits geschlüpft, das zweite Ei liegt noch daneben. Quelle: https://www.kranich-schutz.de/kranich-schutz/kraniche-schuetzen.php / Walter Thiel.



Bild 11: Ein Kranichküken. Quelle: http://www.killikus.de/kranich-kraniche/


Nichtbrüter. Nicht alle Kraniche, die aus den Winterquartieren zurückkehren, brüten auch. Kraniche, die erst ein bis vier Jahre alt sind, bilden sogenannte Nichtbrütergruppen. Sie ziehen wesentlich langsamer in die Brutheimat als die Brutpaare und manchmal bleiben sie auch auf den Rastplätzen entlang der Zugroute zurück, um dort den Sommer zu verbringen. In kleinen Grüppchen, die sich relativ leise verhalten, ziehen sie dann in der jeweiligen Region umher. Sie wechseln selbst die Schlafplätze täglich oder im Abstand weniger Tage. In den Brutregionen können sie dabei nicht in die Reviere eindringen, die von den Brutpaaren verteidigt werden, daher müssen sie etwas Abstand halten. Durch ihre nomadische Lebensweise erschließen die Nichtbrüter auch neue für die Brut geeignete Standorte. In dieser Phase bilden sich die ersten Paarbindungen aus und auch wenn diese wohl nicht immer (oder gar selten) die lebenslange Wahl bleiben, so besiedeln die Tiere später bei ihrer ersten Brut dann gern die von ihnen erkundeten Standorte.

Dieses Verhalten ist gleich in mehrfacher Hinsicht nützlich: Die Tiere dehnen die Verbreitung der Art aus bzw. besiedeln verlassene Standorte neu. Außerdem wird Bevölkerungsüberschuss an Kranichen in bereits besiedelten Gebieten vermieden. Zusätzlich wird so Inzucht vermieden, die andernfalls bei den ansonsten sehr standorttreuen Vögeln eintreten könnte. Möglicherweise entstanden einige isolierte, ganzjährig stationäre Populationen des Kranichs, wie die Unterart Grus grus archibaldi in Armenien, Georgien und der Türkei, ursprünglich aus solchen Nichtbrütern, die auf einem Rastplatz entlang des Zugwegs verblieben und diesen später als Nistplatz auswählten.


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Bild 12: Hier sieht mein Elterntier mit einem bereits flugfähigen Jungvogel. Die Jungkraniche besitzen noch einige Monate eine unauffälligere graue Färbung mit bräunlich-rostfarbenem Kopf. Im Alter von ein bis drei Jahren bildet sich bei der Mauser nach und nach die Färbung der geschlechtsreifen Vögel aus. Quelle: http://grauerkranich.blogspot.de


Die große Wanderung. Eine der am meisten beeindruckenden Verhaltensweisen der Kraniche ist sicherlich ihr Zug ins Winterquartier. Es ist auch die Verhaltensweise, die heutzutage noch von den meisten Menschen in Deutschland (zum Beispiel) wahrgenommen wird.

Die Wanderung beginnt damit, dass sich zuerst die Nichtbrüter, die sich in der Nähe der Brutgebiete befinden, an den seit Generationen benutzten Sammelplätzen einfinden. Dies geschieht etwa ab Ende Juli, verstärkt im August. Auf diesen Sammelplätzen finden sich die Kraniche zu Tausenden ein. In Gruppen schlafen sie in flachem Wasser und gehen tagsüber in der Umgebung auf Nahrungssuche. Die Tiere halten an den Sammelplätzen durch laute Rufe Kontakt. Im August dann werden die Tiere zusehends unruhig. Das Zeichen zum endgültigen Aufbruch nach Süden geben verschiedene Umweltfaktoren – noch bestehendes Nahrungsangebot, Temperaturentwicklung und sogar die Mondphasen. Die ersten Gruppen brechen ab Mitte August auf, wobei sich der Schwerpunkt in den letzten Jahren deutlich in Richtung zweite Septemberhälfte/Anfang Oktober verschoben hat. Für den westlichen Zugweg wurde durch Auswertung der Aufzeichnungen von mehreren Pyrenäenpässen, die die Tiere passieren, eine zeitliche Verschiebung der Südwanderung um rund 20 Tage ermittelt. Die Kraniche fliegen in kleinen Pulks, die meist aus mehreren Pärchen oder Familien bestehen. Dabei bilden sie Formationen, die ein möglichst energiesparendes Fliegen ermöglichen, meistens Keilformationen oder schräg versetzt hintereinander. Zugleich nutzen die Vögel gekonnt Rücken-und Seitenwinde. Auch während des Flugs halten sie durch trompetende Rufe Kontakt zueinander. Diese Rufe tragen ziemlich weit und sind daher noch aus großer Entfernung zu hören. Die letzten Nachzügler der großen Wanderung fliegen manchmal erst im Dezember ab; in jüngster Zeit wurden auch öfter mal Überwinterungen in der Nähe der Brutgebiete beobachtet.

Entlang der Zugrouten gibt es ein Netz von Rastplätzen, welche die Vögel in unregelmäßigen Abständen anfliegen. Auch hier können sich beträchtliche Zahlen an Kranichen einfinden. In der Region um Rügen, in Mecklenburg-Vorpommern und auch an der Havel im Nordosten Deutschlands können sich zum Beispiel Zehntausende Kraniche versammeln. An der Talsperre Kelbra (südlich des Harzes) versammeln sich im Schnitt rund 17000 Kraniche. Andernorts sind es nur wenige hundert Kraniche. An solchen Rastplätzen rasten die Vögel eine Nacht oder auch ein paar Tage, suchen sich Nahrung und fliegen dann bald weiter. Manche Rastplätze haben sich in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt zu Orten der Überwinterung entwickelt, zum Beispiel die Camargue im Süden Frankreichs. Wie lange die Kraniche an den Rastplätzen verbringen, wird letztlich wiederum von den Umgebungsbedingungen diktiert – Nahrungsangebot, Wetter, anscheinend auch Mondphasen.

Auffallend ist, dass sich die nordeuropäischen Kraniche auf zwei Hauptrouten verteilen – eine westliche und eine östliche. Besonders deutlich wird die Aufspaltung ab der Ostsee. Im Westen ziehen die Vögel Richtung Rhein und von dort über die Benelux-Staaten und die Pfalz nach Frankreich. Dort haben sie weitere Rastplätze in der Champagne, bei Orléans und im Südwesten des Landes in der Küstenregion zur Biscaya. In den letzten Jahren scheinen die Tiere vor allem die Champagne und die Picardie im Nordosten Frankreichs als besonders geeignete Rastregion für sich entdeckt zu haben. Die Kraniche, die nicht direkt in Frankreich bleiben, fliegen dann über die Pyrenäen weiter nach Spanien und Portugal. Die Kraniche sammeln sich im Herzen Spaniens an einem der größten Seen des Landes, dem Laguna de Gallocanta. Einige überwintern hier, andere fliegen weiter zu den mehrere Dutzend Überwinterungsplätzen auf der Iberischen Halbinsel oder in Nordafrika. Im Osten dagegen ziehen die Vögel über die Ukraine und vor allem Ungarn, wo sich die meisten Kraniche der Ostroute in der fruchtbaren Tiefebene sammeln. Von dort aus geht es auf mehreren Routen über den Balkan südwärts. Einige schwenken nach Westen ab um über Italien nach Nordafrika zu steuern, die meisten aber halten sich weiter östlich, um über die Ägäis und die Türkei den Nahen Osten anzusteuern. Auch hier gibt es unterwegs wieder verschiedene Rastplätze, einen davon auf Zypern.

Seit etwa 20 Jahren nehmen die beobachteten Zahlen der am Zug beteiligten Kraniche auf dem westlichen Zugweg stark zu. Ende der 1980er Jahre etwa wurden in der Region um Rügen nicht ganz 28000 Kraniche gezählt. Zwischen 2006 und 2008 waren es dann schon deutlich über 60000. Für die gesamte westliche Zugroute wurden noch weit höhere Zahlen geschätzt. Dort waren Ende der 1980er Jahre geschätzte 51000 bis maximal 61000 Kraniche unterwegs. Bis 2008 waren es dann schon fast 240000. Einen ähnlichen Anstieg verzeichnete man auf den ungarischen Rastplätzen, von rund 40000 Kranichen Ende der 80er Jahre auf 86000 bis 100000 zwischen 2006 und 2008. Dafür wurden sanken die Zahlen auf Rastplätzen in der Ukraine und in Südrussland. Anscheinend gab es eine Art Transfer: Mehr Kraniche, die von Brutplätzen aus starteten, von denen aus sie früher die östlichen Zugrouten nahmen, orientierten sich stattdessen nun mehr nach Westen. Die Gründe dafür bleiben spekulativ. Die bisher beste Vermutung ist, dass der Niedergang der Landwirtschaft in Teilen Russlands und der Ukraine nach dem Ende der Sowjetunion das Nahrungsangebot (vor allem in Form von Saatgut) auf den östlichsten europäischen Routen verringerte. Wenn das stimmt, wäre es ein bemerkenswertes Beispiel für die Flexibilität dieser Vögel.

Auch in Asien gibt es mehrere verschiedene Zugwege, die einem Netz von Rastplätzen folgen. Hier ist noch auffallender als in Europa, dass die Vögel die größten Gebirgsketten umfliegen. In Europa überfliegen sie die Pyrenäen und die Karpaten, umfliegen aber die Alpen weitestgehend. In Asien umfliegen sie die gigantischen Gebirgsketten des Himalaya und des Hindukusch. Dies verlängert zwar die Wegstrecke, spart aber dennoch Energie und minimiert die Risiken während des Zuges. Einige hundert Kilometer mehr oder weniger fallen bei einer Wanderung von tausenden Kilometern anscheinend dann auch nicht mehr ins Gewicht.


 

Bild 13: Ein Kranichpulk auf dem Zug Richtung Süden über Hessen im Jahre 2010. Die Schwärme sind häufiger noch zu hören als zu sehen, da die Tiere dabei laute Trompetenrufe ausstoßen. Die keilförmige Zugformation ist nicht nur typisch für Kraniche, sondern auch für andere große Zugvögel. In dieser Formation ist der Energieverbrauch nachweislich für die weiter rückwärts im Pulk fliegenden Vögel geringer. Die Führungsposition wird daher abgewechselt. Quelle: http://www.nabu-bad-nauheim.de/archiv/aktuelles-2010.html


Überwinterung. In den Überwinterungsgebieten bleiben die meisten Kraniche weiterhin in Gruppen zusammen. Ähnlich wie auf den Rastplätzen finden sie sich auf gemeinsamen Schlafplätzen zu hunderten ein und gehen dann tagsüber gruppenweise oder einzeln auf Nahrungssuche. Allerdings gibt es auch vereinzelt Kranichpaare, die auch in den Winterquartieren ein Revier besetzen und gegen Artgenossen verteidigen. Manchmal besetzen sie dieses Revier zusammen mit den Jungen der letzten Brut. Interessanterweise konnte nachgewiesen werden, dass die Kranichpaare, die auch im Winterquartier ein Revier besetzen, statistisch gesehen den größeren Bruterfolg haben – sie bringen mehr Nachkommen lebend durch. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Elternvögel im Winter sich ein besseres Nahrungsangebot sichern, außerdem helfen sie ihrem jüngsten Nachwuchs durch dieses Verhalten über den ersten Winter. Nur 2 % der Kranichpaare besetzen im Winter Reviere, die außerdem deutlich kleiner sind als die Brutreviere – sie umfassen weniger als einen Quadratkilometer. Es scheint eine Strategie zu sein, die die Tiere bei Bedarf nutzen – allerdings ist noch nicht ganz klar, wovon dieses Verhalten abhängt. Möglicherweise spielt neben der Stärke der noch vorhandenen Bindung zwischen Elterntieren und Jungtieren das Lebensraum-und Nahrungsangebot in den Winterquartieren eine Rolle.

Noch vor einigen Jahrzehnten begann der Rückflug in die Brutgebiete, der insgesamt zügiger stattfindet, im Februar. Doch seit einiger Zeit ziehen immer mehr Kraniche schon im Januar los. Dies ist ebenso eine bemerkenswerte Veränderung wie der spätere Abzugstermin aus den Brutgebieten, der beobachtet werden konnte. In der Summe verbringen die Vögel damit mehr Zeit im Brutgebiet, weniger Zeit im Winterquartier. Auch gibt es immer mehr Kraniche, die entweder schon auf einem Rastplatz überwintern oder gleich gar nicht erst auf die Wanderung gehen und im Brutgebiet überwintern. In diesen Fällen wurde auch schon beobachtet, dass ein Misserfolg bei der Brut durch ein zweites Gelege ausgeglichen wurde. Auch hier zeigen die Tiere wieder eine erstaunliche Flexibilität, um sich veränderten Umständen anzupassen. Die Frage ist nur – welchen Umständen? Die Forschung hat diese Frage noch nicht endgültig beantwortet, aber meistens wird vermutet, dass der Klimawandel hier eine Rolle spielt. Seit 40 Jahren werden die Winter in Europa immer milder. Die wirklich bitter kalten Phasen im Jahr werden seltener und kürzer. Die Jahre werden insgesamt milder (wenn auch häufig dabei regnerischer). Anscheinend stellen sich die Kraniche bereits darauf um – um den bereits jetzt leicht veränderten jahreszeitlichen Rhythmus optimal auszunutzen. Dies zeigt zugleich, dass das Zugverhalten kein absolut starres Verhaltensmuster ist, auf das die Kraniche auf Gedeih und Verderb fixiert sind.

Wie empfindlich Kraniche auf Wetterveränderungen reagieren, zeigte eine Studie aus dem Iran im Jahre 2008. Über mehrere Jahre wurde das Kommen und Gehen der Kraniche im Mighan-Feuchtgebiet im zentralen Iran beobachtet. Die Kraniche aus dem westlichen Sibirien nutzen das Gebiet als Rast-und Überwinterungsplatz, sie halten sich hier im November bis März auf. Die Witterungsbedingungen sind hier nicht immer unbedingt weniger winterlich als in den Brutgebieten. Im Januar und Februar kann die Temperatur auch hier unter 0° fallen, nächtliche Fröste sind durchaus normal. In den meisten Jahren stecken die Tiere das halbwegs gut weg, doch bei tieferen Minustemperaturen in Verbindung mit Schneefall wurde es kritisch. Die Kraniche fanden dann nicht genug Nahrung, teils weil der Schnee den Boden bedeckte, teils weil dieser zu hart war. Zugleich kühlten sie zu stark aus – da der Körper nicht genügend Nahrung bekam, konnte er nicht die Energie aufbringen um die eigene Temperatur gegen die Kälte aufrechtzuerhalten. Die Tiere wurden schwächlich, konnten kaum noch abheben und wurden daher leichte Beute für Raubtiere wie Schakale und Füchse. Manche verhungerten auch schlicht. Diese tödliche Kombination aus Kälte und Schnee trat Anfang 2000 und Anfang 2008 auf. Im ersteren Fall starben von 6000 Kranichen 550 Individuen, im letzteren Fall 55 von mehr als 10000. In den Jahren dazwischen hatte es fast keine Verluste unter den Vögeln gegeben (6 Individuen, die in dieser Zeit umkamen, sind statistisch vernachlässigbar und kamen ebenfalls in einer weniger kalten, aber schneereichen Phase um). Diese Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass es für die Kraniche vor allem wichtig ist, dass es keinen Schneefall gibt. Erst in zweiter Linie spielt dann auch die Temperatur eine Rolle. Wenn man bedenkt, dass die mitteleuropäischen Winter immer schneeärmer werden und die Schneephasen auch immer kürzer werden, ergibt sich hier eine weitere Möglichkeit, warum die Tiere ihr Wanderverhalten bereits teilweise verändert haben.



Bild 14: Eine Gruppe Kraniche nahe Groß Mohrdorf nahe Stralsund. Die Gegend ist ein wichtiger Raststandort auf der großen Wanderung. Die Tiere suchen gerne auf Äckern und Weiden nach Nahrung. Nicht alle Landwirte sind davon begeistert. Quelle: Wikipedia / Christian Pagenkopf.

 

Kraniche und Menschen. Der Kranich und der Mensch haben ein sehr komplexes Verhältnis zueinander entwickelt. Bereits zur Steinzeit wurde der Kranich von den Menschen gejagt und verspeist. Kranichreste finden sich in den Hinterlassenschaften früher Menschensiedlungen in ganz Europa, außerdem gibt es Höhlenzeichnungen, die die Jagd auf ihn darstellen. Durch sein großes Verbreitungsgebiet, die zahlreichen Zugrouten und die Winterquartiere war der Kranich praktisch jeder großen Kultur der Alten Welt bekannt. Seine Verhaltensweisen – der Paartanz, die Wanderungen – waren auffällig, zusätzlich dazu, dass es ein recht großer Vogel ist. Daher verwundert es nicht, dass die alten Kulturen den Kranich in ihre Mythologie einbauten. In Griechenland galt er beispielsweise als Frühlingsbote, dem Gott Hermes verbunden, außerdem als Sonnen-und Fruchtbarkeitssymbol. Die Sonne wird auch in Ägypten mit dem Kranich in Verbindung gebracht. Der Kranich als Frühlingssymbol wiederum tritt auch in Schweden auf. Der Hintergrund ist klar: Die Tiere kehren im Frühling aus dem Winterquartier zurück, ihre Rückkehr kündigt somit die wärmeren Monate des Jahres und das Ende des Winters an. Die Motive wiederholen sich, stets mit einer gewissen Verbindung des Kranichs zum überirdischen und zum Jahresablauf. In Griechenland lasen die Priester aus dem Flug der Kraniche die Zukunft, in Ägypten waren Kraniche beliebte Opfergaben für die Götter. Ein weiteres Attribut, dass mit dem Kranich verbunden wurde (und sich bis zur mittelalterlichen Heraldik hielt), war die Wachsamkeit. Dies geht wahrscheinlich auf das wachsame Verhalten der Tiere auch während der Brutzeit zurück. Immer wieder erwiesen sich auch die alten Völker schon als mehr oder weniger gute Beobachter. Den Griechen war zum Beispiel durchaus bekannt, dass die Kraniche im Herbst nach Süden ziehen, um in Afrika zu überwintern. Wieso Homer in seiner „Ilias“ jedoch darauf kam, dort würden die Kraniche Pygmäen jagen (also Menschen fressen), erschließt sich mir jedenfalls nicht. Dies scheint ein mythologisches Kuriosum zu sein.

Interessanterweise ist die Symbolik und Mythologie, die mit dem Kranich in Verbindung gebracht wird, in Ostasien eine ganz andere. Hier steht der Kranich vor allem für ein langes Leben, Glück und Weisheit. In diesen Motiven gleichen sich Chinesen und Japaner.

In Europa wandelte sich die Sichtweise auf den Kranich im Laufe der letzten Jahrhunderte. Eine mythologische Symbolik wird kaum noch auf ihn projiziert, heute ist den meisten Europäern tatsächlich die ostasiatische Kranichsymbolik vertrauter und bekannter als die des antiken Europa. Gehalten hat sich dafür ein alter Vorwurf, der Kranich wäre ein Schädling. In der Tat mag es – vor allem in früheren Zeiten, vor der industriellen Landwirtschaft – so gewesen sein, dass ein Trupp Kraniche auf Rast die gesamte Saat eines Bauern vernichten konnte. Schon die alten Griechen machten deshalb Jagd auf die Tiere, ein Bekämpfungsmittel, zu dem dann immer wieder Zuflucht genommen wurde. Äcker mit frischen Aussaaten waren seit Anbeginn der historischen Aufzeichnungen eine beliebte Nahrungsquelle grade für die Kraniche im Winterquartier. Auch heute lässt sich zeigen, dass Kraniche in Gebieten, in denen neue Fläche für den Ackerbau genutzt werden, vermehrt dann diese Flächen zur Nahrungssuche anfliegen anstelle von natürlichen Feuchtgebieten. Dies konnte zum Beispiel in der spanischen Region Extremadura gezeigt werden. Allerdings ist die reine Ernährung von Saatgut sehr einseitig. Solange die Tiere noch an anderen Standorten ihren Speiseplan ergänzen, erscheint dies aber unproblematisch. Aber auch hier wird die komplexe Verbindung erkennbar: Einerseits zerstört die Agrarwirtschaft die Feuchtgebiete, die der Kranich an sich braucht, andererseits stellt sie neue Nahrungsquellen zur Verfügung. Für kleinere Bauern könnte dies auch heute noch ein Problem darstellen. So ist der Kranich für manchen eher ein Konkurrent als ein gern gesehener Gast.

Bestandsentwicklung. Damit gibt es Reibungspunkte zwischen Mensch und Kranich. In der Regel ist dies zum Nachteil der anderen Art, nicht des Menschen, daher verdient dies einen genaueren Blick. Definitiv gibt es eine Anzahl von Problemen: Gerade in Europa, aber auch in China, werden immer mehr Feuchtgebiete trocken gelegt. Oder aber sie sind durch Schadstoffe belastet. Die Bedürfnisse des Menschen üben Druck auf die noch vorhandenen Lebensräume aus, auch ist es für Kraniche grad in Europa immer mehr ein Problem die Ruhe zu finden, die sie zum Brüten brauchen. Hinzu kommt die Jagd auf die Vögel, die zum Beispiel auch in etlichen Winterquartieren, wie im Sudan, ein Problem ist. In jüngster Zeit erwiesen sich außerdem Hochspannungs-Überlandleitungen als Problem. Dies alles muss vor dem Hintergrund der Reproduktionsrate der Kraniche gesehen werden. Ein wirklich hohes Alter (für Vögel) von rund 40 Jahren erreichen die Tiere nur in Gefangenschaft. In freier Wildbahn leben sie deutlich kürzer. Mit der Brut beginnen sie in ihrem Leben erst nach drei bis fünf Jahren. Pro Jahr wird meist nur eine Brut aufgezogen und oft kommt von den zwei Eiern eines Geleges nur ein Junges durch. Eine zweite Brut ist selten und pro Brutsaison kann es zu Verlusten von rund 30 % unter dem Nachwuchs kommen. Aus all dem ergibt sich, dass die Reproduktionsrate eher moderat ist – nicht wahnsinnig hoch, aber auch nicht gravierend niedrig. Damit kann die Kranichpopulation seitens des Menschen einen gewissen Druck aushalten – solange dieser nicht überhandnimmt. Wie steht es denn nun tatsächlich um den Bestand des Kranichs?

Die gute Nachricht zuerst: Der Kranich ist nicht vom Aussterben bedroht. Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) hat den Kranich sogar als nicht gefährdet eingestuft – weltweit gesehen. Regional jedoch ist das anders. In historischer Zeit verschwand der Kranich aus einem Teil seines europäischen Verbreitungsgebietes. In Deutschland gilt der Kranich erst seit 1998 wieder als nicht gefährdet. Dennoch steht er vorsichtshalber unter Schutz, ebenso seine Brutplätze. Es gibt in Deutschland auch umfangreiche Programme, den Schutz der Art zu gewährleisten. So bietet man den Tieren an ihren Rastplätzen zum Beispiel gezielt Futter an, um sie von den Äckern der Landwirte abzulenken. Dies ist teilweise sehr erfolgreich. Einige Programme im Rahmen des Schutzes dienten zugleich der Erforschung der Lebensgewohnheiten und vor allem der Wanderungsrouten, die unter Einsatz von Beringungsaktionen und Funksendern aufgeklärt wurden. Auch in Russland, China, Iran und Indien sowie einigen anderen Staaten ist der Kranich geschützt, wenngleich der Schutz in diesen Ländern nicht immer so erfolgreich umgesetzt wird, wie in der EU. In vielen osteuropäischen Ländern jedoch ist zum Beispiel noch die Jagd auf diese Art erlaubt.

Die Bestandsentwicklung ist entsprechend komplex. Durch den Menschen starb der Kranich in historischer Zeit vielerorts als Brutvogel aus: In England im 17. Jahrhundert, in Irland im 18. Jahrhundert (erst 2011 ließen sich erstmals seit langem wieder 20 Kraniche als Durchzügler blicken), in Italien und Österreich zwischen 1850 und um 1900, in Ungarn 1952. So ließe sich das fortsetzen. In Deutschland brüteten früher wesentlich mehr Kraniche, die heutige Brutpopulation beträgt hier inzwischen mehr als 7500 Paare. Dies ist ein Bruchteil der einstigen Population in Deutschland, aber immerhin stabil! Noch Ende der 1940er Jahre war der Bestand in Deutschland auf unter 500 Kranichpaare gesunken.

Im Schnitt nehmen die Bestände des Kranichs in Europa sogar wieder zu, womit sie sich von früheren Verlusten allmählich wieder erholen. In Russland dagegen ist teilweise eine Abnahme, teilweise eine Stabilisierung des Bestandes dieser Art zu beobachten. Die Population in der Türkei dagegen steht auf der Kippe – sie war wohl nie sehr groß und ist auch heute noch kleiner als die deutsche Brutpopulation. Zeitweise bestand sie nur aus einigen hundert Vögeln. Insgesamt stellen die Populationen westlich des Urals mehr als die Hälfte der Weltpopulation. Diese ist in ihrer Gesamtheit stabil, einige glauben sogar, sie nimmt unterm Strich derzeit etwas zu. 2009 wurde der weltweite Gesamtbestand auf 360000 bis 370000 Kraniche geschätzt, wovon fast 200000 westlich des Urals siedelten. Die Naturschutzorganisationen beobachten und unterstützen die Art weiterhin, aber vorerst ist der Kranich als Art nicht in Gefahr.

 

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