Pirats Bestiarium: Gespenst-Plattschwanzgecko (Uroplatus phantasticus)

Gespenst-Plattschwanzgecko (Uroplatus phantasticus (Boulenger, 1888))

 

Namensbedeutung. George Albert Boulenger war offensichtlich schwer beeindruckt vom Aussehen dieses Geckos. Er taufte ihn auf den Artnamen phantasticus, was sich in seiner lateinischen Urform mit „unwirklich“ übersetzen lässt (die Alltagsbedeutung des Wortes „phantastisch“ als „großartig“ ist jüngeren Datums). Beim Gattungsnamen hatte Boulenger wenig Auswahl: Es war nicht die erste Art der Gattung, die beschrieben wurde. Der Gattungsname wurde bereits 1806 von dem französischen Zoologen und Anatomen André Marie Constant Duméril vergeben. Uroplatus leitet sich von den griechischen Wörtern „ourá“ für „Schwanz“ und „platys“ für „platt“ ab. Boulenger unterlief allerdings bei der Erstbeschreibung der Fehler, dass er den Gattungsnamen falsch schrieb, nämlich „Uroplates“. Die Bedeutung des Namens bezieht sich sehr offensichtlich auf die abgeplatteten Schwänze dieser Geckos.

 

Synonyme. Uroplates phantasticus, Uroplatus schneideri.

 

 

Verwandtschaftsbeziehungen. Animalia; Eumetazoa; Bilateria; Deuterostomia; Chordata; Craniota; Vertebrata; Gnathostomata; Eugnathostomata; Osteichthyes; Sarcopterygii; Rhipidistia; Elpistostegalia; Stegocephali; Tetrapoda; Reptiliomorpha; Amniota; Reptilia; Eureptilia; Romeriida; Diapsida; Neodiapsida; Sauria; Lepidosauromorpha; Lepidosauria; Squamata; Gekkota; Gekkomorpha; Gekkonidae; Uroplatus.

 

Der Gespenst-Plattschwanzgecko ist nun schon der zweite Gecko, der hier vorgestellt wird – nach dem Türkisblauen Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi). Beide gehören nach jüngeren Untersuchungen wahrscheinlich zu einer weit verzweigten afrikanisch-madagassischen Linie innerhalb der Echten Geckos (Gekkonidae). Die Geckos selber gehören zur basalsten Abzweigung innerhalb der Squamata.

 

Die heißeste phylogenetische Baustelle beim Gespenst-Plattschwanzgecko betrifft tatsächlich die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Gattung der Plattschwanzgeckos (Uroplatus). Die Gattung ist auf Madagaskar endemisch (kommt also nur dort vor) und hat dort eine große Artenvielfalt hervorgebracht. Die Arten sind allerdings teilweise nur schwer voneinander zu unterscheiden und genetische Analysen haben Hinweise darauf geliefert, dass sich mehr als eine „kryptische“ Art innerhalb dieser Gattung verbirgt. Eine endgültige Revision der Plattschwanzgeckos existiert noch nicht. Mehr dazu später, in all seiner Komplexität, zumindest soweit es den Gespenst-Plattschwanzgecko betrifft.

 

Verbreitung. Der Gespenst-Plattschwanzgecko kommt nur in einem begrenzten Gebiet im Osten Madagaskars vor. Es handelt sich um einen Streifen der sich vom Gebiet südöstlich und südlich des Alaotra-Sees im Norden bis nach Andringitra im Süden zieht. Im Wesentlichen entspricht das Verbreitungsgebiet dem von den Inlandbergen zur Ostküste der Insel abfallenden Hängen. Die nördlichste Teilpopulation stellt allerdings möglicherweise eine eigene Art dar.

 

 


Bild 1: Das ungefähre Verbreitungsgebiet des Gespenst-Plattschwanzgeckos auf Madagaskar. Quelle: Wikipedia.

 

Bild 2: Der Erstbeschreiber des Gespenst-Plattschwanzgeckos, George Albert Boulenger. Quelle: Wikipedia.

 

Entdeckung. Die Entdeckungsgeschichte des Gespenst-Plattschwanzgeckos beginnt mit einem Geistlichen: Reverend Richard Baron (1847-1907). Baron gehört zu jenem Menschenschlag, wie man ihn Ende des 19. Jahrhunderts zusehends seltener antraf und er heute erst recht verwunderlich wirkt – eine Mischung aus Geistlichem und Naturforscher. Er reiste 1872 als Missionar nach Madagaskar. Er sollte die Insel für 35 Jahre nicht mehr verlassen und bereiste praktisch jeden Winkel von ihr. Dabei frönte er vor allem einer Leidenschaft: Der Botanik. Er sammelte tausende Stücke noch unbekannter Pflanzen und schickte sie an Forscher in England. Bald begeisterte er sich aber auch für andere Naturwissenschaften: Geologie und Amphibien, schließlich auch Reptilien weckten sein Interesse. Auch von diesen sammelte er auf seinen Reisen auf Madagaskar unzählige Exemplare und schickte sie an fachkundige Forscher in Europa. Und irgendwo im Osten Madagaskars – der genaue Fundort ist leider nicht überliefert – fängt Baron ein Exemplar eines kleinen Geckos. Er konserviert das Tier und schickt es nach London, ans British Museum. Dort nahm sich der damals gerade mal 29 Jahre alte und auf Reptilien und Amphibien spezialisierte Zoologe George Albert Boulenger der neuesten Lieferung von Baron an. Boulenger war eigentlich Belgier, hatte sein Studium in Brüssel abgeschlossen und war 1880 mit kaum 22 Jahren eingeladen worden, die Amphibien in der Sammlung des Natural History Museum des British Museum zu katalogisieren. Er machte bald durch sorgfältige Arbeit von sich reden und blieb.

 

 

Nun liegt Boulenger also ein konserviertes Exemplar eines Geckos vor, den er als rötlich-braun mit einigen kleinen schwarzen Punkten beschreibt. Wie er feststellt, handelte es sich um ein Weibchen mit befruchteten Eiern in seinem Innern. Der relativ große Kopf ist von oben gesehen oval, der Körper leicht abgeplattet. Hinter den Augen sitzt ein Paar kleiner hornartiger Dornen, ein weiterer kleiner Dorn wird von Boulenger in der Schläfenregion oberhalb der kleinen Ohröffnungen bemerkt. Weitere kleine Spitzen finden sich auf den Ellbogen, Knien und sogar ganz klein an den Körperseiten (Boulenger schreibt von 2 oder 3). Entlang der Lippen notiert Boulenger 17 Labialschuppen am Oberkiefer und 18 Labialschuppen am Unterkiefer, pro Kopfseite versteht sich. Auffallend ist für Boulenger der Schwanz. Er beschreibt ihn folgendermaßen:

 

„Schwanz (scheinbar intakt) nicht halb so lang wie der Kopf, zusammengedrückt, endet in einem Tuberkel.“

 

Für den Schwanz gibt Boulenger nur eine Länge von 7 mm an. Die Gesamtlänge des Exemplars notiert Boulenger mit 65 mm, wovon 17 mm auf den Kopf entfallen. Erst fünf Jahre später, 1893, beschrieb Mario Giacinto Peracca (1861-1923), ein italienischer Herpetologe (Reptilien-und Amphibienforscher), ein zweites Exemplar des Gespenst-Plattschwanzgeckos. Dessen Fundort ist tatsächlich bekannt: Andrangoloaka, östlich des heutigen Mantasoa-Sees (ein Stausee, den es erst seit 1931 gibt). Dieses zweite Exemplar besitzt tatsächlich einen deutlich längeren, wenn auch immer noch kurzen Schwanz – mit einer Länge von 12 mm. Erst als weitere Exemplare des Gespenst-Plattschwanzgeckos bekannt wurden, erkannte man, dass diese Art einen eigentlich deutlich längeren und typisch abgeplatteten Schwanz besitzt. Allerdings können die Tiere diesen abwerfen, um mit dem abgeworfenen Schwanz Fressfeinde abzulenken. Anschließend wird der Schwanz regeneriert. Es hat also den Anschein, dass der von Boulenger beschriebene Holotyp seinen Schwanz kurz vorher verloren hatte. Beim zweiten Exemplar wuchs der Schwanz dagegen gerade nach.

 

Wie sehr anfangs noch Unklarheit herrschte, wie man den Gespenst-Plattschwanzgecko von anderen Arten abgrenzt, zeigt die Tatsache, dass 1913 ein jugendliches Exemplar, welches man im Manjakandriana-Wald östlich von Antananarivo gefangen hatte, noch als eigene Art beschrieben wurde – Uroplatus schneideri. Das jugendliche Tier zeigte tatsächlich auch einen unversehrten langen Schwanz. Heute ist man sich sicher, dass es sich um das Jungtier eines Gespenst-Plattschwanzgeckos handelte. Nun ist es kaum verwunderlich, wenn in frühen Jahren der Erforschung einer Art deren Abgrenzung zu nahen Verwandten noch nicht ganz klar ist – schließlich muss das Wissen erst erlangt werden. Erstaunlicher ist schon eher, dass dieser Aspekt bis heute noch heiß debattiert wird. Wir werden uns diesem Punkt gleich noch widmen, aber zuerst soll hier eine ungefähre Beschreibung des Aussehens des Gespenst-Plattschwanzgeckos gegeben werden.

 

UphantasticusZeichnungBoulenger
Bild 3: In seiner Erstbeschreibung des Gespenst-Plattschwanzgeckos hielt Boulenger den Holotypen zeichnerisch fest. Neben der Hauptabbildung des Tieres in der Aufsicht erstellte er auch eine Detaildarstellung des Kopfes in Seitenansicht. Quelle: Boulenger 1888.

 

 

UphantasticusHolotyp

Bild 4: Der konservierte Holotyp wie er 2011 in verschiedenen Ansichten fotografiert wurde. A: Gesamtansicht von oben. B: Gesamtansicht von unten. C: Der Kopf von oben. D: Der Kopf von unten. E: Blick ins geöffnete Maul. F: Seitenansicht des Kopfes. Der Holotyp wird mit der Inventarnummer BMNH 1946.8.26.64 im British Museum of Natural History verwahrt. Quelle: Ratsoavina et al. 2015.

 

 

Getarnt. Gespenst-Plattschwanzgeckos sind gut getarnte kleine Echsen. Zwei Aspekte tragen zur Tarnung bei: Die Körperform und die Farbe. Die Tiere haben einen relativ großen Kopf mit sehr großen Augen, der über einen kurzen Hals in einen Körper mit einem relativ hohen Rücken übergeht. Die Körpersilhouette wird durch die kleinen Dornen über den Augen und in der Schläfenregion sowie an Körperseiten und Beinen „aufgelöst“. Hinzu kommt der relativ lange Schwanz (wenn er nicht gerade erst nach einem Abwurf regeneriert wird), der dabei abgeflacht und von oben gesehen sehr breit ist. Der Schwanz hat in der Aufsicht etwa die Form eines länglichen Blattes. Bei einigen Exemplaren hat er sogar an seinen Rändern Einkerbungen, die eher die Form eines verwelkten und bereits teilweise zersetzten Blattes bewirken. Diese Einkerbungen scheinen meistens bei den Männchen vorzukommen und stellen daher wahrscheinlich auch einen Geschlechtsunterschied dar; die Weibchen haben demnach Schwänze mit glatten Rändern. Die Beine der Tiere sind dünn, wobei die Zehen etwas dicker wirken, weil sie auf der Unterseite die Haftlamellen besitzen, die den Geckos ihre hervorragenden Klettereigenschaften verschaffen. Die Farbe des Gespenst-Plattschwanzgeckos erhöht noch die Tarneffekte der Körperform. Sie ist zum einen in ihrer Grundfarbe sehr variabel, sie kann von einem gelblichen oder rötlichen Braun bis zu einem dunklen, schwärzlichen Grau reichen. Der Bauch ist häufig orange, außerdem besitzen Gespenst-Plattschwanzgeckos häufig dunkle Punkte oder unregelmäßige gelbliche, purpurne oder dunklere Flecken. Die Rückenlinie und die Mittellinie des Schwanzes sind häufig gelblich hervorgehoben, was von oben den Eindruck von vermoderndem Laub verstärkt. Die großen Augen passen mit ihrer rotbraunen Iris, die nur am Rand silbrig ist, dazu. Wie alle Geckos kann der Gespenst-Plattschwanzgecko sie nicht schließen, da das Auge von einer durchsichtigen Schuppe bedeckt ist, welche embryonal aus der Verschmelzung des oberen und unteren Augenlids entsteht. Die Tiere halten diese sogenannte „Brille“ mit Hilfe ihrer großen, beweglichen Zunge sauber. Die Rachenschleimhäute des Gespenst-Plattschwanzgeckos sind durch Melanin-Einlagerungen schwärzlich gefärbt. Dieses für die Artunterscheidung innerhalb der Plattschwanzgeckos nicht unwichtige Merkmal kann auch am Holotyp, der Boulenger vorlag, gezeigt werden, auch wenn die Färbung dort als Folge der Konservierungsmaßnahmen inzwischen stark ausgebleicht ist.

 

Im Gegensatz zu Boulenger und seinen Zeitgenossen kann man nun bessere Angaben zur Größe des Gespenst-Plattschwanzgeckos machen. Als größte Länge von der Schnauzenspitze bis zur Kloake sind 66 mm überliefert, wobei viele Exemplare auch etwas kleiner sein können. Damit war das Exemplar, welches Boulenger vorlag ein größerer Vertreter dieser Art. Hinzu kommen 20 bis 30 mm Schwanzlänge. Lediglich regenerierte Schwänze bleiben kürzer im Verhältnis zum Körper und ganz selten gibt es etwas größere Exemplare mit einer Gesamtlänge von 11 cm statt 9 cm. Die zierlichen Tiere wiegen dabei nur rund 6 bis 8 g.

 

 

UphantasticusMale2004

Bild 5: Bei einem 2004 von Forschern zur kurzen Untersuchung gefangenen Männchen des Gespenst-Plattschwanzgeckos zeigt sich wunderbar die schwarze Mundschleimhaut. Quelle: Ratsoavina et al. 2011.

 

Eine, zwei, mehr Arten? Die variable Färbung des Gespenst-Plattschwanzgeckos hat zwar einerseits einen gewissen Tarneffekt – gut für den Gecko! Auf der anderen Seite hat sie zu Verwirrungen bei der Unterscheidung der Arten innerhalb der Gattung Uroplatus beigetragen – es gibt nämlich innerhalb dieser Gattung sehr ähnliche und auch ähnlich variable Arten, deren Abgrenzung zum Gespenst-Plattschwanzgecko gar nicht so einfach ist. Die moderne DNA-Analyse-Technik hat da in den letzten Jahren viel zur Auflösung beigetragen und auch manche kleine Überraschung hervorgebracht. Die Gattung Uroplatus umfasst nämlich, wie sich herausstellte, weitaus mehr Arten als man vorher dachte. Hier kann ein kleiner Abriss der wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre und ihrer Bedeutung für die Einordnung des Gespenst-Plattschwanzgeckos gegeben werden. Verschiedene Autorenteams zeichneten zwar für die verschiedenen Studien verantwortlich, doch sind einige bestimmte Experten für madagassische Reptilien und Amphibien praktisch immer mit dabei – z.B. Frank Glaw und Miguel Vences oder auch Fanomezana Mihaja Ratsoavina, eine Forscherin der Universität von Antananarivo. Dadurch haben die Forschungen der letzten 20 Jahre eine gewisse Kontinuität erhalten.

 

Die äußerlich größte Ähnlichkeit hat der Gespenst-Plattschwanzgecko zum Pfeilschwanzgecko (Uroplatus ebenaui) – und tatsächlich wurden beide Arten bis Mitte der 1990er Jahre oft für identisch gehalten. Erst seit 1995 herrscht eigentlich Einigkeit, dass beide Arten zu unterscheiden sind. 2007 veröffentlichte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam eine Phylogenie der Gattung Uroplatus auf der Basis der Analyse von DNA-Sequenzen sowohl aus dem Zellkern wie aus den Mitochondrien. Die von drei Standorten stammenden Proben des Gespenst-Plattschwanzgeckos lagen in der Tat im Stammbaum direkt beieinander, wie man es von einer Art erwarten würde. Die verschiedenen Proben des Pfeilschwanzgeckos jedoch nicht – sie waren alle nächstverwandt zum Gespenst-Plattschwanzgecko, allerdings in unterschiedlichem Maße. Einige Pfeilschwanzgeckos schienen mit dem Gespenst-Plattschwanzgecko näher verwandt zu sein als mit anderen Pfeilschwanzgeckos. Die Studie kam zum Schluss, dass der Pfeilschwanzgecko in Wirklichkeit in mehrere Arten aufgespalten werden muss. Zugleich wurde mit diesem Ergebnis deutlich, dass die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Arten nicht einfach ist.

 

Eine rein amerikanische Forschergruppe beschäftigte sich im Rahmen einer geographischen Analyse der Uroplatus-Arten ebenfalls mit deren Verwandtschaftsverhältnissen, ebenfalls basierend auf DNA-Analysen sowohl des Zellkerns wie der Mitochondrien. Ihre Ergebnisse wurden 2008 veröffentlicht. Auch hier stellt sich der Gespenst-Plattschwanzgecko als nächster Verwandter der Pfeilschwanzgeckos heraus. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass die verschiedenen Arten der Gattung Uroplatus eine große genetische innerartliche Variabilität haben und sich hinter einem Teil dieser Variabilität auch noch unbeschriebene Arten verbergen („kryptische Arten“) oder gerade im Entstehen begriffene Arten. Diese Variationen wurden nach Ansicht der Forscher durch die stark gegliederten Lebensräume auf Madagaskar begünstigt, in denen die Geckos verschiedene Nischen besetzten und sich so auf engstem Raum auseinanderentwickelten.

 

 

2011 wurde eine neue Uroplatus-Art beschrieben, wieder war ein internationales Forscherteam an der Sache dran – neben deutschen Forschern, die bereits 2007 die Phylogenie der Gattung untersucht hatten, waren diesmal auch madagassische Forscher involviert. Diesmal wurde nicht einfach nur die DNA untersucht, sondern es wurden auch die zur Untersuchung und Beprobung herangezogenen Exemplare genau vermessen und mögliche arttypische Merkmale (Schwanzmorphologie, Färbung der Mundschleimhäute usw.) in Augenschein genommen. Die Ergebnisse erweiterten den Befund einer großen und schwer zu überschauenden Variabilität bei diesen Geckos. Die in die Analyse einbezogenen und dem Gespenst-Plattschwanzgecko zugeordneten Exemplare erwiesen sich genetisch als von zwei verschiedenen Linien stammend. Morphologisch hatte eine davon – aus dem nördlichsten Verbreitungsgebiet des Gespenst-Plattschwanzgeckos stammend – einen im Verhältnis zum Körper etwas längeren Kopf, dafür kürzeren Schwanz und ähnelte stärker dem Pfeilschwanzgecko. Die anderen Gespenst-Plattschwanzgeckos haben einen etwas kürzeren Kopf, dafür einen längeren Schwanz. Für das Forscherteam stellte sich die Frage: Zu welcher Variante gehörte der Holotyp, den Boulenger damals für die Erstbeschreibung nutzte? Denn wenn es sich um zwei Arten handeln sollte, dann würde die Zuordnung des Holotypen darüber entscheiden, für welche Variante der Name Uroplatus phantasticus erhalten bliebe. Basierend auf dem Größenverhältnis zwischen Kopf und Körper kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der Holotyp zur langschwänzigen Variante gehörte. Diese stellt damit definitiv den echten Gespenst-Plattschwanzgeckos dar. Im Übrigen kam die Studie zu dem Schluss, dass die große Variation zwischen den verschiedenen Geckos der Gattung Uroplatus durch die unterschiedliche Besiedlung von verschiedenen Höhenmeter-Bereichen an den Berghängen ihrer madagassischen Heimat entstanden ist. Diese Ergebnisse wurden 2012 im Grunde bestätigt, als das gleiche Forscherteam die Ergebnisse einer phylogenetischen Analyse auf Basis der mitochondrialen DNA vorstellt. Dabei bemerken sie auch, dass scheinbar schon kleine Flüsse auf Madagaskar für die Plattschwanzgeckos eine Barriere darstellen können, die Populationen voneinander isoliert.

 

Seit damals ist die Forschergruppe an dem Thema dran geblieben. Die genetisch und morphologisch etwas abweichenden Gespenst-Plattschwanzgeckos aus dem Norden des Verbreitungsgebietes werden bisher als potentieller Kandidat für eine eigene Art (Kürzel: Ca 10) geführt. Die Untersuchungen zu ihrem Status wurden bisher nicht abgeschlossen. Wenn es zwei verschiedene Arten sein sollten, so könnten sie durchaus Schwesterarten sein, zumindest legte dies eine phylogenetische Analyse von 2015 nahe. In weiteren Papern befassten sich die Forscher erst einmal damit vor allem den Pfeilschwanzgecko (Uroplatus ebenaui) auseinander zu dröseln, der sich als genetisch noch reicher an Variationen erwiesen hatte – in dieser „Art“ versteckten sich mehrere „kryptische Arten“, von denen 2015 und 2017 drei neu beschrieben wurden, was für wesentlich mehr Klarheit hinsichtlich der Diversität der Plattschwanzgeckos führte. Künftige Publikationen mögen auch noch weitere Klarheit hinsichtlich des Gespenst-Plattschwanzgeckos bringen.

 

UphantasticusSchwanz

Bild 6: Verschiedene Schwänze von Gespenst-Plattschwanzgeckos. Deutlich erkennbar ist die zum Teil individuelle Form vor allem bei den Männchen, die den Schwanz wie ein vermoderndes Blatt aussehen lässt. Weibchen scheinen dagegen einen glatten Rand des Schwanzes zu besitzen, wie der Schwanz ganz rechts im Bild zeigt. Quelle: Ratsoavina et al. 2017.

 

Lebensraum der Geister. Die Madagassen haben einen eigenen Namen für die Geckos der Gattung Uroplatus: „Famocantrata“ – das bedeutet auf Malagasy „das Tier, das gegen die Brust von Menschen springt“. Möglicherweise entstand der Eindruck, diese Geckos würden einem auf die Brust springen, wenn man bei der Pirsch durch das Unterholz der Wälder versehentlich Gespenst-Plattschwanzgeckos oder andere Vertreter der Gattung vom Ast stieß. Was die Einheimischen im Verbreitungsgebiet dieser Tiere jedenfalls sehr gut wissen: Geckos können sich mit ihren Haftzehen auf fast jeder Oberfläche inklusive menschlicher Haut festhalten. Es geht sogar die Mär um, man könne einen Gespenst-Plattschwanzgecko nur mit einem Rasiermesser wieder ablösen – ansonsten würde das Tier die Seele des Menschen stehlen! Nicht nur die Europäer hatten beim Anblick dieses kleinen Geckos also eher gruselige Assoziationen (im Englischen hat der Gespenst-Plattschwanzgecko auch den Beinamen „satanic“).

 

 

Dabei ist dieses vermeintlich gruselige Aussehen im Lebensraum des Gespenst-Plattschwanzgeckos tatsächlich sehr unauffällig – wie berichtet, hat es eine Tarnfunktion. Man findet diese Art vor allem in mittleren Höhenlagen von mehr als 400 m bis rund 1300 m an den Ostflanken der madagassischen Berge. Hier wachsen mehr oder weniger ganzjährig feuchte immergrüne Regenwälder, in deren Unterholz der Gespenst-Plattschwanzgecko lebt. Die Temperaturen hier sind auch relativ konstant bei 22° bis 24° Celsius. Die einzigen saisonalen Klimaveränderungen, die es hier gibt sind Veränderungen des Niederschlags: in manchen Teilen des Verbreitungsgebiets gibt es kurze Trockenzeiten. Tagsüber verhalten sich die Tiere ganz still, auf Baumstämmen und auf Ästen sitzend und sich dabei auf ihre Tarnung verlassend. Erst nachts begeben sich Gespenst-Plattschwanzgeckos auf die Jagd – in etwa zwei bis drei Meter Höhe, gelegentlich auch im Gebüsch in Bodennähe. Dank ihrer riesigen Augen und der spaltförmigen Pupille, die das Restlicht in der Nacht optimal einfängt, sehen diese Geckos ausreichend gut genug, um auf die Pirsch nach ihrer Beute zu gehen. Diese besteht aus Insekten, Spinnen und anderen kleinen Gliedertieren. Für diese Tiere ist der Gespenst-Plattschwanzgecko tatsächlich ein furchterregender Jäger. Aufgrund seiner geringen Größe ist der Gecko wiederum aber potentielle Beute für größere Jäger – zum Beispiel räuberische Vögel.

 

 

Und nicht immer hilft die Tarnung. Für den Fall haben Gespenst-Plattschwanzgeckos wie bereits erwähnt weitere Taktiken zur Verfügung. Dabei bauen sie prinzipiell auf Ablenkung und Abhauen. Wenn sie noch Hoffnung haben, glimpflich davon zu kommen, öffnen sie gelegentlich das Maul in einer schnellen Drohgebärde. Doch wenn die Sache wirklich zu heiß wird, werfen sie wirklich ihren Schwanz ab. Der wiederum kann sich eine gewisse Zeit selber zuckend bewegen. Die meisten potentiellen Fressfeinde reagieren mit ihrer Sinneswahrnehmung auf Bewegungen und werden dann von dem zuckenden Schwanz abgelenkt. Der Gecko kann in dieser Zeit Fersengeld geben und sich retten. Im Zweifel ist der Gespenst-Plattschwanzgecko also eher scheu. Dadurch und durch seine nächtliche und allgemein sehr heimliche Lebensweise sieht man ihn in freier Wildbahn nicht oft.

 


Bild 7: Dieses Foto eines männlichen Gespenst-Plattschwanzgeckos zeigt sehr schön die Tarnfärbung dieser Tiere. Quelle. Wikipedia.

 

 

Fortpflanzung. Die meisten Informationen zur Fortpflanzung des Gespenst-Plattschwanzgeckos stammen tatsächlich von in Gefangenschaft gehaltenen Exemplaren. Aus seiner Heimat gibt es die Beobachtung, dass die Fortpflanzungsperiode mit dem Einsetzen der Regenzeit, sofern eine solche deutlich ausgeprägt ist, einsetzt. Über eventuelles Balzverhalten weiß man wenig. Bekannt ist, dass zumindest in Gefangenschaft Auseinandersetzungen zwischen Männchen um die Weibchen relativ selten und auch nicht sehr intensiv sind. Wie alle Echsen besitzen die männlichen Geckos paarige Hemipenis, mit denen sie das Sperma in die Weibchen eintragen. Von Terrarienhaltern wurde berichtet, dass die Weibchen in der Brutsaison auch vermehrt gehäusetragende Schnecken als Beute annehmen. Vermutet wird, dass die Weibchen auf diese Weise ihren Kalziumbedarf decken, der wegen der Eiproduktion dann erhöht ist. Ob dieses Verhalten auch in freier Wildbahn zu finden ist, scheint unklar zu sein.

 

Die Weibchen des Gespenst-Plattschwanzgeckos begeben sich zur Eiablage auf den Waldboden. Dort wühlen sie sich in die Bodenstreu aus toten Blättern und anderen Pflanzenresten, um dort die hartschaligen Eier abzulegen. Bei der Ablage rollen die Weibchen die Eier etwas im Substrat hin und her, wie von Terrarienbesitzern berichtet wird – dadurch bleiben Bodenpartikel an den weißen Eiern kleben und geben ihnen etwas Tarnung. Die kleinen Gecko-Weibchen legen dabei jeweils nur zwei Eier ab; dafür produzieren sie pro Brutsaison mehrere Gelege, meist bis zu sechs, im Abstand von rund vier Wochen. Mehr Gelege sind wirkliche Ausnahmen und nur unter günstigsten Bedingungen in der Gefangenschaft bekannt. Die Eier haben einen Durchmesser von rund 7 mm. Die Brutdauer ist von der Umgebungstemperatur abhängig und kann zwischen 80 und 120 Tagen liegen. Anscheinend sind die Jungtiere, die eine längere Brutdauer hinter sich haben dabei aber keineswegs benachteiligt, sondern können sogar etwas kräftiger sein. In jedem Falle sind die frisch geschlüpften Gespenst-Plattschwanzgeckos sehr kleine und zarte Wesen, kaum 3 cm lang. Eine Brutpflege oder sonstige Aufmerksamkeit seitens ihrer Eltern gibt es nicht. Die Weibchen verziehen sich direkt nach der Eiablage wieder ins Geäst des nächsten Gebüschs, um wieder in den Schutz ihrer Tarnung zu kommen. Die jungen Geckos müssen also vom ersten Moment an komplett alleine klar kommen – sich also ebenfalls in sichere Geäst verziehen und nächtens auf Jagd gehen. Wenn es einer der kleinen Gespenst-Plattschwanzgeckos schafft, sich nicht vorzeitig fressen zu lassen, so kann er durchaus rund sechs Jahre alt werden.

 

Bild 8: Dieses Bild zeigt sehr schön, wie klein die Jungtiere des Gepenst-Plattschwanzgeckos sind. Quelle: madamagazine.com

 

 

Der Gecko und die Menschen. Jahrhundertelang wurde das Verhältnis zwischen dem Gespenst-Plattschwanzgecko und dem Menschen vor allem dadurch bestimmt, dass die einheimische Bevölkerung von Madagaskar den Aberglauben an die Boshaftigkeit dieses Tieres pflegte. Im besten Fall für den Gecko führte dies dazu, dass er gemieden wurde, im schlimmsten Fall konnte ihn dies das Leben kosten. Da er im Dickicht lebt nahm dies aber nie ein Ausmaß an, dass die Art gefährden könnte.

 

Inzwischen hat sich einiges geändert. Terrarienfans in aller Welt haben ihr Herz für die verschiedenen Arten der Gattung Uroplatus entdeckt, nicht zuletzt auch für den Gespenst-Plattschwanzgecko. So wird er nicht nur in einigen Zoos gehalten, sondern auch in ungezählten Privathaushalten begeisterter Echsenfans. Immerhin, dies durchaus mit Erfolg, denn immer wieder gelingen Nachzuchten.

 

Basierend auf diesen Erfahrungswerten gibt es inzwischen auch recht gute Vorstellungen davon, wie sich der Gespenst-Plattschwanzgecko am besten halten lässt. Zunächst mal hat es sich erwiesen, dass man Gespenst-Plattschwanzgeckos ruhigen Gewissens zu mehreren halten kann. Dabei zeigen die Männchen wenig Aggressionen gegeneinander, allerdings können ihre Paarungsversuche die Weibchen derart stressen, dass der Tod eintreten kann. Daher werden kleine Gruppen mit einem Verhältnis von drei Weibchen auf ein Männchen empfohlen. Ein anderes mögliches Vorgehen ist, gelegentlich die Weibchen von den Männchen zu trennen. Besonders wichtig sind natürlich das Terrarium und seine Ausstattung. Das Terrarium muss schon geräumig sein, zum Beispiel eines mit 60 cm Länge, 45 cm Breite und 90 cm Höhe. Neben lockerem Substrat aus Laub und Moos am Boden muss das Terrarium auch mit ausreichend tropischem Bewuchs, Ästen und Holzstücken zum Klettern und verschiedenen Versteckmöglichkeiten versehen sein. Eine Wärmelampe kann vorteilhaft sein, aber generell sollte man 22° bis 28° als ungefähren Temperaturbereich eingestellt haben, bei 70 bis 90 % Luftfeuchtigkeit. Nachts können die Temperaturen niedriger eingestellt werden, auch kann man mittels niedrigerer Temperaturen im Winter einen jahreszeitlichen Wechsel simulieren. Dieses kann die Paarungsbereitschaft der Geckos erhöhen. Sollten die Gespenst-Plattschwanzgeckos tatsächlich Eier legen, so wird meistens ein Bebrüten in einem Inkubator empfohlen, obwohl es auch Berichte gibt, bei denen die Eier einfach bei Zimmertemperatur ihrer Reifung überlassen wurden. Bei frisch geschlüpften Gespenst-Plattschwanzgeckos muss dann noch darauf geachtet werden, dass sie nicht dehydrieren. Ernährt werden können die Tiere mit lebenden Insekten, wie etwa Heimchen, außerdem gibt es die Empfehlung den Weibchen in der Paarungszeit auch Gehäuseschnecken als potentielle Beute zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist unter Umständen darauf zu achten, die Futterinsekten mit Pudern zu bestäuben, die mit Vitaminen angereichert sind. Ansonsten können die Gespenst-Plattschwanzgeckos in Gefangenschaft Mangelerscheinungen entwickeln. So wurde 2005 der Fall einiger Gespenst-Plattschwanzgeckos publiziert, die in Gefangenschaft aufgrund einer nutritiven Myopathie verendeten – diese kann durch Vitamin-oder Selenmangel entstehen. Insgesamt sind Gespenst-Plattschwanzgeckos nicht die am schwersten zu haltenden Echsen, aber auch nicht unbedingt die perfekte Auswahl für Anfänger.

 

UphantasticusMaleFemale

Bild 9: Ein männlicher Gespenst-Plattschwanzgecko nähert sich einem Weibchen. Selbst bei diesem Annäherungsversuch sind die Tiere verblüffend gut getarnt. Quelle: arkive.org / Bill Love/ photoshot.com

 

 

Ursprünglich wurden Gespenst-Plattschwanzgeckos fast ausschließlich in freier Wildbahn für den Terrarienhandel gefangen. Inzwischen stammen die Exemplare im Handel zunehmend aus Nachzuchten, vor allem da Madagaskar keine Ausfuhr mehr erlaubt und damit laut dem Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES II) der Ankauf von Wildfängen außerhalb Madagaskars illegal ist. Gleichwohl werden diese Geckos bis heute in einer unbekannten Anzahl auch in freier Wildbahn gefangen, selbst rund um und in Schutzreservaten. Allerdings sind potentielle illegale Fänge für den Schwarzmarkt vermutlich nicht das größte Problem des Gespenst-Plattschwanzgeckos. Viel gefährlicher für ihn ist die Zerstörung seines Lebensraums. Madagaskar ist ein schwaches Staatswesen mit einer gleichwohl steigenden Bevölkerungszahl auf einem naheliegend begrenzten Raum (immerhin ist es eine Insel). Für die Landwirtschaft roden die Madagassen traditionell mit Feuer den Wald und dies hat bereits einen großen Teil der früheren Waldbestände der Insel vernichtet. Inzwischen wurden zahlreiche Naturschutzreservate ausgerufen, doch diese erweisen sich bisher als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Zerstörung der Wälder schreitet auch heute noch voran, wodurch der Lebensraum des Gespenst-Plattschwanzgeckos immer mehr eingeengt und fragmentiert wird. Auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) wird der Gespenst-Plattschwanzgecko lediglich als nur „gering gefährdet“ eingestuft, obwohl auch dort festgestellt wird, dass die Bestände dieser Art vermutlich rückläufig sind. Der WWF sieht die Art dagegen schon wesentlich klarer als bedroht an. Der Punkt ist: Man hat nicht genügend Daten, um den genauen Status der Art zu beurteilen. Das liegt auch daran, dass die Abgrenzung der verschiedenen Arten innerhalb von Uroplatus so eine knifflige Angelegenheit ist, wie berichtet. Um wirklich zu beurteilen, ob eine bestimmte Art bedroht ist und wenn ja, wie stark, muss man sie erst so exakt wie möglich gegen andere Arten abgegrenzt und definiert haben und dadurch auch genau sagen können, wo sie eigentlich vorkommt. Daher sind die Bemühungen der Forscher, die Gattung Uroplatus einer Revision zu unterziehen und ihre Diversität besser zu begreifen, nicht einfach nur trivialer Neugier geschuldet – sie bilden letzten Endes die Grundlagen, auf denen künftige Schutzbestimmungen und –maßnahmen beruhen werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass es dann auch noch etwas zu schützen gibt.

 


Bild 10: Na, wer findet den Gespenst-Plattschwanzgecko? Das skurrile Aussehen der Tiere ist in freier Wildbahn ein bemerkenswerter Schutz durch Tarnung. Quelle: Arkive.org/ Ingo Arndt/ naturepl.com – an dieser Stelle sei angemerkt, dass es noch wesentlich mehr bemerkenswerte Fotos des Gespenst-Plattschwanzgeckos bei Arkive.org gibt. Die entsprechende Seite ist im Literaturverzeichnis verlinkt.

 

 

Literatur.

 

Boulenger, G.A. 1888. Descriptions of new Reptiles and Batrachians from Madagascar. – The annals and magazine of natural history: Zoology, botany, and geology ser. 6, v. 1: 101-107.

 

 

Gabor, L.J. 2005. Nutritional degenerative myopathy in a population of captive bred Uroplatus phantasticus (satanic leaf-tailed geckoes). – Journal of Veterinary Diagnostic Investigation 17: 71-73.

 

 

Gehring, P.-S. 2006. Reptilien und Amphibien des nördlichen Madagaskar. – Zeitschrift des Kölner Zoos 49. Jahrgang, Heft 3: 127-141.

 

 

Glaw, F. & Vences, M. 2007. A Field Guide to the Amphibians and Reptiles of Madagascar. Third Edition.

 

Greenbaum, E., Bauer, A.M., Jackman, T.R., Vences, M. & Glaw, F. 2007. A phylogeny of the enigmatic Madagascan geckos of the genus Uroplatus (Squamata: Gekkonidae). – Zootaxa 1493: 41-51.

 

 

Pyron, R.A., Burbrink, F.T. & Wiens, J.J. 2013. A phylogeny and revised classification of Squamata, including 4161 species of lizards and snakes. – BMC Evolutionary Biology 13: 93. Doi:10.1186/1471-2148-13-93

 

 

Rakotonandrasana, E.R.N. 2010. Espèces d’amphibiens et de reptiles nouvellement recensés dans le Parc National d’Andohahela, Madagascar. – Malagasy Nature 4: 72-77.

 

 

Ratsoavina, F.M., Gehring, P.-S., Scherz, M.D., Vieites, D.R., Glaw, F. & Vences, M. 2017. Two new species of leaf-tailed geckos (Uroplatus) from the Tsaratanana mountain massif in northern Madagascar. – Zootaxa 4347: 446-464.

 

 

Ratsoavina, F.M., Louis, E.E., Jr., Crottini, A., Randrianiaina, R.-D., Glaw, F. & Vences, M. 2011. A new leaf tailed gecko species from northern Madagascar with a preliminary assessment of molecular and morphological variability in the Uroplatus ebenaui group. – Zootaxa 3022: 39-57.

 

 

Ratsoavina, F.M., Ranjanaharisoa, F.A., Glaw, F., Raselimanana, A.P., Miralles, A. & Vences, M. 2015. A new leaf-tailed gecko of the Uroplatus ebenaui group (Squamata: Gekkonidae) from Madagascar’s central eastern rainforests. – Zootaxa 4006: 143-160.

 

 

Ratsoavina, F.M., Vences, M. & Louis, E.E., Jr. 2012. Phylogeny and phylogeography of the Malagasy leaf-tailed geckos in the Uroplatus ebenaui group. – African Journal of Herpetology 61: 143-158.

 

 

Raxworthy, C.J., Pearson, R.G., Zimkus, B.M., Reddy, S., Deo, A.J., Nussbaum, R.A. & Ingram, C.M. 2008. Continental speciation in the tropics: contrasting biogeographic patterns of divergence in the Uroplatus leaf-tailed gecko radiation of Madagascar. – Journal of Zoology 275: 423-440.

 

 

Tonini, J.F.R., Beard, K.H., Ferreira, R.B., Jetz, W. & Pyron, R.A. 2016. Fully-sampled phylogenies of squamates reveal evolutionary patterns in threat status. – Biological Conservation 204: 23-31.

 

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Uroplatus_phantasticus

http://eol.org/pages/1055106/overview

http://meingecko.de/index.php/uroplatus/gespenst-plattschwanzgecko.html

http://reptile-database.reptarium.cz/species?genus=Uroplatus&species=phantasticus

https://www.arkive.org/satanic-leaf-tailed-gecko/uroplatus-phantasticus/

http://www.echsenfreunde.de/uroplatus_phantasticus.html

http://www.iucnredlist.org/details/172906/0

http://www.madamagazine.com/der-gespenstische-blattschwanz-gecko/

https://www.sni-reptiles.com/uroplatus/uroplatus-phantasticus/